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Heute im TV

Arte lädt ein zum Horror-Matinée im Hause Usher

28.04.2014 - 15:01 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Matinée
© Universal
Matinée
Arte beglückt heute abend gleich zweifach die Freunde des gepflegten Horrors. Den Auftakt bildet Joe Dantes Matinée und im Anschluss sorgt der Der Untergang des Hauses Usher für Gänsehaut. Die Nachteulen unter euch sollten einschalten.

Häufig haben wir es dem Programm des deutsch-französischen Senders arte zu verdanken, dass wir euch guten Gewissens Filmperlen empfehlen können. Heute gibt es sogar einen TV-Tipp im Doppelpack. Der Filmtheoretiker und Regisseur Jean Epstein lieferte 1928 mit Der Untergang des Hauses Usher eine freie Interpretation des gleichnamigen Edgar-Allen-Poe-Klassikers ab, an dem er zunächst mit Luis Buñuel arbeitete. Weil letzterer mit der Vergabe der Hauptrolle an Marguerite Gance, die Frau des konservativen Filmemachers Abel Gance (Napoleon), nicht einverstanden war, distanzierte er sich von dem Projekt. Joe Dante, den wir vor allem aufgrund seiner Horrorkomödie Gremlins – Kleine Monster kennen, zeigt in Matinee einen Regisseur, der sein Publikum inner- und außerhalb des Films mit unorthodoxen Effekten überrascht.

Joe Dantes Filmographie ist deutlich zu entnehmen, dass insbesondere die Filme seiner Kindheit und Jugend ihn prägten und einen großen Einfluss auf seine audio-visuelle Handschrift hatten. In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich seine Liebe zu Horrorfilmen, die ihm bis heute geblieben ist. Im Mittelpunkt von Matinée steht der von John Goodman gespielte Regisseur Lawrence Woolsey, der vor dem Hintergrund der Kubakrise im Jahr 1962 zu einer Kinovorstellung der besonderen Art einlädt. Damit die schockierenden Momente seines Werks bleibenden Eindruck hinterlassen, bekommen die Kinobesucher von den Sitzen schwache Elektroschocks verpasst. Außerdem soll ein engagierter Statist, der als Ameise verkleidet den Saal stürmt, für ein unvergessliches Kinoerlebnis sorgen. Doch das Matinée läuft aus dem Ruder und die Angst geht um, ein atomarer Erstschlag durch sowjetische Raketen hätte stattgefunden.

Der Stummfilm Der Untergang des Hauses Usher ist Jean Epsteins Hommage an den einflussreichen Schriftsteller Edgar Allan Poe und gleichzeitig als sein Meisterwerk anzusehen. In dem avantgardistischen Horrorfilm finden viele formale Mittel, wie Zeitlupen, Tiefenschärfe und Überblendungen Verwendung, um die sich der Filmemacher bereits in seinen früheren Werken bemühte, die hier allerdings großartig eingesetzt und mit der psychologischen Zeichnung der Figuren verbunden werden. Den Schauplatz der Geschichte liefert ein verfluchtes Schloss, in dem Roderick Usher (Jean Debucourt) zusammen mit seiner Frau Madeleine (Marguerite Gance) lebt, welche an einer mysteriösen Krankheit leidet. Aufgrund eines Briefs des Hausherren, eilt dessen Freund Allan (Charles Lamy) herbei. Der muss feststellen, dass Roderick wie ein Besessener Porträts seiner Gattin malt. Im Zuge dessen entweichen Madeleine ihre Kräfte und sie stirbt. Von Wahnsinn und Paranoia getrieben, betritt Roderick die Welt seiner eigenen Wahnvorstellungen.

Was: Matinée / Der Untergang des Hauses Usher
Wann: 22:00 / 23:40
Wo: arte

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