Der Muskelkrieg macht Will Smith zum besseren Menschen – und zum Internet-Witz

28.06.2021 - 11:00 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Men in Black - Trailer (Deutsch) HD
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© Columbia Tri-Star
Old School: Will Smith als Man in Black
Im Internet macht sich Will Smith beim Training über sich selbst lustig. Das war nicht immer so: Der Muskelkrieg hat den einstigen Pseudo-Guru Demut gelehrt.

Schränke wie Dwayne Johnson oder Chris Hemsworth verwandeln ihre Bizepse für ihre Rollen in Einfamilienhäuser. Will Smith hingegen kriegt zur Zeit selbst bei kleinsten Gewichtchen Schnappatmung: Im Muskelkrieg macht er sich ganz bewusst lächerlich, während er versucht, seinen Corona-Body loszuwerden.

Das ist herrlich selbstironisch – aber auch überraschend demütig für einen Schauspieler, der in der Vergangenheit gerne mal das brachiale Ego des Erleuchteten herauskehrte. Was ist passiert?

Will Smiths große Klappe im berüchtigten After Earth-Interview

Ende der 2010er Jahre galt Smith als Hollywood-Garant für Geldregen an den Kinokassen. Als einer der erfolgreichsten Schauspieler der Traumfabrik verhalf er nicht nur Franchises wie Men in Black oder Bad Boys - Harte Jungs zum Erfolg, sondern trieb auch bei vergleichsweise kleinen Filmen wie Hitch oder dem einstigen Drehbuch-Ladenhüter Hancock den Erfolg in luftige Höhen. Er wurde zweimal für den Oscar nominiert. Vielleicht stieg es ihm zu Kopf.

Früher Karriere-Höhepunkt: Will Smith in Men in Black

Berüchtigt ist in der Hinsicht ein Interview, das Smith 2013 zum Sci-Fi-Kracher After Earth gab (via Vulture ). Mit Sohn Jaden gibt er dort Sätze zum Besten, die ihn wirken lassen wie einen entrückten Hollywood-Star mit dem Ego auf Steroiden, einen Möchtegern-Guru und gleichzeitigen Ultra-Karrieristen.

Gigantischer Sci-Fi-Flop: After Earth jetzt auf Amazon Prime

Er sei "ein Schüler von Mustern", sagt Smith dort, und "im Herzen Physiker", der nach der "Theorie von allem" suche. Die Verwirrung mag sich daraufhin im Gesicht seines Gesprächspartners abgezeichnet haben, denn der Schauspieler erklärte, dass "die Medien mit der Komplexität unserer Aussagen nicht umgehen können."

Erstaunlich diesseitig ist dagegen seine Feststellung, dass er "einige der größten Filmemacher und Schauspieler und Produzenten auf Erden" kenne und damit seinem Sohn besser mit der Schauspiel-Karriere helfen könne. Dass der irgendwann von "multidimensionaler Mathematik" anfängt, macht es nicht besser.

Es bleibt der Eindruck, dass beide schon ihre Atemzüge für eine Bereicherung der Menschheit halten. Doch diese Annahme wird bald auf eine harte Probe gestellt.

Kino-Niederlage: Will Smiths Karriere erlitt ein Tief

Will Smiths "schmerzhaftester Misserfolg": After Earth mit Sohn Jaden

Denn After Earth wird zum Flop und für Will Smith zu seinem schmerzhaftesten Misserfolg. Das kolossale Scheitern des Films wirft einen Schatten auf die Reputation des Kino-Goldjungen: Ab diesem Zeitpunkt wechseln sich moderate Erfolge (Focus) mit weiteren Flops (Erschütternde Wahrheit) ab. Bei Kassenknüllern wie Suicide Squad, Aladdin oder Bad Boys For Life wirkt es nun so, als hätte das Franchise dem Schauspieler geholfen – und nicht umgekehrt.

Dass ihm der Box-Office-Erfolg nicht mehr garantiert ist, scheint Smith ernüchtert zu haben - zuletzt womöglich mit dem Sci-Fi-Blockbuster Gemini Man. Was ihn wohl am meisten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat, war das Gefühl, dass es ihm genauso erging wie den meisten Menschen in der darauf folgenden Corona-Krise.

Bizeps-Aufstieg: Der Muskelkrieg macht Will Smith zum Meme

Er wurde faul und setzte Fettpolster an, vernachlässigte Sport und lag herum. Wie soll er nach der "Theorie von allem" suchen, wenn alles geschlossen hat, keine Projekte die Lebensgeister befeuern und alle großen Lebensfragen mangels Tapetenwechsel ins Leere laufen? Da greift man doch lieber zu Muffins und Pizza. Gut so, sage ich! Die pandemische Machtlosigkeit scheint seinen egotrippenden Verstand eingenordet zu haben.

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"Ich will ehrlich mit euch sein, ich bin in der schlechtesten Form meines ganzen Lebens", schrieb Smith denn auch kürzlich auf Instagram  und kündigt von nun an rigoroses Training an. Dieser Muskel-Einstieg ist zwar etwas vorgeschoben und daher genau genommen kein Grund zur Freude. Aber der einstige Schamane von Beverly Hills kann sich nun ohne Problem über sich selbst lustig machen und das ist ein guter Anfang.

Er stellt seine hilflosen Fitness-Posen sogar als Meme-Ressource zur Verfügung und bittet augenzwinkernd darum, "nicht in irgendwelche prekären Situationen" fotomontiert zu werden. Ein Video zeigt Smith, der sich in der Muckibude verhält, als hätte ihn Corona geblitzdingst:

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Manche mögen das als Marketing-Gag sehen, andere als den verzweifelten Versuch, relevant zu bleiben. Es läuft allerdings auf dasselbe hinaus: Smith macht sich selbst zur Zielscheibe in Situationen, die wir alle kennen. Die Flüge durch die Esosphäre sind vorbei. In letzter Instanz hat der Trainingswettkampf Will Smith per Hantelstange auf die Erde zurückgeholt.

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