Trotz wütenden Netflix-Fans: He-Man zu ersetzen ist die beste Entscheidung in Masters of the Universe

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Masters of the Universe: Revelation
28.07.2021 - 10:30 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Viele alte Fans zeigen sich vom Masters of the Universe-Revival auf Netflix enttäuscht. Dabei war es genau die richtige Entscheidung, He-Man in den Hintergrund treten zu lassen.

Liebgewonnene Kindheitserinnerungen sind für viele Film- und Serien-Fans ein wunder Punkt. Das Netflix-Revival der legendären Zeichentrick-Serie He-Man - Tal der Macht säte viel Vorfreude - aber auch ein wenig Zweifel, ob der Streamingdienst die Story um den kraftstrotzenden He-Man wohl angemessen aufbereiten könnte. Jetzt ist Masters of the Universe: Revelation auf Netflix erschienen - und viele Fans sind außer sich.

Die Gegenmeinung: Das sagt unser Kollege Yves über die Serie

Masters of the Universe Revelation und der Umgang mit He-Man: So verärgert man Fans!
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Netflix-Fans wütend: He-Man wird in neuer Action-Serie ersetzt

"Masters of the Universe: Revelations ist eine totale Schande", schreibt ein Nutzer auf Twitter etwa. "Ein Köder von kulturellen Vandalen, der He-Man und Skeletor und Moss Man zerstört und nichts übrig lässt als eine Teela-Serie. Ekelhaft!"

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Die Kritik, so heftig sie auch ausfallen mag, hat einen wahren Kern: Das von Kevin Smith (Dogma) verantwortete Revival verfolgt tatsächlich einen neuen Ansatz. Masters of the Universe: Revelation beginnt allerdings in einer für alle Fans der 80er-Serie vertrauten Situation.

He-Man (engl. Stimme: Chris Wood) muss seinen Planeten Eternia und die sagenumwobenen Burg Grayskull vor dem machtgierigen Skeletor (Mark Hamill) und seinen finsteren Handlangern beschützen. Nur wenige wissen außerdem, dass sich hinter dem muskulösen He-Man Adam verbirgt, der Prinz Eternias. So weit, so bekannt. Doch dann schlägt Smiths Version eine ganz neue Kerbe ein. Vorsicht, Spoiler!

He-Man opfert sich nämlich für seine Schutzbefohlenen und vernichtet Skeletor dabei ein für alle Mal. Nach seinem Ableben konzentriert sich die Serie auf He-Mans Ex-Mitstreiterin Teela (Sarah Michelle Gellar) als neue Hauptfigur, die sich von Adams Geheimexistenz schwer verraten fühlt und sich vom Königshof Eternias abgewandt hat.

Netflix hat für Masters of the Universe: Revelation die richtige Entscheidung getroffen

Wird als Hauptfigur in Revelation ersetzt: He-Man

Genau an dieser überraschenden Wendung haben einige Fans Anstoß genommen: In einer He-Man-Serie solle eben auch He-Man drin sein, so der Gedanke. Gerade Fans der alten Serie freuen sich allerdings darüber, dass mit Teela zum ersten Mal eine Nebenfigur im Zentrum steht – und eine besonders spannende noch dazu.

"Die Leute sind aus den falschen Gründen von Revelation angepisst", schreibt ein Fan etwa. Es ging immer um die [Heldengruppe der] Masters of the Universe. Und nie nur um He-Man."

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Tatsächlich bietet der Masters of the Universe-Kosmos viel mehr als nur den kraftstrotzenden Weltenretter. Gerade spannende Figuren wie Teela, Man-at-Arms (Liam Cunningham) oder Evil-Lyn (Lena Headey) wurden in der Original-Serie selten tiefgründig durchleuchtet. Dennoch lernten die Fans sie lieben – und wünschen sich mehr von ihnen. Warum die Chance nun mit einer neuen Serie nicht nutzen?

Netflix modernisiert das alte He-Man-Konzept

Wer sich die ursprüngliche 80er-Serie zurückwünscht, sollte sich fragen, ob sie den eigenen aktuellen Ansprüchen denn gerecht werden würde. Für viele ist sie eine schöne Kindheitserinnerung, deren Rechtmäßigkeit niemand bezweifeln sollte. Aber sie war auch auf ein kindliches Publikum zugeschnitten, bot wenig charakterliche Hintergründe oder Story-Entwicklungen, die über die Grenzen einer Episode hinaus Bestand hatten.

Teela ist schwer von Adams Geheimniskrämerei getroffen

Kevin Smiths Ansatz war es erklärtermaßen, die Fans der Original-Serie anzusprechen (via Variety ). Aber das bedeutet nicht, deren kindliches Konzept zu reproduzieren, sondern vielmehr aus ihrer Grundsubstanz eine Serie für die Erwachsenen zu machen, die mit den Masters of the Universe aufgewachsen sind.

Das bedeutet etwa, dass Storys nicht auf Episodenlänge gekürzt sind. Es bedeutet, dass Emotionen ein ernsthafter Platz zugewiesen wird, dass Figuren schwer an ihren Entscheidungen zu tragen haben. Dass Figuren sterben können. Und ihr Tod eine massive Wirkung auf ihre gesamte Umwelt hat. Wie könnte man nach dieser Philosophie He-Man ernster nehmen, als ihn (vorerst) sterben zu lassen?

Wer Smith und seine Loyalität gegenüber seinen Kindheitseinflüssen kennt, dürfte verstehen, dass He-Man in Revelation niemals tot bleiben wird. Wichtig ist aber, dass er sterben kann – und sein Tod Konsequenzen hat. He-Man sterben zu lassen und die Trauer darüber in einer neuen Hauptfigur zu verankern, ist nicht nur eine mutige, sondern eine großartige Entscheidung.

Masters of the Universe: Revelations drückt neuen Netflix-Zeitgeist aus

Skeletor wird gleich zu Beginn der Serie besiegt

Einige Fans stören sich dabei vor allem an der Tatsache, dass es sich bei der neuen Hauptfigur um eine Frau handelt. Sie sehen ihre Kindheit ausradiert durch eine rücksichtslos progressive Netflix-Politik. Dabei ist das haltlose Hysterie.

Es ist Netflix' erklärtes Ziel, mit seinen Inhalten keine Bevölkerungsgruppen auszugrenzen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die neue He-Man-Serie mit eigenständigen weiblichen Figuren geupdatet wird. Das ist kein politischer Affront, sondern sollte mittlerweile einfach Standard sein. Natürlich ist es ein besonderer Fall, ausgerechnet die Hauptfigur auszutauschen. Aber auch das hat gute Gründe.

He-Man durch Teela zu ersetzen gibt der Serie den nötigen Raum, um ihre Figur zu ergründen. Damit wird He-Man auch nicht ausgelöscht, sondern vielmehr aus einer anderen Perspektive betrachtet: In Teelas Wut und Enttäuschung findet sich auch die Bedeutung He-Mans für seine Umwelt wieder.

Die neue Heldentruppe in Revelation

Hat die Originalserie jemals so die Bedeutung ihrer Hauptfigur herausgestellt? Masters of the Universe tut genau das und öffnet sich gleichzeitig für eine größere Gruppe Fans als nur zehnjährige Jungs. Mit dem Fokus auf Teela tut die Serie sowohl nicht-männlichen Fans wie auch ihrer Figur He-Man einen Gefallen. Es war die beste Entscheidung, die Kevin Smith hätte treffen können.

He-Man-Fans sollten den 2. Teil der Staffel auf Netflix abwarten

Abgesehen davon ist ein Großteil der Kritik schlicht vorschnell. Erst mit dem zweiten Teil der ersten Staffel im Winter 2021 oder Frühling 2022 wird klar werden, über welche verschlungenen Story-Pfade die neue Serie das Heldentum Teelas und die Bedeutung He-Mans erzählen will. Wenn das Smiths Ziel ist, kann He-Man von mir aus fünfmal sterben.

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