Von Freddy Krueger bis Pennywise: Horrorfilme im Kino sind mein Tod

Horrorfilme im Kino sind mein Tod
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Horrorfilme im Kino sind mein Tod
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Volontärin bei Moviepilot. Sozialisiert von Pippi Langstrumpf und 90er Jahre Anime. Immer auf der Suche nach packender, lustiger, schöner Filmmusik.

Horrorfilme machen mich psychisch fertig. Schon zuhause, wo ich jederzeit auf Pause drücken oder einfach auf Glücksbärchis umschalten kann, bin ich mit den Nerven am Ende. Horrorfilme im Kino sind aber eine ganze Nummer härter. Die machen mich schlicht kaputt.

Im Kino muss ich meine Augen schließen, mir die Ohren zuhalten und mich aus dem Saal in eine schöne Welt rausdenken, um dem Film und den Gefühlen, die er auslöst, kurz zu entfliehen. Anderenfalls fühlt es sich an, als würde ich eingehen und als verlöre ich den Verstand. Mein kompletter Körper ist angespannt und voller Schrecken, der schreit: "Weg hier!"

Horrorfilm-Dilemma wegen Liebe

Natürlich weiß ich, dass ich den Kinosaal jederzeit verlassen kann. Ein Horrorfilm ist schließlich nichts, was man sich "antut". Doch auf eine gewisse Weise tue ich mir Horrorfilme an.

Sie treiben mich in den Wahnsinn, verfolgen mich im Traum und machen mir manchmal das Leben zur Hölle, wenn ich abends alleine bin. Doch ich kann nichts dagegen machen - ich liebe sie.

Mein Leben wäre um einiges leichter, wenn ich sagen könnte, dass ich nichts mit Horrorfilmen anfangen kann, weil sie mir Angst machen.

Dann könnte ich einfach die Finger von ihnen lassen, ein ruhiges Leben leben, entspannt durch verlassene Dörfer laufen, durch dunkle Felder spazieren, furchtlos um die Ecke in meiner Wohnung gehen und gelassen vor dem Spiegel stehen (ohne aus heiterem Himmel "Bloody Mary" zu denken).

Doch so leicht ist es nicht. Ich könnte nie konsequent die Finger von Horrorfilmen lassen. Dafür faszinieren sie mich zu sehr.

Schon als Kind: Ein Herz für Horror

Schon als 9-Jährige saß ich jeden Sonntagabend vor dem Fernseher und verfolgte mit pochendem Herzen X-Factor: Das Unfassbare, moderiert vom einzig wahren Jonathan Frakes.

Damals konsumierte ich Horrofilme in jeglicher Form. Angefangen mit Chucky - Die Mörderpuppe, weiter mit Scream - Schrei!, den ich heimlich an meinem 12. Geburtstag im Fernsehen sah, über The Sixth Sense, der mich jahrelang so faszinierte wie psychisch ruinierte (und damit meine Bewunderung M. Night Shyamalans entfachte).

Schon damals konnte ich es kaum erwarten, volljährig zu sein, damit ich Horror ab 18 auch im Kino erleben kann. Wer hätte ahnen können, dass mein erster Horrorfilm im Kino für viele Jahre mein letzter bleiben würde.

Dieses Kinoerlebnis war die Hölle

A Nightmare on Elm Street, von dem ich damals fälschlicher- und unerklärlicherweise annahm, er sei nur für Erwachsene bestimmt, wurde 2010 zu meinem ersten und auf sehr lange Zeit letzten Horror-Kinofilm. Denn die Vorfreude wich schnell purem Schrecken.

Mir ging es körperlich schlecht: Bei einigen Jumpscares und Bildern verschloss es mir die Kehle. Ich musste meine Augen schließen, weil ich Angst hatte, die Bilder brennen sich für immer in meine Seele ein. Die Geräusche gingen mir an die Nieren. Atmung, Schreie, Stille hielt ich kaum aus.

Schon nach den ersten Minuten dachte ich, du gehst.

Das sagte meine Kinobegleitung damals. Und wie gern ich gegangen wäre. Das Kinoerlebnis war unerwarteterweise die Hölle. An den Film kann ich mich heute kaum erinnern, wohl aber an meine Angst (und meine Verwunderung über diese Angst). Als ich den Saal damals verließ, schwor ich mir: Keine Horrorfilme mehr auf der großen Leinwand.

Acht Jahre lang hielt ich mich an meinen Schwur. Nur um ihn 2018 für die Premiere von Ghostland zu brechen und festzustellen, dass ich mich mit 26 Jahren genauso erbärmlich bei Horrorfilmen im Kino fühle wie schon mit 18.

Die Akzeptanz des Dilemmas

Seit Ghostland nähere ich mich Horrorfilmen im Kino wieder an. Und das, obwohl ich immer noch in meinem Dilemma feststecke: Angst, von einem Horrorfilm im Kino für immer traumatisiert zu werden, gegen Liebe und Faszination für dieses Genre. Aber das ist okay. Ich lebe nicht länger abstinent.

Zu sehr liebe ich an Kinoerlebnissen (wenn ich aus Angst nicht gerade den Verstand verliere), dass für eine gewisse Zeit nur die Leinwand und ich existieren. Zu neugierig bin ich, um auf die DVD-Starts warten zu können.

Ich akzeptiere jetzt, dass ich manchmal mit geschlossenen Augen und den Finger in den Ohren im Kinositz leide und befürchte, dass mein Herz rausspringt. Das passiert eben manchmal und das ist okay.

Außerdem bereite ich mich mittlerweile innerlich auf Horrorfilme vor. Mit Wir und ES Kapitel 2 funktionierte das bereits hervorragend. Derzeit stelle ich mich auf Midsommar ein, der am 26.09.2019 im Kino erscheint. Ich verspüre Vorfreude und Vorfurcht gleichermaßen. Und das macht einen Kinobesuch doch umso aufregender.

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