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1955 - Der Unsterbliche in der roten Windjacke

CUT!rin (Katrin Doerksen), Veröffentlicht am 09.07.2012, 08:50

Oh, dieser ernsthafte Blick. James Dean war, ist und bleibt ein Mythos. Von uns gegangen ist er leider viel zu früh, seine wenigen Filme haben ihn aber unsterblich gemacht. Er ist der Prototyp des Rebellen.

1955 - Der Unsterbliche in der roten Windjacke 1955 - Der Unsterbliche in der roten Windjacke © Warner

Die Guten trifft es immer zuerst – so lautet eine oft ausgesprochene Alltagsweisheit, gern mit Kopfschütteln und in die Ferne schweifendem Blick unterlegt. Wenn ich an so manche Kultfiguren des vergangenen Jahrhunderts denke, scheint sie gar nicht so weit hergeholt. Da gibt es den Klub 27, bestehend aus genialen Künstlern wie Jimi Hendrix und Janis Joplin, die viel zu früh den Hut nehmen mussten. Jüngere Generationen denken vielleicht an Amy Winehouse, die sich vor einiger Zeit in diesen Reigen reihte. Und es gibt Ikonen, die es nicht einmal bis zur 27 schafften.

Der frühe Tod einer Ikone
Wir schreiben den 17. September 1955. Eine Kamera richtet sich auf James Dean, er dreht einen Fernsehspot über Verkehrssicherheit. Die Zigarette im Mundwinkel spricht er noch lässig zu seinen Zuschauern: „Fahrt vorsichtig! Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet.“ Dann geht die Kamera aus, das war’s. Zwei Wochen später bekommt dieser kurze Clip eine traurige Ironie, den gruseligen Anschein eines bösen Omens. Gemeinsam mit seinem Mechaniker macht sich James Dean auf den Weg zu einem Autorennen in Salinas, Kalifornien. Ankommen wird er nicht: an einer Kreuzung rast ein Wagen in seinen Porsche Spyder und im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.

Mit Jenseits von Eden hatte James Dean erst 1955 nach diversen Auftritten in Theaterstücken und TV-Serien, nach einem abgebrochenen Studium und einer Zeit im Actors Studio von Lee Strasberg endlich seinen Durchbruch gefeiert. Der Regisseur Elia Kazan besetzte seinen Schauspieler als jugendlichen Rebellen mit einem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater und abonnierte Dean damit auf einen Rollentyp, der ihm weit über seinen Tod hinaus anhaften sollte.

Vom Außenseiter zum Superstar
Die endgültige Legendenbildung um den jungen Schauspieler aus Indiana setzte aber erst mit seinem zweiten großen Film ein. … denn sie wissen nicht was sie tun lief erst kurz nach dem tragischen Tod seines Hauptdarstellers an und ließ James Dean in Blue Jeans und rotem Blouson, mit vollem Haar und Zigarette im Mundwinkel zum Idol einer ganzen Generation werden. Fanbriefe gingen in Massen bei Warner Brothers ein. Sie huldigten der neuen Symbolfigur der Rebellion gegen die verstaubten Strukturen der Fünfziger Jahre, und einige Teenager im Land folgten ihrem Vorbild sogar freiwillig in den Tod.

Nicht nur James Dean, auch der Film selbst bekam bei den Jugendlichen schnell Kultstatus. … denn sie wissen nicht was sie tun zeigte Messerkämpfe, eine gewisse Orientierungslosigkeit, Einsamkeit, Generationenkonflikte, Andeutungen in Richtung Homosexualität, eben die klassische Außenseitergeschichte, und war damit für das junge Publikum auf vielen Ebenen interessant. Noch heute attestieren Kritiken dem Werk, es dokumentiere das jugendliche Lebensgefühl, was auch immer das sein mag.

Hollywoods Vorhof zur Hölle
Ein sagenumwobener Hauptdarsteller, ein sagenumwobener Film: fehlt nur noch ein sagenumwobener Ort. Die Proben zu dem Drama fanden in einem Bungalow des berühmt berüchtigten Chateau Marmont statt. In dem schlossähnlichen Hotel waren schon Größen wie Humphrey Bogart und Errol Flynn ein- und ausgegangen, nun tobten sich andere Stars hier aus. Regisseur Nicholas Ray verführte seine erst 16-jährige Hauptdarstellerin Natalie Wood und einer Legende zufolge auch den jungen Sal Mineo.

Eifersucht dürfte für die junge Frau kein Problem gewesen sein, schließlich hatte sie ja noch ihre Affäre mit Dennis Hopper. Gemeinsam badeten sie in Champagner und fuhren ein Auto zu Schrott. Aus den Liebeleien hielt sich James Dean dezent heraus, dafür sah er aber in seinem Regisseur eine endlich gefundene Vaterfigur.

Allein die Produktionsbedingungen zu … denn sie wissen nicht was sie tun wären eine eigene Verfilmung wert gewesen. Glück brachte der Streifen den Beteiligten trotzdem nicht: James Dean starb noch vor der Veröffentlichung, später ertrank Natalie Wood, Sal Mineo wurde auf offener Straße erstochen und Nicholas Ray drehte nie wieder einen großen Film, Heroin- und Spielsucht hielten ihn davon ab. Der Film überlebte sie alle, genau wie die Erinnerung an den Mann in der roten Windjacke. Und natürlich das Chateau Marmont, in dem heute neue Stargenerationen mit ihrer Selbstzerstörung beschäftigt sind.

Was die Menschheit sonst noch im (Film)Jahr 1955 bewegte:

Drei Filmleute, die geboren sind
09. Januar 1955 – J.K. Simmons, frisch gebackener Opa in Juno
18. Januar 1955 – Kevin Costner, Heroischer Bote in Der Postmann
13. November 1955 – Whoopi Goldberg, singende Nonne in Sister Act – Eine himmlische Karriere

Drei Filmleute, die gestorben sind
11. März 1955 – Shemp Howard, einer der drei Stooges
30. September 1955 – James Dean, Rebell aus … denn sie wissen nicht was sie tun
26. Dezember 1955 – Hans Mierendorff, Sir Arthur Wolton aus Der fremde Vogel

Die großen Festival- und Award-Sieger waren unter anderem
Oscars – Die Faust im Nacken von Elia Kazan (Bester Film, Hauptdarsteller, Regisseur, …)
Goldene Palme – Marty von Delbert Mann
British Film Academy Award – Lohn der Angst von Henri-Georges Clouzot

Die drei kommerziell erfolgreichsten Filme
Susi & Strolch von Clyde Geronimi, Wilfred Jackson und Hamilton Luske
Keine Zeit für Heldentum von John Ford
Schwere Jungs – leichte Mädchen von Joseph L. Mankiewicz

Drei wichtige Ereignisse der Nicht-Filmwelt
14. Mai 1955 – der Warschauer Pakt wird gegründet
07. Oktober 1955 – die letzten Kriegsgefangenen kommen aus der Sowjetunion zurück
01. Dezember 1955 – mit der Verhaftung von Rosa Parks wird die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA ausgelöst


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über 1955 - Der Unsterbliche in der roten Windjacke


David_Lynch

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Ich habe mir gerade erst, im zuge meiner "rebellischen Phase", sein Outfit vom Bild oben zugelegt (Für alle Interessierten, diese günstige Jacke trifft es mMn ganz gut: http://www.amazon.de/Geox-Herren-Jacke-Regular-M2220DT0295/dp/B005I2BO3C/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1341863511&sr=8-1). Die James Franco-esquen Augenringe habe ich auch schon, wenn ich jetzt noch die Haare so hinbekommen würde :-/

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Filmkenner77

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"Nicholas Ray drehte nie wieder einen großen Film":
Das sehe ich anders:
"Sumpf unter den Füßen", "Party Girl – Das Mädchen aus der Unterwelt" und "König der Könige" sind großartige Filme von ihm.

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David_Lynch

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"groß" hört sich für mich eher nach teurem Studiofilm an, "großartig" kann aber natürlich jeder Film sein


Filmkenner77

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"König der Könige" war wohl eher keine Billigproduktion und "denn sie wissen nicht, was sie tun" sicherlich auch kein sehr teurer Studiofilm. Egal wie mans dreht. "Groß" passt nicht in diesen Zusammenhang.


SoulReaver

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Die Besten sterben nie. Jimmy ♥

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aberaber

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Wenn es ihn nicht in so jungen Jahren zerlegt hätte, würde heute kein Hahn mehr nach ihm krähen...

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Markbln

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Der Artikel ist schlecht.
Zum einen ist der komplette Film "...denn sie wissen nicht was stun" mit einem homosexuellen Subtext durchzogen. Sal Mineos Figur "Plato" gilt als einer der ersten schwulen Rollen im amerikansichen Film. An dieser Stelle hätte auch James Deans eigene Bisexualität erwähnt werden können. Was allerdings gar nicht stimmt, ist der Satz um Nicholas Ray, er hätte danach keinen großen Film mehr gedreht.

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CUT!rin

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Mit Aussagen wie "schlichtweg falsch" oder "schlichtweg richtig" wäre ich vorsichtig.


Filmkenner77

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Von mir wurde ja auch nicht solch eine unkommentierte Behauptung geschrieben. Man sollte sich schon ein wenig mit dem Werdegang von Ray auskennen, ehe man solch einen Satz schreibt. Dies ist höchstens eine äußerst subjektive Meinungsäußerung deinerseits, aber zumindest filmhistorisch betrachtet trifft diese Aussage einfach nicht zu. Dazu müsste erst einmal genauer definiert werden, was ein"großer Film" in deinen Augen in deinen Augen sein soll. Vom Aufwand her groß (trifft auf "König der Könige" auf jeden Fall zu) oder "groß" in Sachen Qualität der Inszenierung, was auf mehrere Filme nach 1955 von Ray zutrifft. In beiden Fällen kann die getätigte Aussage nicht so stehenbleiben.


Mein Senf

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J.K. Simmons ist genauso alt wie Kevin Costner - wieder was gelernt.

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La Bardot

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Mein Jimmy! ♥

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marty-f

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Jaja, der gute alte James Dean, früher fand ich ja den Hype um ihn nervig, dann hab ich 2 der 3 Filme mit ihm in der Hauptrolle gesehen und gedacht - scheiße, alle anderen hatten doch Recht.

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Emilio Arnau

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Bisher habe ich nur East of Eden gesehen und war offen gesagt eher enttäuscht. Mal sehen wie Rebel Without A Cause wird.


marty-f

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Find beide gleich gut, da könnt ich mich jetzt so spontan nicht entscheiden welcher der bessere wäre.