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Crossing Over mit Harrison Ford in der Kritik

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25.06.2009 - 09:01 Uhr
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Harrison Ford in Crossing Over
© Senator
Harrison Ford in Crossing Over
Nach dem Oscar-prämierten L.A. Crash kommt nun Crossing Over. Mit Harrison Ford in der Hauptrolle untersucht der Film von Wayne Kramer die Immigrationsprobleme in der US-Metropole. Wir schauen, was die Presse dazu sagt.

Die Stadt Los Angeles erfreut sich größter Beliebtheit. Wenn es um Hass, Assimilation und Immigrationsprobleme geht. Der ultimative Schmelztiegel dient oft als Rahmen für melodramatische Geschichten mit moralischen Ambitionen. 2004 sahnte Paul Haggis mit L.A. Crash viel Kritikerlob und auch den einen oder anderen Oscar ab, unter anderem als bester Film.

Regisseur Wayne Kramer, der sich bislang mit Filmen wie Der Cooler – Alles auf Liebe und Running Scared – Renn oder stirb einen Namen machen konnte, hat sich nun mit Crossing Over auch an sein ganz persönliches Porträt von einem Haufen Menschen gewagt, die alle versuchen, im Schmelztiegel ihr Leben zu leben:

Spezialagent Max Brogan (Harrison Ford) arbeitet für die Einwanderungsbehörde, spürt illegale Immigranten auf und schickt sie zurück über die Grenze. Er hat aber ein viel zu großes Herz, um abzustumpfen: Brogan entwickelt Mitleid für eine Mexikanerin und bringt sich damit in Schwierigkeiten. Sein persischer Partner und seine traditionelle iranische Familie; eine hübsche angehende Schauspielerin aus Australien (Alice Eve), die sich ihren Aufenthalt als Sex-Sklavin eines Mitarbeiters der Immigrationsbehörde (Ray Liotta) erschläft; und eine Schülerin, die vor der Klasse einen Aufsatz vorliest, der Verständnis gegenüber den Terroristen des 11. September 2001 ausdrückt – sie alle kämpfen mit Arbeitserlaubnis- und Einbürgerungsproblemen.

Der US-Kritiker Roger Ebert hat so seine Probleme mit der Dramaturgie. Obwohl einige der Geschichten faszinierend und einige andere herzzerreißend seien, „wirken sich im Ganzen ein wenig zu gekünstelt“. Nichtsdestotrotz: „Manchmal sind Filme, trotz ihrer Fehler, fesselnd und man möchte immer weiterschauen. Dieser hier ist so einer.“

James Berardinelli von Reelviews stimmt im Grunde genommen zu. Crossing Over gehe nicht gerade subtil mit dem Thema Immigration um. Der Film sei zu grob, um Sympathie auf seine Charaktere zu ziehen „und einige der Aktionen und Interaktionen, die auf der Leinwand geschehen, sind zu unwahrscheinlich, um akzeptiert zu werden“. Für diejenige, die L.A. Crash geliebt haben, könnte Crossing Over nichtsdestotrotz ein paar Anreize bieten, auch wenn Berardinelli glaubt, der Oscar-prämierte Streifen von Haggis sei sowieso überbewertet gewesen.

Arnold Hohmann von Der Westen gesteht dem Film ein „sehr viel differenzierteres und sicher auch kritischeres Bild vom Umgang Nordamerikas mit seinen vielen gebetenen und ungebetenen Gästen“ zu. Regisseur Kramer zeige kein Schmelztiegel, „mehr schon eine bunte Zwangsgesellschaft mit unüberbrückbaren Gegensätzen.“

Die Nordsee-Zeitung lobt die Bilder von Kameramann James Whitaker, fürchtet aber auch, „die unvermeidliche Fahnensymbolik und das etwas zu dick aufgetragenen Gutmenschen-Pathos“ könnte einigen Zuschauer sauer aufstoßen. Zudem hätte es der Geschichte vermutlich nicht geschadet, wenn Wayne Kramer „einige der Handlungsstränge“ gekappt hätte.

Crossing Over startet am 25. Juni 2009 in den deutschen Kinos.

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