Unheimlich, abstoßend & obszön

Weihnachtsfilme - dunkle Schale & weicher Kern

Home For Christmas
© Pandora Filmverleih
Home For Christmas

Wenn wir an Weihnachtsfilme denken, fallen einem spontan Filme wie Der Polarexpress, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel oder Der kleine Lord ein: Schöne und süße Filme, die zu Herzen gehen. Aber nicht ohne Grund sind auf den Listen der besten Weihnachtsfilme auch stets einige recht düstere und makabere Vertreter des Genres anzutreffen. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten und erst mit ironisch-dunklen, teils auch destruktiven Untertönen kommt eine weihnachtliche Botschaft wirklich zur Geltung.

Heute startet ein neuer Film, der zu dieser Gattung besonderer Weihnachtsfilme gezählt werden kann. Home for Christmas sucht einen Mittelweg zwischen weihnachtlicher Sentimentalität und anti-weihnachtlicher Gefühlsdekonstruktion und wartet mit dem typisch lakonischen Ton auf, den wir bereits aus anderen skandinavischen Filmen kennen. Zur Adventsfeier des Tages präsentieren wir euch darum Filme mit einer harten, schwarzen Schale, aber einem weichen, weihnachtlichen Kern.

Bad SantaRÜLPS!
Eigentlich war Billy Bob Thornton lediglich die dritte Wahl, vor ihm sollten Bill Murray oder Jack Nicholson den lakonischen, zu tiefst verdorbenen Weihnachtsmann Willie Stokes spielen. Aber mittlerweile können wir uns gar keinen anderen mehr vorstellen. Billie Bob IST Bad Santa und der Film wird nicht von ungefähr als der böse Zwilling von Das Wunder von Manhattan bezeichnet.

Die Geister, die ich rief…Bill Murray gets SCROOGED!
Charles Dickens Weihnachtsgeschichte gibt es auch etwas anders. Hier wird sie böser und sarkastischer und mit einem herrlichen Bill Murray in einer weiteren Paraderolle präsentiert. Wem die Muppets in Die Muppets Weihnachtsgeschichte zu plüschig und Eine Weihnachtsgeschichte zu steril war, der ist hier genau richtig!

Der GrinchHUMBUG!
Jim Carrey hatte keine Zeit, also musste kurzerhand der echte Grinch vor die Kamera gezerrt werden. Ron Howard versuchte sich mit der Verfilmung der berühmten Kindergeschichte von Dr. Seuss als Tim Burton Imitator: Ein zwielichtiger Außenseiter begibt sich in ein quietsch-buntes Wunderland. Geboten wird dem Zuschauer ein überdrehter, aber harmloser Spaß.

Edward mit den ScherenhändenOnce upon a time…
Dieses moderne Märchen, das sich nicht gezielt als Weihnachtsfilm ausgibt, kommt aber zu besinnlichen Zeiten besonders zur Geltung. Vielleicht ist dies der beste Film von Tim Burton mit der vielleicht besten Filmmusik von Danny Elfman, voll mit all den Zutaten, die wir an den beiden lieben – aber ohne überfrachtete digitale Effekte – und einen Johnny Depp, der damals noch überraschen konnte, weil er ohnehin als TV-Sternchen verschrien war.

Kevin – Allein zu HausCome and get me!
Kevin wurde von seinen Eltern zu Hause vergessen und findet sich plötzlich im Kampf gegen gemeine Einbrecher wieder. Keine Synopsis, die besonders weihnachtlich erscheint, aber die trotz aller Brutalität, die zelebriert wird, auch viel fürs Herz bietet. Es ist eine Mischung aus Chris Columbus weichem Regiestil, Holzhammer-Humor, John Williams Ohrwurmscore und einem kleinen Macaulay Culkin, der in den Köpfen der Zuschauer wohl nie erwachsen werden wird.

Nightmare Before ChristmasWHATS THIS?
Der moderne Weihnachtsklassiker von Tim Burton schafft das Kunststück, sowohl an Halloween als auch an Weihnachten für die passende Stimmung zu sorgen. Dazu gibt es die wundervollen Animationen von Henry Selick (Coraline) und den Soundtrack von Danny Elfman. Damit ist das schwarze Weihnachtsfest gerettet!

Schöne BescherungHo, HO, HOO!
Die Griswolds können es nicht lassen. Nach dem Road Trip quer durch Amerika in Die schrillen Vier auf Achse und der berühmt-berüchtigten Reise durch Europa in Hilfe, die Amis kommen! blieben sie nun vorsorglich zu Hause, um dort Weihnachten zu feiern. Slapstick und Zoten gibt es hier am laufenden Band: Wo die Griswolds hinspucken wächst kein Weihnachtsbaum mehr.

Stirb langsamLet It Snow, Let It Snow, Let It Snow!
Niemand feiert Weihnachten so unvergesslich wie John McClane (Bruce Willis). Mit ihm wird jede Feier zum Ereignis und spätestens wenn sein “Yippie-ki-yay, motherfucker” (selbst in der deutschen Übersetzung nicht ohne Charme: “Jippie-Ya-Yeah, Schweinebacke”) erklingt, bricht auch beim größten Weihnachtsmuffel ein wohliger Weihnachtsschauer aus.

Home for Christmas befindet sich also in guter Gesellschaft. Aber waren das schon alle? Was fällt euch noch zum Thema ein?

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goodspeed alias Orlindo liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme. Er arbeitet als Online- und Videoredakteur für eine Filmproduktionsfirma und betreibt mit ANIch das einzige (lesenswerte?) deutschsprachige Blog zum Thema Animation und VFX.
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