Die neue Star Wars-Serie auf Disney+ triumphiert, wo selbst The Mandalorian scheitert

Star Wars: Visionen - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Star Wars: Visionen
23.09.2021 - 21:55 UhrVor 14 Tagen aktualisiert
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Seit gestern könnt ihr das größte Star Wars-Experiment der vergangenen Jahre auf Disney+ streamen. Star Wars: Visionen zeigt, wie spannend das Universum sein kann, wenn es sich nicht an Regeln halten muss.

Obwohl wir zu Beginn der meisten Star Wars-Geschichten in die Unendlichkeit eines Sternenhimmels voller Möglichkeiten und Abenteuer blicken, fühlte sich die weit, weit entfernte Galaxis in den vergangenen Jahren immer kleiner an. Selbst die Reise des furchtlosen Kopfgeldjäger Din Djarin in The Mandalorian mündete in den Armen von Luke Skywalker. Etwas Neues konnte er dort nicht entdecken.

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Der Versuch, das Star Wars-Universum auszubauen, führt ironischerweise regelmäßig zu vertrauten Stationen und Gesichtern der Saga zurück. Aus diesem ewigen Kreislauf auszubrechen, ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Der beste Beweis dafür befindet sich seit gestern auf Disney+: Star Wars: Visionen stellt sich zum ersten Mal seit langer Zeit eine völlig entfesselte Version des Sternenkriegs vor.

Star Wars: Visionen bricht den Sternenkrieg auf

Die Animationsserie folgt keiner großen Erzählung und könnte nicht weniger am Vermächtnis der Skywalker-Familie interessiert sein. Vielmehr handelt es sich um eine Sammlung an Kurzfilmen, die ihre eigenen Vorstellung von dem präsentieren, was Star Wars sein kann. Das Besondere: Für die neun Episoden der 1. Staffel engagierte Lucasfilm sieben namhafte Anime-Studios, die mit ihrem eigenen Stil aufwarten.

  • Die Anime-Studios hinter Star Wars: Visionen: Kamikaze Douga, Geno Studio, Studio Colorido, Trigger, Kinema Citrus, Science Saru und Production IG.

Hier könnt ihr den Trailer zu Star Wars: Visionen schauen:

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Star Wars: Visionen ist eine Spielwiese zum Experimentieren. Um den Kanon macht sich hier niemand Gedanken. Stattdessen vollbringt die Serie ein Kunststück, das im Kontext des Franchise viel zu oft nur behauptet wird: Sie zeigt uns versteckte Winkel der Galaxis, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Auch wenn nicht jede der neun Episoden ein Erfolg ist, wirkt das Star Wars-Universum am Ende deutlich größer als zuvor.

Star Wars: Visionen ist eine visuell berauschende Erfahrung

Gleich die erste Episode, Das Duell, beeindruckt mit grimmigen Bilderwelten und stellt sich Star Wars als schwarz-weißen Samuraifilm vor. Auf den Spuren von Akira Kurosawa (die Filme des japanischen Meisterregisseurs inspirierten damals auch George Lucas bei der Erschaffung seines Weltraummärchens) lernen wir ein kleines Dorf kennen, das von einer Sith-Kriegerin mit rotierendem Helikopter-Lichtschwert terrorisiert wird.

Ein Krieger, der mit seinem Droiden durch die Lande streift, stellt sich ihr entgegen. Plötzlich wird das Schwarz-Weiß-Bild durch rot glühende Lichtschwertklingen durchbrochen und wir folgen atemberaubenden Bewegungen. Star Wars: Visionen ist verliebt in diese Kämpfe. Immer wieder wird die Leuchtkraft der Schwerter betont, während Figuren in Duellsituationen durch die Gegend wirbeln.

Star Wars: Visionen

Mal ist es eine epische Begegnung, die zwei miteinander verbundene Sternenzerstörer zum Beben bringt (Die Zwillinge), mal ein Kräftemessen in der Einsamkeit (Der Alte). Selbst wenn die Geschichten der 15 bis 20-minütigen Episoden in ihren Grundzügen konventionellen Mustern folgen, verfügt Star Wars: Visionen mit einer große Stärke: Jede Geschichte besitzt ihren eigenen Charakter, ihre eigene Atmosphäre.

Star Wars: Visionen punktet mit Vielfalt und Einfallsreichtum

Nicht nur die Animationsstile unterschieden sich, auch die entstehenden Welten. Von liebevoll gestalteten Traumlandschaften bis hin zu rauen Umgebungen voller Schmerz und Verzweiflung ist alles dabei. Mit Tatooine Rhapsodie hat sich sogar eine Musical-Episode, die zur Jam-Session mit Boba Fett und Jabba the Hutt einlädt, in die Sammlung geschlichen. Star Wars: Visionen ist vielseitig und selbst im Scheitern spannend.

Die rockigen Gitarrenklänge, die den Sand in Tatooine aufwirbeln, versprühen kaum den Charme, den wir von anderen Musikstücken aus dem Star Wars-Universum kennen. Von einem Faszinosum wie Chicken in the Pot  (dem bizarren Song aus Solo: A Star Wars Story) ist Tatooine Rhapsodie weit entfernt. Trotzdem steckt in der Folge mehr Mut zum Eigenwillen, als ihn die vergleichbare Marvel-Serie What If...? beweist.

Star Wars: Visionen

Die Möglichkeiten des Multiversums bleiben dort völlig ungenutzt. Meistes begnügen sich die animierten Episoden damit, Handlungsstränge aus den bekannten MCU-Filmen in leichter Variation und mit vertauschten Figuren durchzuspielen. Star Wars: Visionen hingegen befreit sich weitestgehend von dem schweren Franchise-Körper und verformt die Star Wars-Mythologie wie Knetmasse, bis etwas Neues entsteht.

Zitate wie "I have a bad feeling about this" sind dennoch zu tief in der DNA verankert, als dass sie komplett ausgeblendet werden können. Abseits davon stellt Star Wars: Visionen die bisher eigenständigste Unternehmung der Disney-Ära dar. Neun kleine Welten erscheinen fortan beim Blick in den Sternenhimmel, von denen wir keine Ahnung hatten, dass sie existieren. Vermutlich weiß nicht einmal Luke Skywalker von ihnen.

Podcast: Alle neue Star Wars-Serien im Überblick

Das Star Wars-Universum wird auf Disney+ aufgebaut. Zahlreiche neue Projekte erwarten uns in den nächsten Jahren. Im dieser Ausgabe des Moviepilot-Podcasts Streamgestöber haben wir die einzelnen Serien für euch aufgeschlüsselt.

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