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Quentin Tarantino: Fünf Vorschläge für den finalen 10. Film des Kultregisseurs

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© Senator
Quentin Tarantino
01.09.2019 - 08:50 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Nach Once Upon a Time in Hollywood will Quentin Tarantino nur noch einen Film drehen. Wir haben uns überlegt, wie das perfekte Finale aussehen müsste.

Als Fan von Quentin Tarantino kann es einem mittlerweile schon etwas mulmig werden. Seit Jahren betont der Regisseur von populären Meisterwerken wie Pulp Fiction und Inglourious Basterds, dass er in seinem Leben nur zehn Filme drehen möchte. Der kürzlich erschienene Once Upon a Time ... in Hollywood war der neunte, es bleibt also nur noch ein einziger Tarantino-Film übrig.

Auch wenn wir aktuell noch nicht ganz davon überzeugt sind, dass der Kultregisseur seine Drohung wahr machen und tatsächlich nur noch einen Film drehen wird, haben wir ihn beim Wort genommen und uns überlegt: Was wäre denn der perfekte Abschluss für die Filmografie von Quentin Tarantino? Hier sind unsere Wünsche für dessen finalen 10. Film.

Patrick wünscht sich einen Horrorfilm

Gerade nach seinem aktuellen Film Once Upon a Time in Hollywood wünsche ich mir von Quentin Tarantino für sein finales 10. Werk nichts sehnlicher als einen Horrorfilm. Schon die Sequenz, in der Brad Pitt als Cliff Booth vom Manson-Girl Pussycat auf die Spahn Ranch gelockt wird, wo die anderen Anhängerinnen des Kult-Anführers bedrohlich im Hintergrund lauern, hat die intensiv knisternde Atmosphäre eines Horrorfilm.

Für einen reinen Horrorfilm sollte Tarantino idealerweise ein Kammerspiel-Setting wählen, in dem die Figuren einander ausgeliefert sind. Neben der bedrohlich-flirrenden Ausstrahlung der Spahn Ranch in Once Upon a Time in Hollywood erreichte der Regisseur auch mit seinem vorherigen Film The Hateful 8 bisweilen Horror-ähnliche Ausmaße.

Once Upon a Time in Hollywood zeigt, dass Tarantino auch Horror könnte.

Wenn sich die Figuren, eingesperrt in einer Hütte inmitten eines schweren Schneesturms, langsam gegenseitig an die Gurgel gehen und vergiftete Opfer ganze Schwälle an Blut erbrechen, wähnt man sich bereits in einem schrecklichen Horrorfilm. Die passendste Referenz für einen Tarantino-Horrorfilm wäre vermutlich John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt.

Für Quentin Tarantinos Horrorfilm könnte ich mir eine Geschichte vorstellen, in der eine Gruppe von Figuren in einem Ausnahmezustand (ein Virus oder eine Zombie-Epidemie?) in einem Raum oder Gebäude eingesperrt sind, während nach kurzer Zeit einer von ihnen infiziert wird und sich die grausame Gefahr langsam ausbreitet. Neben ausgedehnten Horror-Spannungssequenzen, die in Tarantino-typischer Gewalt eskalieren, würde der Horrorfilm des Meisters des geschliffenen Dialogs auch von vielen paranoiden Dialoggefechten leben, in denen sich die Figuren gegenseitig misstrauen. (PR)

Benjamin wünscht sich einen Film übers Filmemachen

Quentin Tarantino ist für vieles bekannt: Virtuose Dialoge, explosive Gewaltexzesse und haufenweise Referenzen. Kein anderer Regisseur suhlt sich so gerne in kleinen Hommagen und liebevollen Andeutungen an die Filmhistorie. Mittlerweile hat der Kultregisseur aber selbst Geschichte geschrieben. Wie wäre es also, wenn er sich zum Abschied vor allem selbst referenziert und das ganze auf die metamäßigste Metaebene überhaupt hievt.

Im Zentrum der Gesichte steht ein Regisseur, gespielt von George Clooney (der alten From Dusk Till Dawn-Zeiten wegen), der sterbenskrank ist. Ihm bleibt gerade noch die Zeit, um einen letzten Film zu drehen. Wir begleiten ihn von der Idee bis zur Umsetzung. Sein Cast besteht natürlich aus Tarantino-All-Stars wie Samuel L. Jackson, Michael Madsen und Uma Thurman.

Marcello Mastroianni als verzweifelter Regisseur in Achteinhalb

Leider läuft es bei dem Film nicht allzu rund, Schauspieler springen mitten in der Produktion ab und müssen ersetzt werden, ein Stuntman verliert eines oder mehrere Körperteile und dem Regisseur fehlt das Geld, weshalb er das Projekt von einer kriminellen Bande finanzieren lassen muss, die immer ungeduldiger wird.

Eine Geschichte über einen Regisseur in der Schaffenskrise à la Achteinhalb von Federico Fellini oder Leid und Herrlichkeit von Pedro Almodóvar, nur eben im Stile eines Tarantino, inklusive knackiger Dialoge, dem ein oder anderen blutigen Gewaltakt und smarten Referenzen auf seine vergangenen neun Filme: Das möchte ich sehen. (BH)

Hendrik wünscht sich ein Ehedrama

Ende der Achtziger. New Hollywood stirbt und die Wohlstandsversprechen der wirtschaftlich entfesselten Reagan-Ära rütteln an den Werten der amerikanischen Kernfamilie. Wir sind in L.A.. David Lynch beeinflusst mit Blue Velvet eine ganze Generation Filmemacher, die die rauen 90er Jahre prägen wird.

Ein von den neuen filmischen Strömungen verunsicherter Regisseur, der noch genug schöpferische Energie hat, um Schwingungen wahrzunehmen, nicht aber, sie umzusetzen, dreht einen Liebesfilm, zu dem seine Ehefrau das Drehbuch schreibt. Sie kabbeln sich immerzu wegen waghalsiger Revisionen am Skript, die der verunsicherte Regisseur dickköpfig durchdrückt.

Maya Hawke aus Stranger Things hatte auch eine Rolle in Once Upon a Time in Hollywood

Ihre Tochter, nennen wir sie Beatrice, streunt derweil abgestumpft von Drogen und romantisch verdorben von John Hughes-Filmen durch ein L.A. im Winter, wie es Bret Easton Ellis vielleicht beschrieben hätte. Mir schwebt eine Art Der Eissturm vor, verlegt in die Filmwelt. (HB)

Esther wünscht sich den etwas anderen Star Trek-Film

Dass Tarantino einen Star Trek-Film drehen könnte/sollte/wird, ist schon länger in aller Munde. Doch obwohl er als einer der Regisseure bekannt ist, der immer wieder mit originellen Stoffen punktet, würde ich zu gerne sehen, wie er sich in einem großen Franchise wie Star Trek schlägt. Würde die große Marken-Maschinerie seine Handschrift verdecken oder würden sich alle anderen der Kunst des Tarantinos unterordnen?

Bekommen wir einen Star Trek-Film von Quentin Tarantino?

Fest steht, dass Tarantinos Star Trek bestimmt ein sehr spaßiger Film werden würde, denn da er bereits ein "Gangster-Element" versprach und das Projekt als "Pulp Fiction im Weltraum" beschrieb, ist bei mir der Kopfkinoprojektor bereits heißgelaufen. Tarantino versteht es nun einmal, viele Handlungsstränge und Figuren an unterschiedlichsten Orten zu einer runden Erzählung zu verbinden. Sicher würde er nicht nur Kirk und Spock in den Blick nehmen.

Bei so einem großen Raumschiff wie der Enterprise könnte das Raumschiff damit endlich einmal über die Brücke und den Maschinenraum hinaus ausgelotet werden. Und natürlich dürfen Samuel L. Jackson als Bösewicht und Christoph Waltz als Alien mit deutschem Akzent nicht fehlen. (ES)

Jenny wünscht sich ein Musical von Quentin Tarantino

Seine halbe Filmografie könnte als Musical durchgehen, doch noch hat Quentin Tarantino kein reines Musical gedreht. Hier bieten sich alle möglichen Formen an, etwa als Pastiche des Genres wie in Kill Bill. Stellt euch ein Musical vor, das vom frühen Tonfilm über Disney-Zeichentrick zum MGM-Glanz und vielleicht auch nach Indien führt. Alles ist möglich, wenn sich anderswo Anime-Sequenzen in Live-Action-Filme schleichen können.

Wagt sich Tarantino an ein Musical wie Du sollst mein Glückstern sein?

Ich träume derweil von einer Art Aviator im Musical-Gewand, vielleicht angelehnt an eine der großen Figuren des klassischen Hollywood-Kinos. Die Einwanderer-Biografien von Carl Laemmle (Universal) oder Jack L. Warner geben viel her, ebenso die schwierige Persönlichkeit von Produzentenlegende David O. Selznick (Vom Winde verweht). Jedenfalls: Irgendwas mit Musik und Tanz, das Robert Richardsons Kamera mal so richtig an den Rande des Kollaps bringt. Schade eigentlich, dass sich Baz Luhrmann schon Elvis geschnappt hat ... (JJ)

Was wünscht ihr euch als letzten Film von Quentin Tarantino?

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