Obi-Wan-Serie: Star Wars bietet endlich Hoffnung für Prequel-Fans

Ewan McGregor als Obi-Wan in Star Wars - Episode 3: Die Rache der Sith
© 20th Century Fox
Ewan McGregor als Obi-Wan in Star Wars - Episode 3: Die Rache der Sith
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Seit Disney Star Wars übernommen hat, bekommen Fans der originalen Trilogie einen Nostalige-Braten nach dem anderen in den Rachen geschoben. Hier ein aufgewärmtes Krieg der Sterne-Remake namens Das Erwachen der Macht, dort die nachgelieferte Vorspeise Rogue One und nach dem etwas aus der Reihe tanzenden achten Gang Die letzten Jedi, der bei konservativen Geschmäckern leider für Magenverstimmung sorgte, landeten die Reste in der Solo-Schlachtschüssel, die das Kraut auch nicht mehr fett machte.

Das große Fressen hat dafür gesorgt, dass selbst eingefleischte Star Wars-Gourmets mittlerweile den Hals voll haben. Doch bei all der Völlerei gingen die Prequel-Fans leider leer aus. Wer auf Klonkriege, den Jedi-Orden und Coruscant steht, leidet seitdem an einer Hungersnot.

Das Wichtigste zur Obi-Wan-Serie

  • Wir sehen Ewan McGregor - als gebrochenen Obi-Wan.
  • Die Prequels sind keine Meisterwerke, verbreiten aber eine einzigartige Stimmung und behandeln spannende Themen.
  • Die Obi-Wan-Serie darf kein Nostalgie-Fan-Service werden.

Mit den Episoden 1-3 schuf George Lucas zwar keine meisterhaften Filme, aber fügte der Saga eine komplett neue Geschmacksrichtung hinzu, die ich seit der Übernahme von Disney schmerzlich vermisse. Mit der kommenden Obi-Wan-Serie bei Disney+ könnte sich das ändern.

Helft mir, Obi-Wan Kenobi! Ihr seid meine letzte Hoffnung!

Allein die Tatsache, dass Ewan McGregor als Obi-Wan zurückkehrt, ist schon Grund genug, sich als Prequel-Fan auf dessen Serie zu freuen. Der Schotte ist neben Ian McDiarmid als Palpatine das Highlight schlechthin in Teil 1-3. Ihn ein weiteres Mal wiederzusehen, wird automatisch nostalgische Gefühle in mir hervorrufen.

Der Grund für meine Vorfreude ist aber keine plumpe Nostalgie. Wenn ich schreibe, dass ich mir Stoff für Prequel-Fans wünsche, dann heißt das nicht, dass plötzlich an jeder Ecke Podracer stehen sollen und ein tollpatschiger Gungan peinliche Slapstick-Nummern hinlegen soll.

Wenn bei Rogue One plötzlich R2D2 und C3PO durchs Bild wackeln - völlig willkürlich und nur dem Fan-Service wegen - dann haut mich das ja auch nicht vom Hocker. Ich möchte einfach, dass die einzigartige Stimmung der Prequels wieder aufgegriffen und logisch fortgesetzt wird.

Die Faszination der Star Wars-Prequels

Nun spielt die Obi-Wan-Serie acht Jahre nach der Prequel-Trilogie. Also werden Klonkriege, der Jedi-Orden und Coruscant wohl kein fester Teil der Handlung sein. Doch das ist in Ordnung: Erstens weil Star Wars: The Clone Wars eine neue Staffel erhält und diese Aspekte wohl irgendwie abdecken wird.

Zweitens, weil meine Faszination für die Prequels sich vor allem auf einen Aspekt gründet: Den Fall einer Demokratie. Viel zu oft sehen wir in Filmen und Serien, wie sich eine Gruppe moralisch integerer Helden gegen ein finsteres Imperium auflehnt. Das Gegenteil ist nur selten der Fall.

In den Prequels ist der Böse der Underdog, der sich gegen eine etablierte Ordnung wendet, die zwar alles andere als perfekt ist, aber dennoch für viele Jahrhunderte Frieden steht.

Die Art und Weise wie Senator Palpatine es dennoch schafft, einen von der eigenen Hybris geblendeten Jedi-Orden an der Nase herumzuführen, während er die demokratische Republik immer weiter korrumpiert, fasziniert mich schon lange und ist gerade heute, in Zeiten aufkeimender autoritärer Herrscher, von schockierender Aktualität.

Obi-Wans Scheitern

Doch was hat das eigentlich mit Obi-Wan zu tun? Sehr viel, denn ohne sein Versagen als Meister von Anakin Skywalker (Hayden Christensen), wäre Palpatines Plan nicht aufgegangen. Die Republik hätte die Klonkriege überlebt, der Jedi-Orden wäre nicht beinahe ausgerottet worden und in Coruscant, der Hauptstadt der Republik, säße kein skrupelloser Imperator, dessen einziges Ziel die größtmögliche Macht ist.

Um es noch mal klar zu machen: Ich halte Episode 1-3 nicht per se für gute Filme. Aber die Gewissheit des Scheiterns, die über der gesamten Prequel-Trilogie liegt, verleiht ihr einen enorm düsteren Subtext.

Bisher war nach Die Rache der Sith leider Schluss. Wir haben die Vernichtung der Jedi erlebt, doch das wahre emotionale Potential der Tragödie, gerade für Obi-Wan, hat Star Wars noch nicht ausgereizt.

Mein Wunsch für die Obi-Wan-Serie

In Episode 4 und Star Wars Rebels sehen wir einen stark gealterten Exil-Jedi, der sein galaktisches Versagen mit stoischer Gelassenheit hinzunehmen scheint. Ich hoffe, dass die Wunde in der Obi-Wan-Serie - acht Jahre nach der Tragödie - noch frisch ist.

Ich möchte einen Ewan McGregor sehen, der seine charmante Eloquenz aus den Prequels mitnimmt, sie aber auch mit der emotionalen Zerrissenheit mischt, die sein hitziges Duell mit Anakin aus Die Rache der Sith so mit Bedeutung füllte.

Ich möchte einen von Schuldgefühlen geplagten Obi-Wan sehen, dessen Optimismus und Pflichtgefühl ihn aber dennoch motivieren, auf gefährliche Missionen zu gehen, um zu retten, was zu retten ist.

Sollten die Macher das beherzigen, bin ich zuversichtlich, dass uns ein sinnvolles Bindeglied zwischen Prequel- und Original-Trilogie erwartet und nicht nur eine unreflektierte Reaktion auf die laute Forderung der Fans, Ewan McGregor als Obi-Wan zurückzuholen.

Was wünscht ihr euch von der Obi-Wan-Serie?

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