Benedict Cumberbatch bricht endlich aus dem Sherlock-Klischee aus: Gebt ihm dafür den Oscar!

The Power of the DogNetflix
17.03.2022 - 15:00 UhrVor 9 Monaten aktualisiert
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Bei der Oscar-Verleihung 2022 ist Benedict Cumberbatch als bester Hauptdarsteller für Netflix' The Power of the Dog nominiert. Der Preis wäre verdient, denn mit der Performance übertrifft er sich selbst.

Die meisten dürften Benedict Cumberbatch als hyperaktiv-neurotischen Meisterdetektiv Sherlock und Marvel-Magier Doctor Strange kennen. Solche Rollen bringen einem aber keinen Oscar ein. Da muss schon ein Film wie Jane Campions (Anti-)Western The Power of the Dog von Netflix kommen. Mit seiner Leistung in dem Werk hat der Schauspieler nach The Imitation Game seine zweite Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller bekommen.

Der Film ist ein seltener Glücksfall, denn Power of the Dog bedient nicht nur typisches Oscar-Material. Er zeigt Cumberbatch auch mit der wohl besten Leistung seiner Karriere, für die er eine Auszeichnung mehr als verdient hätte.

Durch Sherlock und Doctor Strange wurde er auf den Figurentyp des schrullig-witzigen Genies festgelegt, was natürlich auch vom Druck bzw. der ständigen Erwartungshaltung von außen abhing. Von diesem ständig wiederkehrenden Charaktertyp hat sich Cumberbatch spätestens mit The Power of the Dog aber endlich beeindruckend befreit.

So einschüchternd wie in Netflix' The Power of the Dog war Benedict Cumberbatch noch nie

Jane Campions Romanverfilmung handelt von den Brüdern Phil (Benedict Cumberbatch) und George (Jesse Plemons), die eine Ranch betreiben. Als George eine Liebesbeziehung mit der Witwe Rose (Kirsten Dunst) beginnt und sie gemeinsam mit ihrem Sohn Peter (Kodi Smit-McPhee) auf die Ranch bringt, beginnen die Erniedrigungen durch Phil.

Schaut hier noch einen deutschen Trailer zu The Power of the Dog:

The Power Of The Dog - Trailer (Deutsch) HD
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Dabei spielt Cumberbatch seine Figur so einschüchternd, eiskalt und gnadenlos, als würden wir hier einen komplett anderen Schauspieler erleben. Auch Sherlock und Doctor Strange haben natürlich ernste Momente. The Power of the Dog verwandelt den Star jedoch in ein brodelndes Monster. Höchstens Cumberbatchs Bösewicht-Performance als Khan in Star Trek Into Darkness ist vergleichbar mit dem Schauer, den Jane Campions Film einem über den Rücken jagt.

Die Ironie und der schlagfertige Witz, mit dem Cumberbatch als Sherlock oder Doctor Strange ständig selbst ernste Momente aufbricht, fehlen in The Power of the Dog komplett. Stattdessen erforscht der Star die Tiefen einen extrem komplexen Charakters.

Die Rolle hinter der Rolle ist Benedict Cumberbatchs größter Triumph

Jane Campions Film zeigt den Schauspieler erst als bedrohliche Naturgewalt, bevor die sensiblen Facetten von Phil sichtbar werden. Langsam stellt sich heraus , dass Cumberbatch die harte Männlichkeit nur als Fassade spielt, um die heimliche Homosexualität und Verletzlichkeit seiner Figur zu verbergen.

Erst diese Zerrissenheit zwischen äußerlich brutalem Unterdrücker und innerlich sensibler Seele, das Spielen der Rolle hinter der Rolle, macht The Power of the Dog zur wohl besten Benedict Cumberbatch-Schauspielleistung überhaupt.

Wenn man sich die Oscar-Prognosen anschaut, hat Jane Campions Netflix-Film sehr gute Chancen auf die Auszeichnung als Bester Film . Auch Cumberbatch sollte die Academy unbedingt prämieren, nachdem sich dieser nach 12 Jahren so eindrucksvoll von sämtlichen Sherlock-Klischees befreit hat.

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Wünscht ihr Benedict Cumberbatch auch den Oscar als bester Hauptdarsteller für The Power of the Dog?

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