Neuer Vikings-Höhepunkt: Die Serie ist so radikal wie Game of Thrones

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Vikings mit Alexander Ludwig als BjörnAbspielen
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Vikings mit Alexander Ludwig als Björn
09.02.2020 - 10:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Das Midseason-Finale von Vikings Staffel 6 hat abgeliefert. Speziell durch das tragische Schicksal Björns erreicht die Serie mit Folge 10 eine Düsternis, die beeindruckt.

Achtung, Spoiler zu Vikings! Die Hälfte der 6. Staffel von Vikings ist vorbei und wir können erst einmal durchatmen. Viele Fans dürften das auch bitter nötig haben, denn die letzten Folgen geizten wahrlich nicht mit Schocks. Nachdem wir von Lagertha Abschied nehmen mussten, erwischte es jetzt Björn und vermutlich auch Harald.

Noch nie zuvor haben die Autoren der Serie innerhalb so kurzer Zeit so viele elementare Figuren zum Abschuss freigegeben. Vikings fasste seine Charaktere zwar noch nie mit Samthandschuhen an, doch in Staffel 6 scheint noch mal ein neues Level der Grausamkeit erreicht. Die fatalistischen Zustände erinnern stark an Game of Thrones - im besten Sinne.

Vikings Staffel 6: Björns trauriges Schicksal ist kaum zu ertragen

Die aktuelle Folge Blutiger Strand macht ihrem Namen alle Ehre. 9 Episoden lang wurde die Schlacht in Norwegen vorbereitet und die Vorzeichen waren eindeutig, wir mussten sie bloß lesen: Während Oleg in der Kiewer Rus den Triumph eher gemütlich plante und seinen barbarischen Charakter fast schon beiläufig enthüllte, geriet die Situation in Norwegen unaufhaltsam aus den Fugen.

Vikings: Björns Ende ist gekommen

Nach Ragnars Tod etablierte Vikings Björn (Alexander Ludwig) zunächst zielsicher als die Figur, die unweigerlich in die großen Fußstapfen des legendären Kriegers treten muss. Seit Ende der 5. Staffel ist Björn tatsächlich König von Kattegat, aber von Beginn an brachte ihm das Amt wider Erwarten nur Leid und Schwierigkeiten: Weder seinen kleinen Sohn Hali noch seine Mutter Lagertha konnte er beschützen.

Nicht zuletzt wurde Björn in Staffel 6 um den Rang des ersten Königs über ganz Norwegen gebracht und wahrscheinlich wäre der Konflikt zwischen Harald und ihm eskaliert, wenn mit Oleg und Ivar nicht noch eine größere Gefahrenquelle dazwischen gefunkt hätte. Die erfolgreiche Verteidigung musste derweil scheitern, weil Harald das Land gerade nicht geeint, sondern gespalten hat.

Nun kulminiert in der Folge Blutiger Strand das gesamte Unglück und auf Björn prasselt ein Asche-Regen nieder. Was seinen Tod jedoch erst richtig grausam macht, ist dabei das Zusammenspiel der militärischen Niederlage mit einer bitteren inneren Gewissheit: Björn ist kein zweiter Ragnar. So sehr wir es auch glauben wollten.

Vikings: Ivar führt Björn im Midseason-Finale der 6. Staffel vor

Parallel zur realen Schlacht ziehen die Vikings-Macher in der neuen Folge einen cleveren Dialog zwischen Björn und Ivar auf, um uns tief in das Innenleben des so gar nicht strahlenden Königs blicken zu lassen. Ivar beharrt darauf, dass er der "besondere Sohn" Ragnars ist und Björn das wahre Erbe seines Vaters in Wahrheit gar nicht kennt, gleichwohl er dauernd davon spricht.

Und plötzlich ergibt all das auch noch Sinn. Nach Ragnar muss in Vikings letztlich das Böse triumphieren und wir beobachten hilflos, wie das Elend seinen Lauf nimmt bzw. die Guten buchstäblich aussterben. Durch sein Bekenntnis zur dunklen Seite der Macht bringt Hvitserk die Stimmung auf den Punkt. Was soll in den 10 verbleibenden Episoden der Serie eigentlich noch kommen? Immerhin den einsamen Tod teilt Björn mit seinem Vater - ein zugegeben zweifelhafter Trost.

Ivar aus Vikings: Wie viel Schaden kann er noch anrichten?

Die hervorstechende Qualität der 6. Staffel von Vikings besteht bis hierhin darin, dass wir Figuren bereits von Weitem ins Verderben rennen sehen, aber einfach nicht wegschauen können. Oder es auch gar nicht wollen. Damit macht die Serie es uns schwerer denn je, den ohnehin nahe liegenden Vergleich mit Game of Thrones nicht zu bemühen.

Vikings Staffel 6: Norwegen ist endgültig dem Untergang geweiht

In der aktuellen Vikings-Episode gelingt es Oleg und Ivar, zwei skandinavische Könige auf einen Schlag auszuschalten. Zumindest in Norwegen ist somit nichts mehr wie vorher. Auf Olafs idealistisches (und offensichtlich gescheitertes) Experiment folgt mutmaßlich die Fortsetzung einer Tyrannei, von der Ivar in Staffel 5 nur einen Vorgeschmack liefern konnte.

Harald (Peter Franzén) mag alles andere als ein würdiger König über Norwegen gewesen sein, doch vermutlich werden in Vikings Staffel 6 noch Zeiten anbrechen, in denen wir ihn uns zurückwünschen. Für jemanden wie Björn hingegen ist in der Serie einfach kein Platz mehr, so abrupt das Schwert in Blutiger Strand auch den Weg durch seinen Körper findet. Wurde Lagerthas Tod noch unnötig hinausgezögert, tritt Björn zum goldrichtigen Zeitpunkt ab.

Die Hoffnungen in Vikings ruhen jetzt auf Floki und Ubbe

Kann Vikings noch freudloser werden? Nach momentanem Stand haben vor allem Ubbe und Floki das Potenzial, ihre Heimat noch einmal zu retten. Bis dahin dürfte es allerdings ein weiter Weg sein, zumal wir den Aufenthaltsort des ehemaligen Schiffbauers nach wie vor nicht kennen und der Island-Plot allgemein immer verworrenere Züge annimmt.

  • Vikings: Die ersten 5 Staffeln Vikings sind in Deutschland bei Sky Ticket  zu sehen.

Ich habe nach dem Paukenschlag aus der letzten Folge ehrlich gesagt Angst vor dem 2. Teil der 6. Staffel von Vikings - und das ist verdammt gut so. In den nächsten Monaten sind wir dazu verdammt, uns noch schlimmere Untergangsszenarien auszumalen als die, die wir schon gesehen haben. Wer denkt da ernsthaft noch an Game of Thrones?

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