Carl Weathers' Tod reißt ein Loch ins Herz von The Mandalorian: Grogu und Din Djarin haben ihr Zuhause verloren

07.02.2024 - 13:25 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
Carl Weathers als Greef Karga in The Mandalorian
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Carl Weathers als Greef Karga in The Mandalorian
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Der Tod von Carl Weathers reißt ein großes Loch in die Filmwelt und die jüngste Star Wars-Familie. Seit 2019 begleitete der Rocky-Star die Entstehung von The Mandalorian.

Es passiert nicht oft, dass ein Schauspieler in den letzten Jahren seiner Karriere noch einmal eine dermaßen zentrale Rolle in einem Franchise einnimmt wie Carl Weathers in The Mandalorian. Nachdem er in Kult-Reihen wie Rocky und Predator zu sehen war und in Arrested Development sogar eine fiktive Version seiner selbst gespielt hat, reihte sich Weathers im Dezember 2018 in den Cast der ersten Star Wars-Realserie ein.

Dort tummelte er sich u.a. mit dem deutschen Filmemacher Werner Herzog und Nick Nolte – alles Namen, mit denen zu diesem Zeitpunkt vermutlich niemand in einem Star Wars-Projekt gerechnet hat. Doch Serienschöpfer Jon Favreau war nicht auf der Suche nach den nächsten Shooting-Stars. Seit drei Staffeln und mehreren Spin-offs überrascht das Mando-Mastermind mit unerwarteten Casting-Entscheidungen.

Rückblickend ergeben viele dieser Rollenbesetzungen Sinn: Favreau entführt an den Rand der Galaxis, wo sich verwegene Figuren herumtreiben, die wir oft nur eine Episode lang sehen, bevor wir mit dem Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) weiterziehen. Diese weit entfernte Galaxis ist einsam und kalt. Carl Weathers behauptete sich jedoch als jemand, der bleibt. Umso größer klafft die Lücke, die er im Mando-Kosmos hinterlässt.

Vom Star Wars-Verräter zu Baby Yodas Opa: Carl Weathers war ein wichtiger Bestandteil der Mando-Familie

Weathers, der am 1. Februar 2024 in Los Angeles gestorben ist, übernahm in The Mandalorian die Rolle von Greef Karga, einem Mittelsmann der Kopfgeldjäger-Gilde. Auf dem abgelegenen Planeten Nevarro verteilt er Aufträge, am liebsten an Din Djarin, denn der ist zuverlässig und redet nicht viel. Als Familie würde ihn vermutlich niemand bezeichnen, aber für viele dieser verlorenen Profis im Star Wars-Universum ist Karga das, was am ehesten einem Heimathafen gleichkommt.

Carl Weathers erster Auftritt in The Mandalorian

Zumindest so lange, bis jemand gegen den Kodex der Gilde verstößt. Als Din sich dazu entscheidet, den kleinen Grogu zu retten, bevor er in die Fänge eines finsteren Bösewichts gerät, zieht Karga die Waffe. Plötzlich verschwindet das überschwänglich freundliche "Maaando!", das Weathers ansonsten mit brummend-singender Stimme über die Lippen geht, als wolle er allen ganz stolz seinen besten Kopfgeldjägerfreund vorstellen.

Ausgerechnet diese egoistische Figur verwandelt sich im Verlauf der Serie in einen Mann, der Nevarro zum Blühen bringt. Die Herzlichkeit ist keine Behauptung mehr: Karga trägt Wärme und Hoffnung an einen Ort, der zuvor unter einer verkrusteten Lava-Wüste der Trostlosigkeit zu ersticken drohte. Im Familienverhältnis Din-Grogu avanciert er zum Opa, der es nicht erwarten kann, seinen Enkel endlich wiederzusehen.

Weathers dürfte das erste konkrete Gesicht sein, das viele Fans vor fünf Jahren mit The Mandalorian in Verbindung gebracht haben. Als die Serie auf der Star Wars Celebration 2019 mit einem ausführlichen Einblick vorgestellt wurde, fehlte von Baby Yoda jegliche Spur und Pedro Pascal versteckte sich unter dem Mando-Helm. Weathers hingegen durfte mit strahlender Ernsthaftigkeit die Regeln der Kopfgeldjäger-Gilde erklären.

Schauspieler, Regisseur und Heimathafen: Carl Weathers wird definitiv in The Mandalorian fehlen

Gewissermaßen ist er derjenige, der uns in die Star Wars-Serie eingeführt hat, ehe er zu einer der wenigen wiederkehrenden Größen vor und später auch hinter der Kamera aufstieg. Zwei Episoden von The Mandalorian (Staffel 2, Folge 4 und Staffel 3, Folge 4) hat Weathers als Regisseur umgesetzt. In insgesamt zehn Stück tritt er als Schauspieler auf – mehr als die meisten Stars der Serie von sich behaupten können.

Greef Karga mit seinem Lieblingsenkel

Für gewöhnlich werden Altstars wie Weathers nur für kleine Nebenrollen in Franchise-Projekte geholt und können selten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Weathers hingegen hat als Greef Karga eine unverkennbare Präsenz entwickelt. Markanter als viele andere Star Wars-Figuren: Ein besonderer Charme von Weaters war, dass er Star Wars offenkundig liebte, aber sich zu keiner Sekunde an die Regeln des Franchise hielt.

Oft passiert es, dass Filmschaffende zu viel Respekt vor einer Marke mitbringen, gerade, wenn sie so nostalgisch aufgeladen ist wie Star Wars. Weathers hingegen bewegte sich völlig unbekümmert durch den Sternenkrieg. Auch wenn das Material, das er in der 3. Staffel von Favreau an die Hand bekommen hat, deutlich schwächer war als in den ersten zwei Runden, reißt Weathers' Tod ein großes Loch in The Mandalorian.

Karga ist ein echtes Original. Eine Figur mit eigenem Trott, die ohne die mythologische Star Wars-Anbindung funktioniert und genau deswegen so gut zu Din Djarin passt, der sich selbst nicht sicher ist, ob diese Jedi wirklich existieren. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie in zwei Jahren der Mandalorianer und Grogu im Kino landen sollen, ohne dass Carl Weathers die beiden mit seinem herzlichen "Maaando!" empfängt.

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