Anime-Fans aufgepasst: Das moderne Märchen Mirai wird euch garantiert verzaubern

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Mirai und Kun
28.05.2019 - 14:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Heute startet Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft in unseren Kinos. Der Oscar-nominierte Anime-Film entführt euch auf eine berührende Reise über Kindheit und Erwachsenwerden.

Heute gehen die KAZÉ Anime-Nights mit Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft in ihre nächste Runde. Der Anime-Film des renommierten Regisseurs Mamoru Hosoda feierte im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes 2018 seine Premiere und war dieses Jahr für den Oscar als Bester Animationsfilm nominiert. Wir verraten euch, wieso euch dieser Anime verzaubern wird.

Mirais Geschichte überschreitet Raum und Zeit

Der kleine Kun führt ein gutes Leben, umgeben von seinen liebenden Eltern in ihrem schönen Zuhause. Doch eines Tages soll sich alles auf einen Schlag verändern, denn seine Eltern bringen das neueste Familienmitglied mit ins traute Heim: die kleine Mirai.

Von da an dreht sich alles nur noch um Kuns kleine Schwester, was ihn sichtlich überfordert. Ob die wie aus dem Nichts erschienene Mirai der Zukunft ihrem Bruder helfen kann?

Kun und Zukunfts-Mirai

Mamoru Hosoda (Summer Wars) erzählt mit Mirai einmal mehr eine Zeitreise-Geschichte, die bisweilen ziemlich vorhersehbar ist und auf manch vertrautem Pfad wandelt.

Dies fällt allerdings kaum auf, denn die Art und Weise, wie der Film seine Charaktere handhabt, ist überaus feinfühlig. Hosoda beweist mit Mirai einmal mehr sein Geschick für emotionale Familiengeschichten und spielt meisterhaft wie selten zuvor auf seiner Klaviatur.

Mamoru Hosodas große Stärke

Die erste Regie-Arbeit Hosodas liegt mittlerweile bereits 20 Jahre zurück; 1999 führte er für Toei Animation Regie beim ersten Digimon-Kinofilm. Seither finden sich bestimmte Themen und Motive immer wieder in seinen Filmen, die seine Arbeiten miteinander verbinden, darunter vor allem der Wert der Familie.

Kun

Wie viele von Hosodas bisherigen Werken, etwa Ame & Yuki oder Der Junge und das Biest, ist Mirai immer dann am stärksten, wenn die Geschichte aus der Perspektive seiner jungen Protagonisten erzählt wird. Kun ist dabei der bisher womöglich lebensechteste von Hosodas Hauptcharakteren, in dem sicherlich jeder Zuschauer ein Stück von sich selbst wiederfinden kann.

Kun: Mirais nerviger wie liebenswürdiger Held

Wir lernen Kun zunächst als sympathischen kleinen Jungen kennen, dessen Welt durch das plötzliche Erscheinen seiner kleinen Schwester Mirai völlig aus den Fugen gerät. Es fällt ihm sichtlich schwer, nicht mehr der alleinige Mittelpunkt seiner Familie zu sein und auch der Verantwortung eines großen Bruders will sich Kun anfangs so gar nicht stellen.

Seine kleine Schwester, die ihn auf den ersten Blick noch verzaubern konnte, wird von ihm schnell als Fremdkörper identifiziert, den er nicht neben sich im Rampenlicht dulden kann. Wann immer sich etwas seiner Kontrolle entzieht, beginnt er zu schreien und flüchtet sich immer wieder in den kleinen Garten, wo die fantastische Seite seines Abenteuers auf ihn wartet.

Kun und seine Mama

Wieso gerade Kun quer durch Raum und Zeit reisen kann oder ihm im Garten andere fantastische Dinge widerfahren, wird im Film zwar angerissen, doch eigentlich ist eine Erklärung hierbei nicht allzu wichtig, schließlich scheinen die magischen Fähigkeiten des Gartens einzig Kun greifbar zu sein.

Während seiner magischen Reisen kann Kun mit seiner aus der Zukunft zu ihm gekommenen Schwester Mirai oder anderen Familienmitgliedern an anderen Zeitpunkten ihres Lebens interagieren. Jedes seines Abenteuer hält dabei eine besondere Lektion für unseren kleinen Helden parat, die ihm hilft, sich seinen Ängsten zu stellen, mehr Mitgefühl für seine Eltern und Mirai aufzubringen sowie letztendlich auch seine Wut zu überwinden.

Mirai ist ein visueller Genuss

Die fantastischen Abenteuer des kleinen Kun sind die visuellen Highlights von Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft. Jede Location, durch die unser junger Protagonist wandert, wurde wundervoll detailreich gestaltet und besticht durch lebendige, kräftige Farben.

Optischer Höhepunkt ist dabei eine Szene im finalen Akt des Films, in deren Verlauf sich Kun ganz allein an einem bizarren Bahnhof wiederfindet. Dieser Ort wird von seltsamen Wesen bevölkert, deren sehr abstrakt Stil anders als alles andere in Mirai ist. Inmitten dieser Gestalten wirkt plötzlich Kun wie ein Fremdkörper.

Die Mirai der Zukunft

Wie bei den vorherigen Filmen von Hosodas Studio Chizu ist die Qualität der Animationen wieder hervorragend gelungen, wobei besonders viel Wert auf die Bewegungen Kuns gelegt wurde. Egal, ob er das Haus durchstreift, Treppen auf- und absteigt oder unter Anfeuerungsrufen seines Vaters Fahrradfahren übt, keine Animation wirkt unnötig, keine Bewegung Kuns überflüssig. Mirai ist zu jeder Sekunde wunderschön anzusehen.

Untermalt wird all dies von einem jeder Zeit passenden, atmosphärischen Soundtrack aus der Feder von Masakatsu Takagi, der die einzelnen Etappen von Kuns Reise, die erfreulichen wie deprimierenden, stets gekonnt unterstreicht. Darüber hinaus können sich die deutschen Sprecher, allen voran Peggy Pollow als Kun sowie Julia Meynen als große Mirai absolut hören lassen, die ihren Charakteren mit viel Hingabe Leben einhauchen.

Mirai ist ein modernes Märchen

Mirai erzählt in seinem Kern eine berührende Geschichte über zwei rivalisierende Geschwister, die lernen müssen, miteinander klar zu kommen. Speziell Kun bekommt während seiner turbulenten Reise durch Raum und Zeit aufgezeigt, welchen Wert die Familie hat. Dies fordert die Weltanschauung unseres kleinen Helden heraus und führt ihn zu einigen entscheidenden Erkenntnissen auf seinem Lebensweg.

Kun mit seinen Eltern

Dabei bekommen wir zwischenzeitlich immer wieder die Perspektive von Kuns und Mirais Eltern zu sehen, die mit ihren beiden Sprösslingen alle Hände voll zu tun haben, sich gleichzeitig jedoch auf diese Herausforderung freuen, auch wenn es sie an ihre Belastungsgrenzen treibt.

Mirais Themen sind dabei so kraftvoll und universell, dass sie von jedem Zuschauer nachvollzogen werden können. Mamoru Hosodas jüngstes Werk ist magisch und realistisch zugleich, mit einer Geschichte, in der sich jeder wiederfinden kann. Mirai ist ein modernes Märchen, das euch garantiert verzaubern wird.

Werdet ihr euch Mirai im Kino ansehen?

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