Unbiblisch

Paramount & Aronofsky streiten um Final Cut bei Noah

16.10.2013 - 09:20 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Darren Aronofsky am Set von Noah
© Paramount Pictures
Darren Aronofsky am Set von Noah
Darren Aronofsky inszeniert mit Noah seinen bisher teuersten und aufwendigsten Film. Das Studio Paramount Pictures bekommt nun nach wenig erfolgreichen Testscreenings ein mulmiges Gefühl und streitet mit dem Regisseur um die Endversion des Epos.

Noah ist ohne Zweifel das ehrgeizigste, komplizierteste und auch teuerste Filmprojekt des New Yorker Regisseurs Darren Aronofsky (Requiem for a Dream). Sein letzter Film Black Swan brachte Natalie Portman einen Oscar und den Einspielergebnissen von 329 Millionen US-Dollar weltweit stehen beinahe lächerliche Produktionskosten von 13 Millionen US-Dollar gegenüber. Sein neues Werk Noah, für das er die Bibel und sein eigenes Fantasy-Comic verfilmt, soll 125 Millionen Dollar in der Produktion verschlingen. Das macht das Studio Paramount offenbar ganz schön nervös. Ein großes Budget fordert einen Boxoffice-Hit. Das Studio liegt nach Angaben des Hollywood Reporters nun im Clinch mit Darren Aronofsky, seinen Film noch einmal zu überarbeiten. Der Regisseur hält aber an seinem Recht auf den Final Cut fest.

Mehr: Komplizierteste ILM-Effekte aller Zeiten in Noah

Test-Screenings von verschiedenen Versionen von Noah für Juden, Christen und gemischte religiöse Gruppen in New York, Arizona und Orange County hätten beunruhigende Ergebnisse erzielt, berichtet der Hollywood Reporter. Rob Moore, der Vize-Vorstand von Paramount, meinte, dass der Film einen normalen Preview-Prozess durchläuft und das Resultat wird eine Version des Films sein, die Darren Aronofsky überwacht. Eine weitere Quelle erklärt jedoch, dass Darren Aronofsky nicht gemacht sei für große Studiofilme: „Er ist sehr respektlos. Er kümmert sich nicht um die Meinung [von Paramount].“

Die Herausforderung sei nun, einen dritten Akt hinzubekommen, der das potenziell riesige Publikum an Christen nicht befremdet. 2012 schon schrieb der Autor Brian Godawa über das Skript von Noah, dass es eine „uninteressante und unbiblische Verschwendung“ jeder Menge Geld sei, welche für Jahrzehnte die Möglichkeit ruinieren würde, große Studiofilme über biblische Helden zu drehen. Jedoch dürfen wir nicht darauf vergessen, dass Darren Aronofsky sein eigenes Comic verfilmt, das sich Paramount bereits vor mehreren Jahren zu Gemüte geführt hat und einverstanden mit dessen filmischer Umsetzung war – inklusive sechsarmiger, gefallener Engel ohne Flügel.

Neben den überaus ausladenden Special Effects dürfen wir uns also auf einen schrägen und nicht gerade bibeltreuen Sandalenfilm freuen mit Russell Crowe als Noah. An seiner Seite finden sich Emma Watson, Logan Lerman und Jennifer Connelly. Am 3. April 2014 startet das Spektakel in unseren Kinos.

Was meint ihr: Sollte ein Filmemacher das Recht auf den Final Cut haben?

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