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Star Wars: Die Rache der Sith ist mächtiger, als Episode 9 je sein wird

Die Rache der Sith – Digital-Release Trailer (Deutsch)
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© 20th Century Fox
Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith
04.10.2019 - 18:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Die Star Wars-Prequels haben eine bestimmte Qualität, die ich in den Disney-Sequels vermisse. Die Rache der Sith schöpft daraus seine überwältigende Stärke.

Als Fan der Sternensaga warte ich derzeit voller Vorfreude auf Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers. Es ist der erste Abschluss einer Star Wars-Trilogie seit Episode 3 - Die Rache der Sith und dementsprechend hoch sind die Erwartungen. Doch das Ende der Skywalker-Saga wird wohl nie eine solch emotionale Intensität erreichen wie das fulminante Finale der Prequel-Trilogie.

Die Rache der Sith hat nämlich genau das, was die aktuellen Filme unter der Herrschaft Disneys schmerzlich vermissen lassen: Eine spürbare Verbindung zwischen den Helden und der weitläufigen Welt, in der sie leben. Die Prequels geben mir das Gefühl, in ein fremdes Universum einzutauchen, während ich mir bei den Sequels vorkomme, als würde ich einem kleinen Konflikt ein paar weniger Figuren folgen.

  • Am heutigen Freitag, dem 4. Oktober 2019 um 20:15 Uhr läuft Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith auf ProSieben.
  • Disneys Star Wars-Filme fokussieren sich zu sehr auf die einzelnen Figuren und vernachlässigen das große Ganze.
  • In den Prequels sind die Helden und Schurken deutlicher mit dem Schicksal des Universums verknüpft. Die Konflikte bekommen eine größere Dimension.
  • Die Rache der Sith hat eine emotionale Macht, die Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers kaum erreichen wird.

Den Star Wars-Sequels fehlt die nötige Tragweite

Um deutlich zu machen, warum mich Die Rache der Sith so begeistert, möchte ich zuerst darlegen, was bei Star Wars in letzter Zeit zu kurz kommt. Sowohl Das Erwachen der Macht als auch Die letzten Jedi sind so sehr mit den inneren Konflikten ihrer Figuren beschäftigt, dass die riesige Welt um sie herum verblasst.

J.J. Abrams hat mit seiner Episode 7 gezeigt, dass er sich für die großen Zusammenhänge im Star Wars-Kosmos nicht interessiert. Plötzlich ist ein neuer Feind da, mächtiger als das Imperium, mit einem noch größeren Todesstern und einem zuvor unbekannten Machtnutzer, dem eine ganze Armee zu Füßen liegt.

Nichts davon bekommt eine plausible Begründung. Die Machtverhältnisse in Das Erwachen der Macht wirken völlig willkürlich, der Sieg der Rebellen in der Original-Trilogie verkommt zum temporären Zwischensieg.

Woher hat die Erste Ordnung in Star Wars 7 all ihre Macht?

In Abrams' Star Wars spielt Politik keine Rolle. Demonstrativ vernichtet die Starkiller Base in Episode 7 das komplette System, in dem die neue Republik ihren Sitz hat, ohne uns dieses zuvor auch nur einmal näher zu bringen.

Abrams schafft es, den wohl größten Völkermord in der Geschichte von Star Wars so belanglos zu inszenieren, dass wir ihn kaum als solchen wahrnehmen. Wir haben keinen Bezug zu den pulverisierten Planeten, sehen niemanden, den der Verlust direkt betrifft. Mehr als eine nette Lichtshow bietet uns der Todeslaser nicht.

Episode 8 ist mehr Psychodrama als Weltraum-Epos

Auch Rian Johnson liefert keine Antworten auf dringende Fragen und scheitert wie Abrams daran, die Tragweite seiner Geschichte zu vermitteln. Episode 8 spielt fast ausschließlich in Raumschiffen und auf verlassenen Planeten. Im Fokus der Geschichte steht die Selbstfindung von Rey, das Trauma von Luke, die Zerissenheit von Kylo Ren, der Hochmut von Poe und die Liebesgeschichte von Finn und Rose.

Das alles wäre auch kein Problem, wenn sich die Welt von Star Wars dadurch nicht so klein anfühlen würde.

Star Wars 8 beschäftigt sich intensiv mit den Figuren, aber nicht mit deren Welt.

Einzig und allein der viel kritisierte Ausflug ins Casino auf Canto Bight zeigt uns, dass in der fiktiven Welt tatsächlich noch andere Personen existieren als die bekannten Helden und Schurken. Doch liefert die kurze Sequenz auch nur einen kleinen Ausschnitt eines sehr spezifischen Milieus. Dabei ist es gerade die Verbindung der Helden mit dem Schicksal der Galaxis, aus dem das Star Wars-Franchise seine überwältigende Größe schöpft.

Die Konflikte der Star Wars-Prequels haben eine galaktische Dimension

Die Rache der Sith und seine Vorgänger sind den Star Wars-Filmen von Disney zumindest in einem Aspekt weit überlegen. Die Prequels schaffen eine Welt, in der die Einzelschicksale unserer Helden mit der Alltags-Politik und auch mit der davon betroffenen Gesellschaft untrennbar verknüpft sind.

Ob beim Podrennen auf Tatooine in Die dunkle Bedrohung mit Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Systemen oder dem Nachtleben Coruscants in Angriff der Klonkrieger, wo sich das Gesindel der Hauptstadt herumtreibt. Die Prequels geben einem das Gefühl, dass unsere Protagonisten Teil eines riesigen Universums sind, mit unzähligen Spezies und Planeten, die alle am Schicksal der Republik teilhaben.

Die Politik in den Prequels bereichtert die Star Wars-Saga.

Die Senatssitzungen in diesen Star Wars-Teilen werden oft als unnötiges Beiwerk kritisiert, doch sind sie essentiell wichtig, um der Fantasy-Welt ein glaubwürdiges Fundament zu verleihen und uns die interstellare Demokratie näher zu bringen, von der letztendlich jeder Bewohner der Galaxis betroffen ist.

Anakin, der Jedi-Orden, Palpatine, die Klonkriege, Padme und der Senat. Jede der Figuren und Institutionen ist direkt oder indirekt ein politischer Akteur und so eng miteinander verzahnt, dass jeder persönliche Konflikt zwischen ihnen galaktische Konsequenzen haben kann.

Episode 3 ist der fulminante Höhepunkt der Star Wars-Saga

Wenn sich Obi-Wan und Anakin im flammenden Inferno Mustafars gegenüber stehen, ist das nicht nur ein persönlicher Konflikt, sondern auch ein Abgesang auf den einstigen Hoffnungsträger der Republik.

Wenn Yoda im Duell mit Palpatine die Senatsplattformen um die Ohren fliegen, ist das nicht nur eine Kampftechnik des Sith-Lords, sondern auch ein Symbol dafür, dass dieser nun die gesamte Republik in seiner Gewalt hat.

Mit Anakin Skywalker steht und fällt in Episode 3 das Schicksal der Galaxis.

Wenn Padme mit all ihrer bedingungslosen Liebe für Anakin den Hass in Anakin nicht stoppen kann, geht damit nicht nur ihre Beziehung, sondern die gesamte demokratische Grundordnung der Galaxis flöten.

Obi-Wan, Yoda und Padme: Das Scheitern der Republik ist auch ein Scheitern dieser drei Figuren. Die politischen und privaten Konflikte in Die Rache der Sith schaukeln sich gegenseitig immer weiter hoch und verleihen dem Prequel-Finale eine emotionale Wucht, von der die Disney-Sequels nur träumen können.

Die Rache der Sith vs. Star Wars 9

Doch was bleibt uns für Star Wars 9? Rey und Kylo sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass ihnen das Schicksal der Welt egal zu sein scheint. Wir haben immer noch keine Erklärung für den Aufstieg der Ersten Ordnung und wissen nicht, ob irgendjemand außerhalb des Widerstand überhaupt unter dem Nachfolger des Imperiums leidet.

An das emotionale Gewicht von Die Rache der Sith wird Star Wars 9 wohl nicht herankommen.

Fast alle Hauptfiguren schöpfen ihre Motivation aus inneren Konflikten, doch außer Leia scheint keine von ihnen zu wissen, wofür sie wirklich kämpfen. Mir ist zwar klar, dass das Schicksal der Galaxis von Rey, Finn und Poe abhängt, doch die Filme geben diesen wichtigen Umstand überhaupt nicht wieder.

Egal wie Star Wars 9 ablaufen wird. Ich bezweifle, dass mich das Finale der Sequel-Trilogie emotional so abholen wird wie der Abschluss der Prequels mit Die Rache der Sith. Dafür fehlt dem Konflikt einfach die Größe.

Was haltet ihr von Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith?

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