The Shallows: Besser war Hai-Horror seit Der weiße Hai nicht mehr

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The Shallows
23.05.2020 - 17:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Ausgerechnet Gossip Girl-Star Blake Lively führt den besten Hai-Film der letzten Jahre an. Mit The Shallows ist heute Abend auf VOX ein absolutes Genre-Highlight zu sehen.

Vor mehr als 40 Jahren begründete ein Hai-Film das moderne Blockbuster-Kino. Die Rede ist von Steven Spielbergs Der weiße Hai, der nach wie vor eines der erschreckendsten Monster der Filmgeschichte ist. Wenn wir jedoch nach gegenwärtigen Genre-Vertretern suchen, die uns aufgrund ihrer mächtigen Erscheinung in den Kinosessel drücken, finden sich erschreckend wenig Exemplare auf der großen Leinwand.

Die schwimmenden Killer sind inzwischen ins Direct-to-DVD-Regal übergewandert und treiben etwa in trashigen Asylum-Produktionen ihr Unwesen - vorzugsweise mit drei bis vier Köpfen, wenn nicht gleich in Form eines ganzen Tornados. Selbst der gigantische Meg konnte den Hai im Kino nicht davor bewahren, dass er sich am Ende des Tages nur lächerlich macht. Auftritt: The Shallows von Jaume Collet-Serra.

The Shallows mit Blake Lively rettet den Hai-Film

Mitten im Kinosommer 2016 entfesselt der Regisseur, der zuvor durch seine Actionfilme mit Liam Neeson auf sich aufmerksam gemacht hat, einen wuchtigen Hai-Film, wie es ihn im Kino womöglich seit Der weiße Hai nicht mehr zu sehen gab. Heute Abend um 20:15 Uhr ist The Shallows auf VOX zu sehen. Alternativ könnt ihr den Film auch bei Amazon Prime Video * mit diversen Leih- und Kaufoptionen streamen.

In The Shallows verschlägt es die von Blake Lively verkörperte Nancy Adams an einen versteckten Strand in Mexiko. Hier hofft sie auf die perfekte Welle, doch insgeheim verbindet sie noch viel mehr mit diesem Ort: Bereits ihre Mutter besuchte den paradiesischen Flecken Erde, als sie mit Nancy schwanger war. Als jedoch plötzlich ein riesiger Hai auftaucht, ist nicht mehr viel von dem vermeintlichen Paradies übrig.

Schaut euch den Trailer für The Shallows an:

The Shallows - Trailer (Deutsch) HD
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Allein für das famose Wortspiel Steven Seagull gebührt The Shallows jede Auszeichnung, die ein Hai-Film erhalten kann. Blake Livelys schicksalhafter Ausflug mit dem Surfbrett hat aber noch ganz andere Qualitäten zu bieten - allen voran einen Genre-Meister auf dem Regiestuhl. Jaume Collet-Serra versucht gar nicht erst, die B-Movie-Prämisse zu verstecken, sondern lässt die einfache Struktur seines Films von Anfang an durchblicken.

Ein Hai-Film, der das Erbe von Der weiße Hai verdient

The Shallows wirkt dadurch extrem schlank und abgespeckt. Hier existiert kein überflüssiger Ballast, sondern pure Effizienz: Diese Art des Filmemachens kann mitunter nüchtern und kalt wirken, geradezu kalkuliert und seelenlos. Jaume Collet-Serra beutet jedoch nicht nur erprobte Genre-Muster aus, sondern entdeckt in diesen Mustern aufregende Bausteine des Kinos.

Als kinetisches Ereignis begreift er seinen Film, angefangen bei den Bewegungen der Wellen, die sich im Lauf der Handlung sowohl mit befreiender Kraft entfalten als auch von einer niederschmetternden Wirkung zeugen. Eben noch erobert Blake Livelys einsame Protagonistin das Meer, da wird sie im nächsten Moment von diesem umzingelt, als wäre sie gedankenverloren in eine Falle getappt.

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Die nächste Welle kann sie für immer in die Tiefe ziehen oder an den rettenden Strand schleudern. Jaume Collet-Serra weiß geschickt, von der Umgebung Gebrauch zu machen, ehe er sich der eigentlichen Attraktion seines Films nähert. Langsam enthüllt er die hungrige Bestie und spielt dabei geschickt mit unseren Erwartungen. Was an sich wenig Innovation in sich birgt, weiß bei einer perfekten Ausführung jedoch zu verzücken.

Die Geburtsstunde von Blake Lively als Actionheldin

Verblüffend bewegt sich Jaume Collet-Serra auf dem schmalen Grat zwischen Handwerker und Auteur: The Shallows ist bodenständig, tief im Genre verankert und dennoch ein völlig entfesselter Film, der uns in alle Höhen und Tiefen dieses Überlebenskampfes hineinzieht. Obwohl man sich im Grunde alle Aspekte ausmalen kann, will man keine Sekunde dieses aufwühlenden Ereignisses verpassen.

Und dann erleben wir in The Shallows die Geburtsstunde von Blake Lively als Actionstar. Von 2007 bis 2012 war sie in der erfolgreichen The CW-Serie Gossip Girl zu sehen, ehe sich vor ihr ein breites Feld an Möglichkeiten entfaltete. Wurde sie anfangs von Hollywood jedoch nur an den Rand gestellt, etwa in Oliver Stones Savages oder dem DC-Film Green Lantern, markiert The Shallows noch einmal einen ganz anderen Durchbruch.

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Klar, der Hai ist eine faszinierende Kino-Attraktion und wird von Jaume Collet-Serra entsprechend in Szene gesetzt, doch die Aufmerksamkeit, die er Blake Lively zukommen lässt, verwandelt The Shallows in eine mitreißender Angelegenheit. Auf der einen Seite ist da das kompromisslose Körperkino, das die Heldin gefangen auf einem Fels an ihre Grenzen führt, auf der anderen Seite die emotionale Reise.

Auch hier dominieren bei Jaume Collet-Serra die einfachen, dafür umso deutlicheren Motive. Eine verstorbene Mutter und die Entfremdung von der Familie: Nancy kämpft nicht nur gegen den Hai, sondern gegen sich selbst - und es ist ein absolut packender Kampf. Erlösend ist am Ende neben dem Einsatz von Sias Song Bird Set Free damit vor allem das Wissen, von welchen Gefühlen der Song in diesem Augenblick getragen wird.

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