Rian Johnson - Ein neuer Architekt für das Star Wars-Universum

Rian Johnson bei den Dreharbeiten von Star Wars: Die letzten Jedi
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Vor wenigen Stunden verkündete Lucasfilm in Form einer schlichten Pressemitteilung, dass Rian Johnson eine neue Star Wars-Trilogie in Stellung bringen wird, die sich den unentdeckten Territorien im Star Wars-Universum widmen und mit neuen Figuren von der Skywalker-Saga entfernen soll. Darüber hinaus kündigte Disney hat, dass sich eine Live-Action-Serie in Arbeit befindet, die sich dem Krieg der Sterne aus serieller Perspektive annähert und auf dem hauseigenen Streamingservice veröffentlicht wird, der ab 2019 die VoD-Landschaft aufmischen soll. Das sind zweifelsohne die größten Neuigkeiten des Franchises, seit Disney vor fünf Jahren im Zuge der Übernahme von Lucasfilm die Sequel-Trilogie ankündigte, deren mittleres Segment, Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi, nächsten Monat in die Kinos kommt und ebenfalls von Rian Johnson inszeniert wurde.

Der Beginn einer neue Ära an Star Wars-Filmen

Dass in den nächsten Jahren deutlich mehr als die bisher angekündigten Star Wars-Filme ins Kino kommen werden, dürfte an dieser Stelle niemanden überraschen. Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy spricht seit einiger Zeit davon, dass im Writer's Room angestrengt über Geschichte nachgedacht wird, die im Verlauf der nächsten Dekade erzählt werden können. Überraschend ist dagegen Rian Johnsons Bereitschaft, für eine solche Mammutaufgabe zurückzukehren, nachdem er zuletzt dem Regie-Posten von Star Wars: Episode IX eine Absage erteilte. Anstelle der Verantwortung, eine bereits etablierte Trilogie zum Abschluss zu bringen, lastet nun die Bürde des Neustarts auf den Schultern des Regisseurs und Drehbuchautors, der Lucasfilm bis dato offenbar in allen Belangen zufriedengestellt hat - und das ist alles andere als selbstverständlich.

Rückblickend waren die letzten Monate an Star Wars-Nachrichten vorzugsweise mit kreativen Differenzen und dem (un-)freiwilligen Ausstieg vieler Filmemacher verbunden. Josh Trank, Phil Lord, Christopher Miller und Colin Trevorrow sind die Namen der vier Filmemacher, die vorzeitig entlassen und durch zuverlässigere Namen ersetzt wurden. Wenn Kathleen Kennedy aktuell über Solo: A Star Wars Story spricht, ignoriert sie förmlich das Chaos hinter den Kulissen, das schlussendlich dazu geführt hat, dass Ron Howard große Teile des Films komplett neu drehen musste. Über Rian Johnson dagegen hat sie bisher kein schlechtes Wort verloren. Ein ganzer Absatz der eingangs erwähnten Pressemitteilung gestaltet sich geradezu als Liebesbrief an jenen Regisseur, der es mit nur einem Film geschafft hat, zum Weichensteller des Star Wars-Franchise zu avancieren.

Auf der Suche nach einem Architekten für das Star Wars-Universums

Lucasfilm ist offensichtlich von Star Wars: Die letzten Jedi begeistert - und das ist nicht nur ein gutes Zeichen für die Fans, die voller Vorfreude die neue Episode erwarten. Nach all den gescheiterten Versuchen, mit jungen Regisseuren und deren eigener Handschrift zu arbeiten, sieht es ganz so aus, als hätte Rian Johnson, der bei Star Wars: Die letzten Jedi nicht nur Regie führte, sondern ebenfalls im Alleingang das Drehbuch schrieb, einen gesunden Mittelweg gefunden, um seine eigenen Vorstellungen mit den Erwartungen von Lucasfilm zu vereinen. Wo sich zuvor J.J. Abrams und Lawrence Kasdan als Schirmherren des neuen Star Wars-Kanons empfohlen haben, bricht nun die Ära Rian Johnson an, der sich so weit aus dem Fenster lehnen darf wie kein anderer der aktuellen Star Wars-Macher. Rian Johnson könnte für bedeutend mehr frischen Wind sorgen als gehofft.

Wenngleich sich Lucasfilm sehr bedeckt hält, was Informationen zu Rian Johnsons neuer Star Wars-Trilogie anbelangt, so verstecken sich in der Ankündigung klar Worte: Das nächste Star Wars-Kapitel entfernt sich vom roten Skywalker-Faden und stellt neue Figuren aus der weit entfernten Galaxis in den Vordergrund. Das kann natürlich immer noch alles bedeuten, entscheidend ist aber das Wissen darüber, was die neue Trilogie nicht ist. Nun steht Rian Johnson - mit genügend Planungszeit - vor einer komplett weißen Wand und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, die das Versprechen unentdeckter Welten dieses riesigen Universums einlöst. Nach den fünf Filmen, die bis 2019 erschienen werden, steht Star Wars nun zum ersten Mal seit den wagemutigen Prequels vor der Möglichkeit, sich neu zu erfinden und aus seiner Komfortzone zu bewegen.

Die Chance des unentdeckten Star Wars-Lands

Selbst wenn die neue Trilogie höchstwahrscheinlich nie so radikal ausfallen wird wie George Lucas' geupdatete Vision seines Weltraummärchens, findet sich das Franchise gerade an einem spannenden Wendepunkt und erweist sich als so formbar wie schon lange nicht mehr. Die Live-Action-Serie könnte sich dabei als willkommene Brücke offenbaren, um neue Wege auszuprobieren, die Star Wars bisher nicht gegangen ist, obgleich die Bereitschaft zum Risiko weiterhin infrage steht. Als kürzlich Stephen Daldry mit einem potentiellen Obi-Wan Kenobi Star Wars Anthology Film in Verbindung gebracht wurde, lag die Tendenz nahe, dass sich Lucasfilm darauf geeinigt hat, fortan die sichere Schiene zu fahren. Das Vertrauen, das nun Rian Johnson als Architekt der Zukunft von Star Wars entgegengebracht wird, erweist sich dagegen als hoffnungsvolles Signal.

So wenig wir bisher über die neue Trilogie wissen und über Star Wars: Die letzten Jedi urteilen können, trat Rian Johnson bisher als zuversichtliche und vermittelnde Kraft zwischen den Fronten auf und ist womöglich deswegen die beste Wahl, um eine neue Truppe an talentierten Schauspielerin und Filmemachern zusammenzuführen. Rian Johnson strahlt dabei eine Mischung aus neugieriger Leidenschaft und vollkommener Gelassenheit aus. Wenn er etwa von den filmischen Einflüssen auf Star Wars: Die letzten Jedi spricht, blitzt ein Filmemacher durch, der sich aufrichtig um Star Wars kümmert. Ebenso bringt er ein Gespür für das Handwerk und die Thematik mit. Sich auch nur vorzustellen, wie Rian Johnsons Prequels aussehen würden, sorgt in diesem Augenblick für pure Aufregung. Hoffentlich gelingt ihm dieses Vordringen an den Rand des Universums.

Was erwartet ihr von Rian Johnsons neuer Star Wars-Trilogie?

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