Netflix-Start gestoppt: Film darf nicht in Deutschland gezeigt werden

15.04.2020 - 12:15 UhrVor 9 Monaten aktualisiert
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Time to Hunt darf sobald nicht bei Netflix starten
© Netflix/Sidus
Time to Hunt darf sobald nicht bei Netflix starten
Time to Hunt sollte eigentlich längst bei Netflix sein, doch der dystopische Actionthriller darf in Deutschland nicht veröffentlicht werden. Was steckt dahinter?

Update, 17.04.2020: Der Streit um Time to Hunt wurde gelöst. Hier gibt es die Details zum umstrittenen Netflix-Film.

Am 10. April sollte Time to Hunt im Katalog von Netflix erscheinen. Es gab vorher Werbung auf der Seite und bis gestern noch einen Eintrag, der zu Unterseite für den Thriller führte. Mittlerweile ist jede Spur des Films im Programm des Streaming-Dienstes verschwunden.

Time to Hunt wäre das ideale Programm für Fans von Parasite, Train to Busan oder Kingdom gewesen, doch der Film darf nicht bei Netflix in Deutschland erscheinen. Grund ist eine Gerichtsentscheidung.

Time to Hunt - Netflix-Start sollte Kino ersetzen

Vor wenigen Monaten sah das noch ganz anders aus. Kurz nach dem Oscar-Gewinn von Parasite lief Time to Hunt im Programm der Berlinale. Der dystopische Thriller über eine Gruppe von Freunden, die nach einem Überfalls zum Ziel einer Menschenjagd werden, bewies einmal mehr die Energie des südkoreanischen Genrefilms.

Nach der Premiere in Berlin sollte Time to Hunt in seinem Heimatland ins Kino kommen. Auf Grund der Sicherheitsmaßnahmen gegen das Coronavirus wurden in Südkorea jedoch die Kinos geschlossen und Filmstarts aufgeschoben. In diesem Moment trat Netflix auf den Plan. Am 23. März meldete die Korea Times , dass Netflix Time to Hunt am 10. April exklusiv in 190 Ländern veröffentlichen würde.

Gericht stoppt Start: Das steckt hinter dem Rechtsstreit

Einen Tag vor dem geplanten Netflix-Start von Time to Hunt meldete die Korea Times  dann, dass ein Gericht die Veröffentlichung verhindert hat.

Das Netflix-Poster für Time to Hunt

Das Zentrale Bezirksgericht in Seoul hatte einer Anfrage auf eine einstweilige Verfügung stattgegeben. Grund ist ein Rechtsstreit zwischen dem Verleih Little Big Pictures und der ehemaligen internationalen Sales-Agentur des Films, Contents Panda. Die Agentur sieht in dem geplanten Netflix-Start einen Vertragsbruch. Da der Film schon in mehrere Länder weltweit verkauft wurde, sei der Netflix-Deal unzulässig.

Das Gericht gab Contents Panda Recht. Dabei hieß es in der Entscheidung: "Wenn Little Big Pictures den Film im Ausland streamen würde, müsste es Contents Panda 10 Millionen Won (ca. 7500 Euro) pro Tag als Kompensation zahlen."

Daraufhin gab Netflix bekannt, dass es die "Entscheidung des Gerichts respektiere". Die geplante weltweite Veröffentlichung von Time to Hunt wurde gestoppt. Ob es anderweitig zu einer Lösung kommt, ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Der Rechtsstreit zeigt jedoch, wie kompliziert die Lage rund um aufgeschobene Kinostarts im Kontext der Corona-Krise ist - und wie schwierig augenscheinlich einfache Lösungen wie ein Streaming-Start in Wirklichkeit sind.

Time to Hunt: Worum geht es in dem Thriller?

Time to Hunt spielt im Südkorea der nahen Zukunft und beschäftigt sich ähnlich wie Parasite mit den Klassenunterschieden in dem Land. In dieser Zukunft ist Südkorea nämlich ein gescheiterter Staat, der wirtschaftlich brach liegt und dessen Umwelt zerstört scheint.

In dieser Situation kommt Jun-seok (Lee Je-hoon) aus dem Knast. Er will ein letztes Ding drehen und sich dann nach Taiwan absetzen. Dafür trommelt er seine alten Freunde Jang-ho (Ahn Jae-hong) und Ki-hoon (Choi Woo-shik, "Kevin" aus Parasite) zusammen. Gemeinsam überfallen sie eine Untergrund-Spielhölle. Sie ahnen jedoch nicht, dass der geprellte Boss einen echten Menschenjäger auf sie ansetzt. Die Jagd beginnt.

Falls Time to Hunt doch noch in Deutschland im Stream erscheint, erfahrt ihr das hier. Ein größeres Publikum hätte der etwas lange, aber stylische Actionthriller verdient.

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