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Batman - Der Dunkle Ritter der Franchises

Batman: Arkham City Concept Art
© Warner Bros. Interactive Entertainment
Batman: Arkham City Concept Art

Reden wir von Superhelden, dann fällt früher oder später immer ein Name: Batman. Dabei ist es egal, ob es um Bücher, Serien, Filme oder Videospiele geht, die menschliche Fledermaus hat jeden dieser Bereiche erfolgreich erobert. Etwas, das wir in den seltensten Fällen über ein popkulturelles Phänomen sagen können. Wie kommt es also, dass gerade ein Franchise über einen Mann, der sich nachts als Fledermaus verkleidet und Verbrecher das Fürchten lehrt, es geschafft hat, alle Medien für sich zu erobern?

Vom bunten Superheld zum dunklen Ritter
Die Ursprünge von Batman sind auf das Jahr 1939 und auf Bob Kane und Bill Finger zurückzuführen. Seinen ersten Auftritt hatte der Detektiv im Fledermauskostüm in Detective Comics Nr. 27. Was über Jahrzehnte ein Comic war, der sich hauptsächlich an junge Leser richtete, erfuhr in den 80er Jahren eine radikale Veränderung. 1986 schrieb Frank Miller The Dark Knight Returns, der sich mit einem gealterten Bruce Wayne beschäftigt, welcher den Mantel des dunklen Rächers eher unfreiwillig wieder aus dem Ruhestand holt, nur um danach in dessen Gewalt aufzugehen. Die ungewohnt dunklen Töne schlugen in der Comicwelt ein wie eine Bombe, deren Erschütterungen wir noch heute spüren. Miller veränderte die Figur Batmans für immer und machte ihn zu dem dunklen Rächer, den wir heute kennen. The Killing Joke von Alan Moore, eines der finstersten Kapitel in der Geschichte Batmans, und Arkham Asylum – Ein düsteres Haus in einer finsteren Welt von Grant Morrison und Dave McKean, arbeiteten dieses Bild weiter aus und halfen es zu etablieren. Das Buch um die Irrenanstalt für Verbrecher ist mit über 500 000 verkauften Exemplaren der erfolgreichste Graphic Novel aller Zeiten und lieferte außerdem die Basis zum gleichnamigen Videospiel.

Eine Reise durch die Medienwelt
Das von Paul Dini geschriebene und 2009 von Rocksteady Studios entwickelte Game war keinesfalls das Erste der Fledermaus. Jedoch lassen sich die meisten der rund 30 Titel gerne vergessen, da viele von ihnen nur die Bezeichnung Lizenzmüll verdienen. Wie schon bei Spielen zum Film haben solche, die auf Comics basieren keinen sonderlich guten Ruf, da oft nur schnelle Geldmacherei gerochen wird, in die kaum genug Mühe fließt, um etwas Vernünftiges daraus entstehen zu lassen. Rocksteady veränderte diese Einstellung. Arkham Asylum wurde nicht nur der Figur und Mythologie Batmans gerecht, sondern erschuf ein annähernd perfektes Superhelden-Spiel, dessen Nachfolger Batman: Arkham City ihm in Nichts nachsteht.

Seit seinem ersten Auftritt ist Batman weit herum gekommen – sowohl in den Comics selbst, als auch in jedem anderen erdenklichen Franchise. In der Comicbranche hält sich der dunkle Ritter seit 72 Jahren erfolgreich und ohne große Ermüdungserscheinungen. Selbst nach dem fast-Reboot, dem sich DC aufgrund stetig sinkender Verkaufszahlen dieses Jahr unterzogen hat, zählen die Comics der Batman-Reihen noch immer zu den erfolgreichsten des Verlages. The Dark Knight Rises, der dritte Film der Batman-Trilogie von Christopher Nolan, ist einer der am meisten erwarteten Filme 2012. Sein 2008 erschienener Vorgänger The Dark Knight ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und das obwohl nach dem Debakel, das Batman & Robin darstellte, das Franchise Batman im Bereich Film bereits für tot erklärt worden war.

Warum gerade Batman?
Über 30 Spiele, mehr als 10 TV-Serien, 20+ Filme und hunderte von Geschichten in Comicbuchform. Egal in welches Medium wir blicken, überall begegnet uns der dunkle Ritter. Aber was ist es eigentlich, das uns an Batman so fasziniert? Anders als Superman, Thor oder X-Men haben wir hier keinen Mann mit übermenschlichen Fähigkeiten, sondern nur einen Typ im Kostüm mit netten Gimmicks im Gürtel. Das Faszinierende an Batman ist eben genau das: Er ist nur ein Mann. Das zumindest sollte ihn menschlicher machen, als all die anderen Helden, aber das Gegenteil ist der Fall. Während sie alle versuchen, ein normales Leben jenseits ihrer nächtlichen Tätigkeit zu erschaffen, dient der Playboy Bruce Wayne Batman nur als Maske für sein wahres Gesicht, die er jederzeit bereit wäre abzulegen. Egal, welche Version des Charakters wir betrachten, wenn wir uns auf den Kern konzentrieren, dann bleibt immer ein durch den Tod seiner Eltern traumatisierter Mann, der ein normales Leben aufgegeben hat, um einem höheren Ideal zu dienen. Bei all seiner Dunkelheit geht es Batman nicht um Rache, sondern um Idealismus und Gerechtigkeit. Batman ist der Sherlock Holmes unserer Zeit. Ein Science Fiction-Detektiv, der auf alles vorbereitet ist und der keine Möglichkeit unbeachtet lässt. In einer Welt, die in Chaos ertrinkt, ist er der Fels in der Brandung, der dunkle Ritter, der zu Hilfe eilt, wenn er gebraucht wird.

Die Welt von Batman ist reich an interessanten Charakteren, Geschichten und einer der großartigsten Schurkengalerien der Popkultur. Für jede Präferenz ist ein Finsterling dabei und jedes Genre kann bedient werden. Egal, ob klassische Mafiamorde wie in Das lange Halloween, unmenschliche Psychopathen in The Dark Knight oder bizarre Kreaturen in Batman: The Brave and the Bold, Batman schafft es für jeden Geschmack etwas zu finden. Diese Fülle an Figuren und Mythologien eignet sich optimal für die Übertragung in die unterschiedlichsten Medien. Sei es, um selbst als Detektiv durch ein virtuelles Arkham City streifen zu können oder nur passiv moderne Heldengeschichten zu rezipieren, das Franchise Batman funktioniert. Zumindest solange niemand auf die Idee kommt, Nippel am Bat-Kostüm zu befestigen.

moviepilot Team
freakingmuse Rae Grimm
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Ich mache Dinge mit Worten und Videospielen für GamePro.de und brauche dafür sehr viel Kaffee.

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