Der Film beginnt ganz ordentlich und für eine Weile sieht es so aus, als würde man einen ganz ordentlich Hitchcock Thriller vorgsetzt bekommen. Wie so oft in dergleichen Filmen, hat der Drehbuchautor allerdings einfach seinen Hund weitertippen lassen, als der Plot dann in Gang kommt und es darum geht, warum denn Henry 'Brustkorb' Cavills Familie eigentlich verschwunden ist. Mir geht Logik generell am Hinterteil vorbei, aber was hier so vor sich geht, ist ein bisserl zuviel. Darüber hinaus ist der Protagonist so himmelschreiend blöd, dass ich die letzte halbe Stunde nur noch hoffte, dass der (äußerst schlecht charakterisierte) Bösewicht den Idioten endlich zur Strecke bringt. Nie ein gutes Zeichen!
Geriatrisches Wohlfühlkino: Technisch einwandfrei, schauspielerisch sehr ansehnlich, einige nette Witzchen enthaltend aber unsagbar seicht und bar jeder Überraschung. Meine Eltern werden den Film lieben...
Wenige Filme geben dem Zuschauer das Gefühl Zeugen eines Lebens zu werden: La meglio gioventu leistet das für eine ganze Familie – und die Geschichte Italiens seit der 70er Jahre gleich noch dazu! Der Film widmet sich seinen Protagonisten mit soviel Zärtlichkeit und Verständnis, nimmt sich soviel Zeit auch für ihre problematischeren Handlungen...nach den 6 Stunden Laufzeit dachte ich vor allem, wie sehr ich die Charaktere vermissen werde. Was ich sagen will ist wohl, dass La meglio giuventu sich nicht anfühlt wie ein Film, sondern wie das Leben selbst, von seinen großartigsten bis zu seinen erbärmlichsten Momenten. Aber ein Film ist er natürlich und ein Meisterwerk noch dazu! Negativ anzumerken wäre vielleicht die etwas zu sehr auf TV-Miniserie getrimmte Ästhetik (das Ganze war als eine solche geplant) und ein Anflug von Seifenoper hier und da...aber was für eine!
"Gone" ist so furchtbar doof, dass man sich tatsächlich nicht helfen kann auf die hanebüchenen Wendungen und Logikfehler mehr als den verdienten Gehirnpfurz zu verwenden (Wahrscheinlichkeit und Logik sind mir meistens ziemlich egal). Das Drehbuch ist jedenfalls furchtbar schlecht und dem Regisseur mangelt es teilweise so sehr am Verständnis für die geläufigsten Regeln der Filmsprache (eine plötzliche Rückblende sollte eine Verbidung zu dem enthalten, was sie ausgelöst hat bzw. sollte Informationen enthalten, die der Zuschauer braucht), dass man fluchend das Kino verlässt. In bin mir recht sicher: Es gibt Pornos mit besseren Drehbüchern. Und reden wir besser gar nicht vom Ende ...
The Grey is ein filmisches Prachstück! Ein raues, Männerfilmjuwel (was zugegebenerweise ein bisschen wie die Beschreibung eines Teiles der männlichen Genitalien klingt ... eh ...) das all das ist, was ich mir von einem Film erwarte. Mir ist ganz ehrlich schleierhaft, wie man unbeindruckt sein kann, von diesem grandios gefilmten, spannenden, mit tollen Schauspielern besetzten Ölbohrer vs. Wölfe Epos! The Grey ist die Art von Film, die Robert Aldrich oder Sam Peckinpah sicherlich gerne gemacht hätten. Einige Momente sind dermaßen gut gefilmt und der Film traut sich soviel .... ich bin verwundert, dass nicht Begeisterungsstüme seitens der Kritiker auf den Film niederprasseln. Wer mir übrigens erzählt das das ganze vorhersehbar ist: Es geht um Öhlbohrer die in der Antarktis ums Überleben kämpfen, was soll überraschendes passieren!!! Aliens entführen sie, rasieren Liam Neeson und heiraten ihn? Das Ende beispielsweise ist so mutig und großartig, dass ich besser gar nicht anfange mt den Vergleichen. Fantastisch!
"Far from the madding crowd" ist ein lyrisches Prachtstück von einer romantischen Romanverfilmung, wundervoll photographiert und musikalisch untermalt, mit einer britischen Schauspielerrige auf der Höhe ihres Könnens (Julie Christie, Terrence Stamp, Alan Bates und Peter Finch). Einige Momente (Terrence Stamp flirtiert mit seinem Säbel vor Julie Christies Gesicht herum ... nicht das, wonach es sich anhört) sind atemberaubend schön. Ein wenig lang ist das ganze natürlich schon ...
Black Gold geht gute 20 Minuten als charmant almodisches Araberepos durch. Ab dieser Zeitmarke wird allerdings die Käsemaschine auf "Fromage de luxe" gedreht und Klischee türmt sich auf Klischee, albernste Dialoge über noch alberne Dialoge ("I am going back to the desert, where man and woman live together like water and stone"), das Drehbuch tapert so apathisch durch die Wüste wie sein Protagonist und Hauptdarsteller Tahar Rahim wird von Mark Strong schauspielerisch dermaßen vernascht, dass man sich die Augen zuhalten möchte. Tatsächlich ist Strong für 4 von diesen 5 Punkten hier verantwortlich. Besonders peinlich wird es gegen Ende, als Regisseur Jean-Jacques Annaud nicht so recht weiss, wie er den Film denn zu Ende bringen soll und flugs eine unwichtige, überzeichnete Nebenfigur zur blödsinnigen Lösung missbraucht.
Wieso darf ich nie Han Solo sein?! Erst verbietet es mir mein großer Bruder, jetzt gibt es nur Charaktere aus der dem Phantom Gedöns. Ach, wehe mir! Ansonsten ist der Test aber super!
Oh je! "In Time" wirkt so, als hätte Andrew Niccol versucht, eine Pornoversion von "Gattaca" zu drehen aber die Sexszenen vergessen. Die erste halbe Stunde mag noch eingermaßen durchgehen aber als Justin Timberlake und Amanda Seyfried als Bonnie & und Clyde mit Zeitnöten durch die Gegend tapern (genauso wie das Drehbuch) geht das ganze ziemlich daneben. Unsägliche Wortspiele à la "Verschwende nicht meine Zeit" wechseln sich mit köstlichen Klischees wie "Ich kannte seinen Vater" und recht unmotivierten Tiefgründigkeiten im Stile von "Du hast sie erdrückt. Du erdrückst uns alle". Charaktere tauchen irgendwo auf und gehen irgendwo hin, es gibt kaum Spannung und erzählerische Dichte. Es hilft auch nichts, dass In Time seine eigene Logik nicht verstanden zu haben scheint und am Ende genau dem wiederspricht, was die Figuren vorher verstanden zu haben scheinen (SPOILER: Auch eien Millionen Jahre ist vollkommen wertlos, wenn der Preis für alles unendlich in die Höhe geschraubt werden kann). Hätte Niccol das Scheitern seiner Figuren in Betracht gezogen, dann hätte er vielleicht auch nicht all die absurden erzählerischen Purzelbäume schlagen müssen, um zu einem vollkommen unbefreidigenden Happy End zu kommen. Pluspunkte sind die nette Grundidee, einige schöne Bilder und vor allem die wundervollen Beine von Amanda Seyfried.
Kein Film, der Lino Venturas Gesicht für 80 % der Laufzeit ins Zentrum rückt, kann ganz schlecht sein. "Die Ohrfeige" ist sogar ganz nett (Das ist als Kompliment gemeint!). Einziges größeres Problem der Vater- Tochter (gespielt von einer sehr jungen, sehr hysterischen Isabelle Adjani) Dramödie ist, dass er sich gegen Ende noch bemüht, der Beziehung zwischen Venturas Charakter und seiner Nochehefrau (Anne Girardot) Platz einzuräumen. Damit übernimmt sich "Die Ohrfeige" gehörig, was aber auch nicht allzu schlimm ist, da beide Schauspieler toll sind und der Film letztendlich auch nicht mehr als nette, emotionale Unterhaltung sein will. Randnotiz: Die spinnen, die (18-jährigen) Französinnen!
Ein bisschen geschwätzig ist Ettore Scolas Film schon (wie bis jetzt jeder Film, den ich von ihm gesehen habe), aber die emotionalen Kernmomente sitzen hervorragend in dieser leicht schwermütigen Familiensaga, in deren Zentrum ein gewohnt fantastischer Vittoria Gassmann regiert, als wäre er der König von Zelluloidistan.
Wer hat denn da die Punkte verteilt: Der Wolfsjunge und Pattinson kriegen 10 Sexappeal, während Stewart mit einer schnöden 9 abgestraft wird!! Das ist nicht nur skandalös, dass ist (wissenschaftlich) schlichtweg falsch.
Diese freakigen Proportionen würde ich aber dann doch gerne erst einmal aus der Nähe betrachten und ausgiebig testen, bevor ich da irgendeinem Abzug an Sexappeal zustimme...
Der Gegner hat in einem Durchlauf gewonnen, und ein fieser Riley Biers oder so hat meine letzte Karte, Bella Swan (!!!) in Sachen Sexyness geschlagen. Ziemlich hart!
Rassige Seifenoper, mit einem fantastischem Robert Mitchum und diversen verbalen Perlen ("This is a boy's room. I am gonna show you a MAN's room!"). Die zahlreichen unfreiwillig komischen Momente tragen zum Charme des Ganzen bei.
Sehr enttäuschend! Nichts, was das Orginal so besonders gemacht hat (Atmosphäre, Musik, ein fantastisches Ende, Kurt Russells Bart ... etc...) findet sich hier. Dafür ist alles, was an John Carpenters The Thing schon problematisch war (Logik, Drehbuch im allgemeinen), hier eine Katastrophe. Darsteller sind aber ok. Fairerweise muss wohl noch gesagt werden, dass die aktuellen Bärte auch nicht schlecht sind.
Manchmal hat man das Gefühl, ein Film wäre eine Süßigkeitentüte, voller persönlicher Lieblingsnascherein. Schwächen bei "Warrior" zu finden ist nicht allzu schwer, denke ich. Aber wie könnte ich einem Film, der meinen Lieblingssport beinhaltet, mit zwei meiner absoluten Lieblingsschauspieler besetzt ist (Tom Hardy und Nick Nolte sind fantastisch), Liedern der Lieblingsband in emotionalen Schnüsselmomenten auf herzzerbrechende Weise benutzt und einem meiner Lieblingsgenres angehört, Vorwürfe machen? Will ich nicht, mach ich nicht! Ein Kritiker hat über Warrior geschrieben, dass es sich mit dem Film verhält, wie mit einem Bruce Springsteen Song: Man hat es schon tausend Mal gehört, es geht immer um die gleichen Themen - aber man kann sich nicht helfen lauthals mitzugrölen.
Ha! Ich seh grad, ich hab den Film genauso bewertet wie du. Schöner Kommentar. Ich musste nochmal die menschliche Anatomie checken, als ich Hardys ... ja, was ist das eigentlich, Nackenmuskulatur? gesehen habe. Unglaublich der Mann. Er kann eine Tür von einem Panzer abreißen! Wenn das nicht Bane-tastisch ist...
Denke, dass Hardys Nackenmuskulatur Außenseiterchancen auf eine (oder zwei?) Oscarnomierungen als bester Nebendarsteller hat. Drücke Daumen und meinen vergleichbar mickrigen Nacken...
Erst einmal muss gesagt sein, dass The Help funktioniert. Die Schauspieler sind fantastisch und der Film verkneift es sich clever Emma Stone zum (alleinigen) Zentrum des Filmes zu machen, was wieder zum Vorwurf geführt hätte, dass eine weiße Hauptfigur, der Heilsbringer rhilfloser Schwarzer wird. Der Großteil des Publikums schien das Ganze denn auch zu fressen, als handle es sich um einen fritierten Hänchenschenkel. Daran änderte dann auch nichts das geschmacklos verkitschte, überlange (Hallöchen The Return of the King) Ende oder die eindimensionalen, allzu bekannten Figuren (toll gespielt!). Unfreiwillig komische Szenen mit Emma Stone und ihrem Hausmädchen (gespielt von Morgan Freeman) und ihrer Mutter schienen gut durchzugehen. Habe ich schon von dem Ende gesprochen? Es gibt doch tatsächlich eine "Wir stehen auf und applaudieren Szene" - in einer Kirche. Herrlich! Ich habe nichts dagegen, wenn Regisseure auf die Tränendrüsen drücken. Aber bitteschön mit etwas Anstand und wenigstens ein klitzekleines bisschen subtil. Man möchte zum Weinen verführt werden, nicht von einem 140 Kilo Gorilla vergewaltigt. Ich sage nicht, was in dieser Analogie die R.Kelly-esque Ballade über dem Abspann entspricht ...
America, America (der deutsche Titel ist ein bisschen übertrieben wuchtig) ist der ehrlichste und grausamste Film, den ich je zum Thema Lebensträume und ihre Erfüllung gesehen habe. Der griechisch/ türkische Protagonist will nach Amerika und wird dafür (fast) alles tun. Wenn das heisst, eine Frau wegen des Geldes zu heiraten und sie dann zurückzulassen, dann ist es eben so. Kazan verurteilt das nicht, sondern zeigt es. Mit den Schmerzen und der Schuld. Das ist sehr sehr erfrischend, nicht nur für einen amerikanischen Film.
Irgendjemand hat mal geschrieben, Kazans Familiendrama"Jenseits von Eden" wäre eine unfaire Parteinahme für den "schlechten Bruder" Cain gegenüber Abel. Das gleiche ließe sich auch für America, America sagen, wobei ich in beiden Fällen das "unfair" streichen würde.
Als Schwächen von America America wären das etwas zu gewollt ausdrucksstarke Spiel des Hauptdarstellers zu nennen und - was ziemlich ungewöhnlich für die Herstellungszeit und den Regisseur des Filmes ist - zu viel Understatement in den emotionalen Schlüsselmomenten.
Zu lang, zu geschwätzig, zu halbherzig in seiner Charakterzeichnung, zu sehr auf schmalzige Songs vertrauend, in den emotionalen Schlüsselmomenten, zu seicht: Kurz gesagt: zu französisch! Wahrscheinlich bin ich zu hart: Die Schauspieler sind ganz toll und es gibt nette Momente, aber ... himmelarsch, 154 Minuten für DAS! In der Zeit hatte Terrence Malick die Welt erschaffen (nicht das der Film nicht auch zu lang gewesen wäre)!
Langsam kann ich dieses Argument "zu französisch" nicht mehr hören. Kann vielleicht mal nach der Qualität bewertet werden. "Halbherzige Charakterzeichnung"? Na denn, ich denke, du hast ihn auf Deutsch gesehen, sonst würdest du sowas nicht behaupten...
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Effenberg
über The Cold Light of Day 2012/04/27 11:06:48
Der Film beginnt ganz ordentlich und für eine Weile sieht es so aus, als würde man einen ganz ordentlich Hitchcock Thriller vorgsetzt bekommen. Wie so oft in dergleichen Filmen, hat der Drehbuchautor allerdings einfach seinen Hund weitertippen lassen, als der Plot dann in Gang kommt und es darum geht, warum denn Henry 'Brustkorb' Cavills Familie eigentlich verschwunden ist. Mir geht Logik generell am Hinterteil vorbei, aber was hier so vor sich geht, ist ein bisserl zuviel. Darüber hinaus ist der Protagonist so himmelschreiend blöd, dass ich die letzte halbe Stunde nur noch hoffte, dass der (äußerst schlecht charakterisierte) Bösewicht den Idioten endlich zur Strecke bringt. Nie ein gutes Zeichen!
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Effenberg
über Best Exotic Marigold Hotel 2012/04/12 17:11:34
Geriatrisches Wohlfühlkino: Technisch einwandfrei, schauspielerisch sehr ansehnlich, einige nette Witzchen enthaltend aber unsagbar seicht und bar jeder Überraschung. Meine Eltern werden den Film lieben...
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Zappalynch 2012/05/22 12:16:00
Antwort löschen"unsagbar seicht" - das trifft es zu 100 Prozent! Dieser Film weckt mal so gar nichts...
Effenberg
über Die besten Jahre 2012/04/04 16:08:36
Wenige Filme geben dem Zuschauer das Gefühl Zeugen eines Lebens zu werden: La meglio gioventu leistet das für eine ganze Familie – und die Geschichte Italiens seit der 70er Jahre gleich noch dazu! Der Film widmet sich seinen Protagonisten mit soviel Zärtlichkeit und Verständnis, nimmt sich soviel Zeit auch für ihre problematischeren Handlungen...nach den 6 Stunden Laufzeit dachte ich vor allem, wie sehr ich die Charaktere vermissen werde. Was ich sagen will ist wohl, dass La meglio giuventu sich nicht anfühlt wie ein Film, sondern wie das Leben selbst, von seinen großartigsten bis zu seinen erbärmlichsten Momenten. Aber ein Film ist er natürlich und ein Meisterwerk noch dazu! Negativ anzumerken wäre vielleicht die etwas zu sehr auf TV-Miniserie getrimmte Ästhetik (das Ganze war als eine solche geplant) und ein Anflug von Seifenoper hier und da...aber was für eine!
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Effenberg
über Gone 2012/03/16 09:25:01
"Gone" ist so furchtbar doof, dass man sich tatsächlich nicht helfen kann auf die hanebüchenen Wendungen und Logikfehler mehr als den verdienten Gehirnpfurz zu verwenden (Wahrscheinlichkeit und Logik sind mir meistens ziemlich egal). Das Drehbuch ist jedenfalls furchtbar schlecht und dem Regisseur mangelt es teilweise so sehr am Verständnis für die geläufigsten Regeln der Filmsprache (eine plötzliche Rückblende sollte eine Verbidung zu dem enthalten, was sie ausgelöst hat bzw. sollte Informationen enthalten, die der Zuschauer braucht), dass man fluchend das Kino verlässt. In bin mir recht sicher: Es gibt Pornos mit besseren Drehbüchern. Und reden wir besser gar nicht vom Ende ...
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lieber_tee 2012/04/05 20:48:07
Antwort löschenKannst du mir kurz erklären warum die Rückblenden im Film nicht die Funktion haben die du beschreibst ?
Effenberg
über The Grey - Unter Wölfen 2012/03/03 20:48:22
The Grey is ein filmisches Prachstück! Ein raues, Männerfilmjuwel (was zugegebenerweise ein bisschen wie die Beschreibung eines Teiles der männlichen Genitalien klingt ... eh ...) das all das ist, was ich mir von einem Film erwarte. Mir ist ganz ehrlich schleierhaft, wie man unbeindruckt sein kann, von diesem grandios gefilmten, spannenden, mit tollen Schauspielern besetzten Ölbohrer vs. Wölfe Epos! The Grey ist die Art von Film, die Robert Aldrich oder Sam Peckinpah sicherlich gerne gemacht hätten. Einige Momente sind dermaßen gut gefilmt und der Film traut sich soviel .... ich bin verwundert, dass nicht Begeisterungsstüme seitens der Kritiker auf den Film niederprasseln. Wer mir übrigens erzählt das das ganze vorhersehbar ist: Es geht um Öhlbohrer die in der Antarktis ums Überleben kämpfen, was soll überraschendes passieren!!! Aliens entführen sie, rasieren Liam Neeson und heiraten ihn? Das Ende beispielsweise ist so mutig und großartig, dass ich besser gar nicht anfange mt den Vergleichen. Fantastisch!
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Pablo.CH 2012/03/05 10:15:41
Antwort löschenohh ich freu mich drauf!!
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Prestigeww 2012/03/06 18:32:59
Antwort löschenAber du musst zugeben: Wenn Aliens Liam Neeson rasiert und geheiratet hätten, das hätten wir auch gern gesehen. :)
Effenberg 2012/03/07 12:59:09
Antwort löschenWäre zumindest eine Idee für die Fortsetzung ....
Effenberg
über Meine Frau, die Hexe 2012/02/21 12:00:39
Auf ganzer Linie entzückend!
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Effenberg
über Die Herrin von Thornhill 2012/02/06 13:07:47
"Far from the madding crowd" ist ein lyrisches Prachtstück von einer romantischen Romanverfilmung, wundervoll photographiert und musikalisch untermalt, mit einer britischen Schauspielerrige auf der Höhe ihres Könnens (Julie Christie, Terrence Stamp, Alan Bates und Peter Finch). Einige Momente (Terrence Stamp flirtiert mit seinem Säbel vor Julie Christies Gesicht herum ... nicht das, wonach es sich anhört) sind atemberaubend schön. Ein wenig lang ist das ganze natürlich schon ...
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Effenberg
über Black Gold 2012/01/30 17:59:10
Black Gold geht gute 20 Minuten als charmant almodisches Araberepos durch. Ab dieser Zeitmarke wird allerdings die Käsemaschine auf "Fromage de luxe" gedreht und Klischee türmt sich auf Klischee, albernste Dialoge über noch alberne Dialoge ("I am going back to the desert, where man and woman live together like water and stone"), das Drehbuch tapert so apathisch durch die Wüste wie sein Protagonist und Hauptdarsteller Tahar Rahim wird von Mark Strong schauspielerisch dermaßen vernascht, dass man sich die Augen zuhalten möchte. Tatsächlich ist Strong für 4 von diesen 5 Punkten hier verantwortlich. Besonders peinlich wird es gegen Ende, als Regisseur Jean-Jacques Annaud nicht so recht weiss, wie er den Film denn zu Ende bringen soll und flugs eine unwichtige, überzeichnete Nebenfigur zur blödsinnigen Lösung missbraucht.
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Effenberg
Kommentare 2012/01/09 17:11:07
Wieso darf ich nie Han Solo sein?! Erst verbietet es mir mein großer Bruder, jetzt gibt es nur Charaktere aus der dem Phantom Gedöns. Ach, wehe mir! Ansonsten ist der Test aber super!
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annaberlin 2012/01/09 17:30:57
Antwort löschenNa Han Solo ist ja noch nicht in Episode 1, sonst wärst du es (als einziger!)
Effenberg
über In Time - Deine Zeit läuft ab 2011/12/28 11:22:22
Oh je! "In Time" wirkt so, als hätte Andrew Niccol versucht, eine Pornoversion von "Gattaca" zu drehen aber die Sexszenen vergessen. Die erste halbe Stunde mag noch eingermaßen durchgehen aber als Justin Timberlake und Amanda Seyfried als Bonnie & und Clyde mit Zeitnöten durch die Gegend tapern (genauso wie das Drehbuch) geht das ganze ziemlich daneben. Unsägliche Wortspiele à la "Verschwende nicht meine Zeit" wechseln sich mit köstlichen Klischees wie "Ich kannte seinen Vater" und recht unmotivierten Tiefgründigkeiten im Stile von "Du hast sie erdrückt. Du erdrückst uns alle". Charaktere tauchen irgendwo auf und gehen irgendwo hin, es gibt kaum Spannung und erzählerische Dichte. Es hilft auch nichts, dass In Time seine eigene Logik nicht verstanden zu haben scheint und am Ende genau dem wiederspricht, was die Figuren vorher verstanden zu haben scheinen (SPOILER: Auch eien Millionen Jahre ist vollkommen wertlos, wenn der Preis für alles unendlich in die Höhe geschraubt werden kann). Hätte Niccol das Scheitern seiner Figuren in Betracht gezogen, dann hätte er vielleicht auch nicht all die absurden erzählerischen Purzelbäume schlagen müssen, um zu einem vollkommen unbefreidigenden Happy End zu kommen. Pluspunkte sind die nette Grundidee, einige schöne Bilder und vor allem die wundervollen Beine von Amanda Seyfried.
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Effenberg
über Die Ohrfeige 2011/11/28 10:47:00
Kein Film, der Lino Venturas Gesicht für 80 % der Laufzeit ins Zentrum rückt, kann ganz schlecht sein. "Die Ohrfeige" ist sogar ganz nett (Das ist als Kompliment gemeint!). Einziges größeres Problem der Vater- Tochter (gespielt von einer sehr jungen, sehr hysterischen Isabelle Adjani) Dramödie ist, dass er sich gegen Ende noch bemüht, der Beziehung zwischen Venturas Charakter und seiner Nochehefrau (Anne Girardot) Platz einzuräumen. Damit übernimmt sich "Die Ohrfeige" gehörig, was aber auch nicht allzu schlimm ist, da beide Schauspieler toll sind und der Film letztendlich auch nicht mehr als nette, emotionale Unterhaltung sein will. Randnotiz: Die spinnen, die (18-jährigen) Französinnen!
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Effenberg
über Die Familie 2011/11/20 15:36:13
Ein bisschen geschwätzig ist Ettore Scolas Film schon (wie bis jetzt jeder Film, den ich von ihm gesehen habe), aber die emotionalen Kernmomente sitzen hervorragend in dieser leicht schwermütigen Familiensaga, in deren Zentrum ein gewohnt fantastischer Vittoria Gassmann regiert, als wäre er der König von Zelluloidistan.
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Effenberg
Kommentare 2011/11/11 11:32:43
Wer hat denn da die Punkte verteilt: Der Wolfsjunge und Pattinson kriegen 10 Sexappeal, während Stewart mit einer schnöden 9 abgestraft wird!! Das ist nicht nur skandalös, dass ist (wissenschaftlich) schlichtweg falsch.
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freakingmuse 2011/11/11 11:35:20
Antwort löschenDass überhaupt einer von ihnen Punkte bei Sexappeal bekommt ist (wissenschaftlich) schlichtweg falsch.
Kängufant 2011/11/11 11:41:33
Antwort löschenTouché :)
Rochus Wolff 2011/11/11 11:43:43
Antwort löschenAlso Jacob/Lautner hat jedenfalls seltsame Körper/Kopfproportionen.
Sonse 2011/11/11 11:46:15
Antwort löschenMichael Sheen würde ich da ja noch gelten lassen. Der ist aber nicht dabei, oder?
Kängufant 2011/11/11 11:48:23
Antwort löschenDiese freakigen Proportionen würde ich aber dann doch gerne erst einmal aus der Nähe betrachten und ausgiebig testen, bevor ich da irgendeinem Abzug an Sexappeal zustimme...
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Mattes Teschabai 2011/11/11 11:59:57
Antwort löschenDer Gegner hat in einem Durchlauf gewonnen, und ein fieser Riley Biers oder so hat meine letzte Karte, Bella Swan (!!!) in Sachen Sexyness geschlagen. Ziemlich hart!
annaberlin 2011/11/11 13:16:16
Antwort löschenStewart hat für mich ne 4.
Effenberg
über Das Erbe des Blutes 2011/11/10 11:21:22
Rassige Seifenoper, mit einem fantastischem Robert Mitchum und diversen verbalen Perlen ("This is a boy's room. I am gonna show you a MAN's room!"). Die zahlreichen unfreiwillig komischen Momente tragen zum Charme des Ganzen bei.
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Effenberg
über The Thing 2011/10/28 14:43:49
Sehr enttäuschend! Nichts, was das Orginal so besonders gemacht hat (Atmosphäre, Musik, ein fantastisches Ende, Kurt Russells Bart ... etc...) findet sich hier. Dafür ist alles, was an John Carpenters The Thing schon problematisch war (Logik, Drehbuch im allgemeinen), hier eine Katastrophe. Darsteller sind aber ok. Fairerweise muss wohl noch gesagt werden, dass die aktuellen Bärte auch nicht schlecht sind.
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Effenberg
über Warrior 2011/10/17 21:30:57
Manchmal hat man das Gefühl, ein Film wäre eine Süßigkeitentüte, voller persönlicher Lieblingsnascherein. Schwächen bei "Warrior" zu finden ist nicht allzu schwer, denke ich. Aber wie könnte ich einem Film, der meinen Lieblingssport beinhaltet, mit zwei meiner absoluten Lieblingsschauspieler besetzt ist (Tom Hardy und Nick Nolte sind fantastisch), Liedern der Lieblingsband in emotionalen Schnüsselmomenten auf herzzerbrechende Weise benutzt und einem meiner Lieblingsgenres angehört, Vorwürfe machen? Will ich nicht, mach ich nicht! Ein Kritiker hat über Warrior geschrieben, dass es sich mit dem Film verhält, wie mit einem Bruce Springsteen Song: Man hat es schon tausend Mal gehört, es geht immer um die gleichen Themen - aber man kann sich nicht helfen lauthals mitzugrölen.
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judischnudi 2012/01/22 11:12:14
Antwort löschenHa! Ich seh grad, ich hab den Film genauso bewertet wie du. Schöner Kommentar. Ich musste nochmal die menschliche Anatomie checken, als ich Hardys ... ja, was ist das eigentlich, Nackenmuskulatur? gesehen habe. Unglaublich der Mann. Er kann eine Tür von einem Panzer abreißen! Wenn das nicht Bane-tastisch ist...
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christoph-m 2012/01/23 03:21:12
Antwort löschenZwei sehr schöne und treffende Vergleiche!
Effenberg 2012/01/24 12:43:46
Antwort löschenDenke, dass Hardys Nackenmuskulatur Außenseiterchancen auf eine (oder zwei?) Oscarnomierungen als bester Nebendarsteller hat. Drücke Daumen und meinen vergleichbar mickrigen Nacken...
Effenberg
über The Help 2011/10/14 12:26:59
Erst einmal muss gesagt sein, dass The Help funktioniert. Die Schauspieler sind fantastisch und der Film verkneift es sich clever Emma Stone zum (alleinigen) Zentrum des Filmes zu machen, was wieder zum Vorwurf geführt hätte, dass eine weiße Hauptfigur, der Heilsbringer rhilfloser Schwarzer wird. Der Großteil des Publikums schien das Ganze denn auch zu fressen, als handle es sich um einen fritierten Hänchenschenkel. Daran änderte dann auch nichts das geschmacklos verkitschte, überlange (Hallöchen The Return of the King) Ende oder die eindimensionalen, allzu bekannten Figuren (toll gespielt!). Unfreiwillig komische Szenen mit Emma Stone und ihrem Hausmädchen (gespielt von Morgan Freeman) und ihrer Mutter schienen gut durchzugehen. Habe ich schon von dem Ende gesprochen? Es gibt doch tatsächlich eine "Wir stehen auf und applaudieren Szene" - in einer Kirche. Herrlich! Ich habe nichts dagegen, wenn Regisseure auf die Tränendrüsen drücken. Aber bitteschön mit etwas Anstand und wenigstens ein klitzekleines bisschen subtil. Man möchte zum Weinen verführt werden, nicht von einem 140 Kilo Gorilla vergewaltigt. Ich sage nicht, was in dieser Analogie die R.Kelly-esque Ballade über dem Abspann entspricht ...
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Effenberg
über Die Unbezwingbaren 2011/10/08 15:39:00
America, America (der deutsche Titel ist ein bisschen übertrieben wuchtig) ist der ehrlichste und grausamste Film, den ich je zum Thema Lebensträume und ihre Erfüllung gesehen habe. Der griechisch/ türkische Protagonist will nach Amerika und wird dafür (fast) alles tun. Wenn das heisst, eine Frau wegen des Geldes zu heiraten und sie dann zurückzulassen, dann ist es eben so. Kazan verurteilt das nicht, sondern zeigt es. Mit den Schmerzen und der Schuld. Das ist sehr sehr erfrischend, nicht nur für einen amerikanischen Film.
Irgendjemand hat mal geschrieben, Kazans Familiendrama"Jenseits von Eden" wäre eine unfaire Parteinahme für den "schlechten Bruder" Cain gegenüber Abel. Das gleiche ließe sich auch für America, America sagen, wobei ich in beiden Fällen das "unfair" streichen würde.
Als Schwächen von America America wären das etwas zu gewollt ausdrucksstarke Spiel des Hauptdarstellers zu nennen und - was ziemlich ungewöhnlich für die Herstellungszeit und den Regisseur des Filmes ist - zu viel Understatement in den emotionalen Schlüsselmomenten.
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Effenberg
über Herzkönig 2011/09/21 12:29:48
Poetisch, charmant und auf angenehme Weise bekloppt. Ein mild-heiterer Catch-22.
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Effenberg
über Kleine wahre Lügen 2011/08/17 18:22:22
Zu lang, zu geschwätzig, zu halbherzig in seiner Charakterzeichnung, zu sehr auf schmalzige Songs vertrauend, in den emotionalen Schlüsselmomenten, zu seicht: Kurz gesagt: zu französisch! Wahrscheinlich bin ich zu hart: Die Schauspieler sind ganz toll und es gibt nette Momente, aber ... himmelarsch, 154 Minuten für DAS! In der Zeit hatte Terrence Malick die Welt erschaffen (nicht das der Film nicht auch zu lang gewesen wäre)!
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Oceanic6 2011/08/17 21:37:32
Antwort löschenLangsam kann ich dieses Argument "zu französisch" nicht mehr hören. Kann vielleicht mal nach der Qualität bewertet werden. "Halbherzige Charakterzeichnung"? Na denn, ich denke, du hast ihn auf Deutsch gesehen, sonst würdest du sowas nicht behaupten...