X-Men Origins: Wolverine

Wie entstand Wolverine?

Hugh Jackman als Wolverine
© Fox
Hugh Jackman als Wolverine

„Ich hatte bei diesem Film mehr Spaß, den Wolverine zu spielen, als jemals zuvor“, sagt Hugh Jackman. Sicher trug zu diesem grenzenlosen Enthusiasmus für seine Rolle und das gesamte X-Men-Universum die Tatsache bei, dass Jackman hier auch als Produzent verantwortlich zeichnete. Zusammen mit Regisseur Gavin Hood sowie John Palermo, Jackmans Partner bei Seed Productions, und den beiden anderen Produzenten, Lauren Shuler Donner und Ralph Winter, war Jackman in jedes Stadium des Produktionsprozesses voll eingebunden. Dabei genoss er seine neue Verantwortung in vollen Zügen. „Ich komme vom Theater, wo man an jedem Entscheidungsprozess beteiligt ist“, erklärt er. „Wenn man schließlich am Premierenabend auf der Bühne steht, weiß man nicht nur alles über seine Rolle, sondern auch alles über die Bühnendekoration, die Kostüme, die Entwicklung des Plots – einfach alles. Diese Verbindung von Aufregung, Wissen und Vorbereitung ist es, was einem letztendlich große Befriedigung verschafft.“

Am meisten Spaß im gesamten Entstehungsprozess hatte Jackman beim Besetzen der einzelnen Rollen. „Dieser Film hat jede Menge neue ‚X-Men‘-Charaktere“, sagt Jackman. „Es hat besonders viel Spaß gemacht, diese Figuren einzuführen und dafür die richtigen Schauspieler zu finden.“

Jackman, der Produzent, schonte Jackman, den Schauspieler, in keinster Weise. So durchlief er ein Fitnesstraining, wie er es noch nie zuvor absolviert hatte – mit dem Ergebnis, dass er in seinem Leben auch noch nie fitter gewesen ist. Jackman wollte für Wolverine: Weg des Kriegers noch besser, noch durchtrainierter dastehen als bei den drei vorhergegangenen Abenteuern. „In den drei bisherigen „X-Men“- Filmen sah ich als Logan nie so aus, wie ich mir das vorgestellt hatte“, erklärt Jackman. „Hier wollte ich meinen Vorstellungen ganz entsprechen, ich wollte als Logan wie ein Tier aussehen, mit hervortretenden Adern und gespannt wie eine Feder. Ich wollte beim Publikum glaubhaft rüberkommen. Es sollte denken: ‚Okay, der Typ ist wahrlich Furcht einflößend. Der könnte einem locker den Kopf abreißen’.“

Neben den endlosen Stunden im Fitnessraum erhöhte Jackman auch seine Protein- und Kalorienzufuhr auf die eines professionellen Athleten. Ein typischer Tag sah für ihn folgendermaßen aus: Um Vier Uhr kurz aufstehen und einen speziellen Proteinshake trinken. Dann, um sechs Uhr, endgültig das Bett verlassen und mit dem Gewichttraining beginnen. Dabei versetzte er sich, um mehr Kilos zu stemmen, gedanklich schon in den Part des Wolverine. Jackman führt lachend aus: „Als Wolverine konnte ich rund zwanzig Prozent mehr Gewichte auflegen, zwanzig Prozent härter und länger trainieren. Wenn ich nämlich für mich selbst trainiere, denke ich mir: ‚So, das reicht. Mehr muss ich mich wirklich nicht anstrengen‘. Als Wolverine geht das nicht, da muss ich dessen Kräften entsprechend auch härter zulegen, strenger mit mir selbst sein.“

Trotz all der Muskeln, die Jackman zulegte, verlor er nie seine Athletik, die ihn nicht nur bei seinen Actionfilmrollen sondern auch bei der Bühnenarbeit auszeichnet. „Die Kamera liebt Hugh“, weiß Lauren Shuler Donner, die Produzentin. „Er besitzt die Grazie eines Tänzers – und würde er sich für einen Part nie einfach nur ‚aufpumpen‘.“

Jackmans Arbeitsethos und sein strenges Fitnessprogramm beeindruckte das gesamte Team, besonders Liev Schreiber, der als Victor Creed auf der Leinwand mehrfach die Kräfte mit seiner Nemesis, Jackmans Logan, messen muss. „Hugh hat sicherlich entscheidend dazu beigetragen, dass ich hier kräftiger und besser aussehe als sonst“, sagt Schreiber, der sich für seinen Part zwanzig Kilo zusätzliche Muskelmasse antrainierte. „Zwischen uns hat die Chemie definitiv gestimmt, aber in Sachen Training und Stunts haben wir schon gewetteifert. Schon allein eine Kampfszene mit Hugh zu absolvieren war toll, weil er als Tänzer eine unglaubliche Körperbeherrschung besitzt und Choreographien intuitiv versteht. Ja, wir haben wirklich bemerkenswerte Kampfszenen zusammen.“

Die Filmemacher wollten mehr Action, es gab neue X-Men Charaktere und um den Einsatz noch zu erhöhen, entschieden sie sich, auch noch die Drehorte zu wechseln. Während X-Men – Der Film primär in Toronto entstanden war, die Bühnen, Studios und Örtlichkeiten von Vancouver für X-Men 2 und X-Men: Der letzte Widerstand genutzt wurden, siedelte man für Wolverine: Weg des Kriegers nach Neuseeland und Australien um und filmte nur einige Schlüsselsequenzen in Vancouver. „Eine weitere Herausforderung für mich bestand hier darin, für dieses Abenteuer eine neue Heimat zu finden, einen neuen Produktionsort“, berichtet Jackman. „Obwohl ich mich dem Stil der Vorgängerfilme verpflichtet fühle, wollte ich auch, dass unsere Produktion imposanter und anders aussieht. Und Neuseeland hat etwas Unwirkliches. Es ist irgendwie magisch. Das half uns, unsere Welt zu kreieren und dem Film seine Realität zu geben.“ Produzent John Palermo fügt hinzu: „In Australien und Neuseeland zu drehen, hat das ‚X-Men‘-Universum erweitert. Das Publikum wird vom Look des Films begeistert sein. Wir hatten Glück, dass wir in diesen beiden Ländern drehen und deren herrliche Landschaften als Hintergrund nutzen durften.“

Jackman, Regisseur Gavin Hood, Chefkameramann Donald McAlpine (Moulin Rouge, 2001) und Produktionsdesigner Barry Robison nutzten zahlreiche Schauplätze dieser Länder um die Orte für die vier Kriege nachzubilden, die Stadt New Orleans, Hochschulen in den USA und die kanadische Wildnis. Glaubt man McAlpine, waren die herrlichen Landschaften Neuseelands besonders wichtig. Zum einen für den fiktionalen kanadischen Ort Alkali Lake, Basis des geheimen „Weapon X“-Programms, zum anderen – hierfür siedelte man auf Neuseelands South Island um – für das ländliche Paradies, in das sich Logan leider viel zu kurz mit seiner großen Liebe Kayla Silverfox zurückziehen kann. McAlpine führt aus: „Er lebt in höchst idyllischer Umgebung in einer (von Robison entworfenen) Hütte, die auf einem Berggipfel steht, der von zig anderen Bergen umgeben ist“.

Neuseelands South Island war zudem Drehort für eine der größten Actionsequenzen des Films, einer Hubschrauberjagd mit abschließendem spektakulärem Absturz. Hier arbeitete der Regisseur des zweiten Stabs Peter MacDonald (Das Bourne Ultimatum, 2007) eng mit Hood zusammen, während sie unter anderem eine Farm in die Luft sprengten und eine spektakuläre Motorradfahrt Logans filmten – und zwar auf der Harley Davidson, die zu seinem Markenzeichen wird.

Anschließend zog die Produktion nach Sydney, Australien um, wo man an verschiedensten Orten der Stadt drehte, u.a. in einem verlassenen Krankenhaus, einem seit langem nicht mehr bespielten Theater der 20er Jahre – welches zum Boxring umfunktioniert wurde, in dem Logan mit dem 350-Kilo-Koloss Blob kämpft –, im Centennial Park, an den wunderschönen Stränden der North Shore und einem Fußballfeld, das man zu einem Rummelplatz umfunktionierte. Der bemerkenswerteste Drehort war aber Cockatoo Island, das die Bauabteilung in ein still gelegtes Atomkraftwerk umgestaltete – das Zuhause von Strykers Laboratorien und „Aufbewahrungsort für Mutanten“. Die Insel beherbergte einst die größte Werft Australiens mit einem Trockendock, das 1857 von Sträflingen errichtet worden war, und gleichzeitig auch ein königliches Gefängnis. Dieser Drehort drängte sich geradezu auf, um jene isolierte, finstere Welt Strykers auferstehen zu lassen, in der er seine Experimente mit Mutanten durchführt.

Um den lang erwarteten Auftritt Gambits richtig in Szene zu setzen, zog man in die Fox Studios in Sydney. Hier wurden Teile von New Orleans rekonstruiert, der Heimat Gambits. Unter anderem baute das Setdesign-Team eine für New Orleans typische Gasse, wo es zu einem höchst explosiven Kampf zwischen Logan, Gambit und Wraith kommt. Hier, in bestens zu kontrollierender Umgebung und ausgestattet mit den modernsten technischen Möglichkeiten, konnte man Action vom Feinsten in Szene setzen. Die Schauspieler und ihre Stuntdoubles kletterten Wände hoch, sprangen von Dach zu Dach und bekamen die volle Wucht von Gambits Spielkarten und des Bo-Stab zu spüren.

Und dann waren da schließlich noch die Szenen, in denen sich Logan und Victor durch die verschiedenen Schlachtfelder der vier Kriege, an denen sie teilnehmen, kämpfen. Während des Amerikanischen Bürgerkrieges ziehen sie gegen die Konföderierten ins Feld, im Ersten Weltkrieg verhandeln sie in Schützengräben, im Zweiten Weltkrieg landen sie in der Normandie und schließlich sind sie auch im verheerenden Vietnam-Konflikt im Einsatz. Für die zahllosen Uniformen der Hunderten von Soldaten der verschiedenen Epochen war die Kostümdesignerin Louise Mingenbach verantwortlich, Rüstungs- und Waffenspezialisten wiederum unterwiesen die Statisten in Sachen Schießen und korrekter Kleidung.

Nachdem die schwierigen Kriegsszenen zu Ende gebracht waren, schloss man die Hauptdreharbeiten in Australien und Neuseeland ab. Nun blieben nur noch ein paar komplizierte Außenaufnahmen, die aus wetter- und kulissentechnischen Gründen ausschließlich in Kanada realisiert werden konnten. In dem Moment, in dem man auch diese erfolgreich abgeschlossen hatte, setzte der Postproduktionsprozess ein und nahm augenblicklich Geschwindigkeit auf. Ohne auszuruhen, arbeitete Jackman an dem Projekt weiter, erinnerte sich derweilen aber auch an seine eigenen „Ursprünge“ als Wolverine. Wie viele wissen, wurde er im Jahr 2000 – bei seinem Hollywood-Debüt – nur wenige Tage vor Drehbeginn von X-Men – Der Film als Wolverine besetzt. Zunächst hatte Jackman Bedenken, den Part überhaupt zu übernehmen, kannte er seinen Charakter und die gesamte „X-Men“-Mythologie doch nicht. „Ich hielt es für äußerst ungewöhnlich, dass man aus ‚X-Men‘ einen Film machen wollte. Und ein Typ, dem Klingen aus der Hand wachsen… Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über die Figur, geschweige denn von der unglaublich vielschichtigen X-Men-Historie. Und wenn ich das alles gewusst hätte, dann hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht getraut, die Rolle wegen des zu erwartenden Drucks zu übernehmen“.

„Wenn mir jemand früher gesagt hätte, dass es eines Tages einen Wolverine-Film geben wird, hätte ich nur gelacht“, fährt Jackman fort. „Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie erfolgreich die X-Men-Filme sein und was für einen Hype sie auslösen würden. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich den Fans und den Zuschauern bin.“

Wolverine: Weg des Kriegers läuft ab dem 29. April 2009 in den deutschen Kinos.

Mit Materialien von Fox.

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