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Was sagen die Kritiker zu... Slow West?

30.07.2015 - 08:50 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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© Prokino Filmverleih
Slow West
Mit dem Western Slow West bringt Regisseur und Musiker John Maclean sein Regiedebüt in die Kinos. In den Hauptrollen sehen wir Michael Fassbender und Kodi Smit-McPhee auf ihrem Weg nach Westen. Wir haben die Kritikerstimmen zum Film gesammelt und ausgewertet.

In Slow West begibt sich Ende des 19. Jahrhunderts der junge schottische Aristokraten-Sohn Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) in den Wilden Westen Amerikas, um seine große Liebe Rose (Caren Pistorius) wiederzusehen. Rose und ihr Vater (Rory McCann) sind aus Schottland geflohen und nach Amerika gegangen, wo sie nun in Furcht vor Kopfgeldjägern leben. Jay lernt schnell, dass er nicht für die raue Welt des Westens gemacht ist und mit seiner naiven Weltsicht nicht weit kommt und so nimmt er die Hilfe des fremden Silas (Michael Fassbender) an, der ihn gegen Bezahlung beschützt. Zusammen macht sich das ungleiche Paar auf den Weg Rose zu finden, wobei sie sich dabei gegen Kopfgeldjäger und andere Widrigkeiten der Gesetzlosigkeit erwehren müssen.

Für Regisseur und Musiker John Maclean (The Beta Band) ist es der erste Spielfilm, den der Schotte auf die Leinwand brachte. Zuvor drehte er mit Hauptdarsteller Michael Fassbender bereits zwei Kurzfilme. Fassbender sagte für seine Rolle in Slow West zu, bevor ein fertiges Skript stand und so war Maclean in der komfortablen Situation, die Rolle genau auf Fassbender zuschneiden zu können. Gedreht wurde der Film in Neuseeland und Großbritannien.

Die harten Fakten zu Slow West:

17 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 7,1
112 Community-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 6,7
14 Kommentare und 12 Kritiken
356 moviepiloten haben den Film vorgemerkt und 4 finden den Film uninteressant

Was sagen die englischsprachigen Kritiker zu Slow West:

Alonso Duralde (The Wrap ) war angetan von Macleans Erstling:

John Maclean hat es als Filmemacher-Neuling nicht eilig seinen Film herunterzuspulen, aber Slow West fühlt sich nie an, als würde sich der Film über seine unterhaltsamen 84 Minuten ziehen. Er ruft einem Klassiker wie Walkabout und Picknick am Valentinstag ins Gedächtnis und es gibt überraschende Momente von natürlicher Schönheit und schockierender Gewalt, die manchmal gar zusammen auftreten, wobei der Film nie blasiert mit dem Blutvergießen umgeht [...].

Kyle Smith schrieb für die New York Post  eine der wenigen schlechten Kritiken:

Ein langsamer Western, der schwerfällig, mäandernd und dahinschlendernd, grimmig die Grenze der 1870er Jahre entlangwandert und zu einem sinnlosen Ende kommt.

Michael O'Sullivan (Washington Post ) mochte die Mischung des Films:

[...] Dieses sich windende, wohlüberlegte und tränenlose, wenn auch sonderbar berührende Western-Vehikel, das sowohl langsam ist als auch, wie für Filme über Revolverhelden typisch, mit Action bepackt.

Was sagen die deutschsprachigen Kritiker zu Slow West:

Marcus Wessel (Programmkino ) attestierte Slow West eine starke Eigenständigkeit:

Obwohl Maclean die Codes des Western bis zum bleihaltigen Finale befolgt, gelingt es ihm doch, eine starke Eigenständigkeit zu entwickeln. Eher beiläufig und doch unübersehbar erzählt er von den Verbrechen an den Ureinwohnern und vom harten, beschwerlichen Alltag der Siedler. Eingebettet ist dieser dunkle Subtext in eine abwechslungsreiche Road-Movie-Dramaturgie vor eindrucksvoller Kulisse.

Oliver Kaever (Zeit ) sieht in Slow West einen frischen Wind im Western-Genre:

In Slow West macht sich der ehemalige DJ und Keyboarder der schottischen Beta Band sein ganz eigenes Bild vom Wilden Westen und legt einen wunderbar schlingernden, traumtorkelnden Western vor, der dem altgedienten Genre tatsächlich noch einmal neue Seiten abzugewinnen vermag.

Für Peter Zander (Berliner Morgenpost ) ist der Film ein "großartiger Western":

"Slow West" ist kein Neubeginn, kein Revival des Westerns. Aber, das ist ja auch schon viel, er ist ein großartiger Western. Und einer, der dem ausgelutschten Genre ein paar wirklich neue Bilder und Sichtweisen verpasst. Ein lakonisches Werk, das natürlich an Neo-Western von Jim Jarmusch ("Dead Man") oder den Coens ("True Grit") erinnert. Aber doch eine ganz eigene Handschrift aufweist.

Das Fazit zu Slow West:

Generell fallen die Kritiken zu John Macleans Regiedebüt Slow West sehr positiv aus. Es ist ein ungewöhnlich ruhiger Film, der in seinem langsamen Traben nur für einige kurze Szenen sein Tempo anzieht und durch geschickten Einsatz der bekannten Klischees und den Blick eines jungen britischen Adligen dem Genre etwas neues abgewinnen kann. Schauspielerisch sowie inszenatorisch gibt es nichts auszusetzen. Lediglich das Tempo und das Ende werden in den wenigen negativen Kritiken immer wieder hervorgehoben. Wenn ihr euch bewusst macht, dass euch hier kein Django oder Zwei glorreiche Halunken erwartet, erlebt ihr jedoch einen Western, wie ihr ihn bisher wahrscheinlich nur selten zu Gesicht bekommen habt.

Werdet ihr euch Slow West ansehen?

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