Hausen bei Sky: Ist die deutsche Horrorserie gruselig?

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Hausen
01.11.2020 - 09:07 UhrVor 30 Tagen aktualisiert
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Die deutsche Horrorserie Hausen ist auf Sky gestartet. Ob der Plattenbau-Grusel made in Germany begeistern kann, erfahrt ihr im Seriencheck.

Eine deutsche Horrorserie? Kann das funktionieren? Die deutsche Spukhaus-Serie Hausen von Sky versucht nun diesem nahezu nicht existenten Genre neues Leben einzuhauchen. Der experimentellen Mischung aus Horror, Drama und weiteren Genreversatzstücken gelingt genau das. Hausen gibt es seit dem 29. Oktober bei Sky zu streamen.

Wenn euch Spuk in Bly Manor nicht gruselig genug war, solltet ihr die deutsche Horrorserie vormerken: Sie ist nicht weniger deprimierend, aber um einiges angsteinflößender. Aber Hausen ist noch viel mehr als nur ein "Spuk im Plattenbau". Eine der besten Horrorserien 2020 solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Jetzt reinhören: Unsere Meinung zu Hausen im Podcast-Check

Im Rahmen unserer Halloween-Sonderreihe besprechen wir im Streamgestöber-Podcast die Sky-Serie Hausen und verraten euch, warum sie eine der besten Horrorserien 2020 ist. Außerdem verrät Hausen-Regisseur Thomas Stuber im Interview mehr über die Horroreinflüsse von Hausen.

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Handlung: Darum geht's in der Horrorserie Hausen

Am Rand einer namenlosen Stadt in Osten Deutschlands steht ein maroder Plattenbau voller gescheiterter Existenzen, deren Leben von Schmerz, Verlust und Niederlage gekennzeichnet ist. Hierher zieht der Hausmeister Jaschek (Charly Hübner) mit seinem Sohn Juri (Tristan Göbel), der den schrecklichen Tod seiner Mutter verkraften muss.

Schaut den Trailer zur Horrorserie Hausen:

Hausen - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Je tiefer Juri in den Mikrokosmos der Betonburg eintaucht, desto näher kommt er dem grausigen Geheimnis seines neuen Zuhauses: Hier spukt es. Eine übernatürliche Macht im Gemäuer labt sich an dem Schmerz der Bewohner und droht alles und jeden zu verschlingen.

Hausen auf Sky: Ist die deutsche Horrorserie gruselig?

Den Titel der gruseligsten deutschen Horrorserie hat sich Hausen leicht verdient - immerhin gibt es keine wirklich nennenswerte Konkurrenz. Aber auch im Vergleich mit internationalen Serien besticht Hausen durch eine einnehmende Atmosphäre und eigenwillige Inszenierung, die fast wie eine Mischung aus Twin Peaks, Spuk in Hill House und Stephen Kings Shining wirkt.

Wenn die Kamera unaufhaltsam durch das heruntergekommene labyrinthartige Gemäuer kriecht, der eisige Wind stetig auf der Tonspur pfeift und sich der schwarze Schimmel an den Wänden wie ein Krebsgeschwür im Hochhaus ausbreitet, entfesselt Hausen eine schaurige Atmosphäre, die das Gefühl von Isolation, Leid und Depression passend transportiert.

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Hausen vereint alle Genremechanismen, die ein Horrorfan von einer Gruselserie erwartet. Knarzende Heizungsrohre, tropfende Wasserhähne und jaulende (und kannibalische) Katzen tragen zum unbehaglichen Flair bei. So wird das Haus voller Geheimgänge und seltsam schleimiger Wandöffnungen zu einem Hort des Grauens.

Während Gorehounds eher enttäuscht sein könnten, begeistert Hausen vor allem Fans von unterschwelliger Anspannung sowie unheimlicher und düsterer Stimmung. Aber keine Sorge, der Horror eskaliert auch einige Male in verstörenden Bildern von verätzten und zerfleischten Gesichtern sowie viel schleimigem Exzess.

Hausen ist mehr als eine gewöhnliche Horrorserie

Hausen ist keine 08/15-Gruselserie, die euch mit Jumpscares und Schocks den schnellen Horror-Kick verspricht. Sie stellt eigene Regeln auf und entwickelt eine eigene Erzählsprache für Handlung und Schauspiel, die zuerst befremdlich wirken kann. Hausen fordert die Zuschauenden heraus, sich von dem komplexen Sog aus Bildsprache, Sounddesign und Atmosphäre einnehmen zu lassen.

Was Hausen aber auch noch lange nach dem Abspann nachhallen lässt, ist der komplexe Unterbau der Serie. Die abstrakte Machart bietet keine einfachen Auflösungen und Antworten. Vielmehr lässt sich das gruselige wie weirde Geschehen der Serie auf verschiedene Arten lesen.

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Sei es das sozialistisch anmutende Steinrelief am Eingang des Hauses, die verschiedenen Arten des psychischen Verfalls in den Figuren oder der Fakt, dass jedes Stockwerk ein Fragment deutscher Lebensrealitäten und des kollektiven gesellschaftlichen Scheiterns abbildet: Hausen erzählt so viel mehr als nur die Geschichte eines verfluchten Plattenbaus.

Dieses komplexe Geflecht aus unterschiedlichen Deutungsebenen kulminiert schließlich in einem wahnsinnigen und kryptischen Finale, das eigentlich auf die große Leinwand gehört und euch (oder zumindest mich) noch einige Zeit grübeln lassen wird. Das Mysterium der deutschen Horrorserie lässt sich nicht so einfach entschlüsseln.

Die 1. Staffel von Hausen umfasst 8 Episoden, die am 29. Oktober 2020 bei Sky veröffentlicht wurden. Als Grundlage für diesen Seriencheck diente die komplette 1. Staffel.

Habt ihr Hausen schon auf eurer Serienmerkliste? Welche Horrorserien konnten euch bisher begeistern?

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