Horror bei Netflix: Ein verstörender Albtraum voller grauenvoller Bilder

06.06.2020 - 14:00 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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© Bildstörung
The Eyes of My Mother
Bei Netflix könnt ihr euch zurzeit The Eyes of My Mother anschauen. Das Horror-Drama verbannt die schlimmsten Szenen in den Kopf des Zuschauers und fasziniert mehr durch seine Tragik.

Das erste furchteinflößende Bild von The Eyes of My Mother kommt schon nach wenigen Minuten, wenn die Kamera einen abgetrennten Kuhkopf einfängt, der mit morbider Selbstverständlichkeit auf dem Küchentisch liegt. Es ist nur eine von vielen eindringlichen Impressionen, die den Zuschauer in dem Horror-Drama erwarten.

The Eyes of My Mother, den ihr euch auf Netflix anschauen könnt, verstört aber nicht nur als kunstvoller Schwarz-Weiß-Horror voller verstörender Bilder, sondern vor allem als tragische Betrachtung einer einsamen Seele, die in ihrer Verlorenheit zu extremsten Mitteln greift.

Hier könnt ihr euch den Trailer zu The Eyes of My Mother anschauen:

The Eyes of my Mother - Trailer (Deutsche UT) HD
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The Eyes of My Mother spielt mit dem Horror der Andeutung

Der Debütfilm von Nicolas Pesce handelt von der kleinen Francisca, die mit einer Augenchirurgin als Mutter aufwächst (was den abgetrennten Kuhkopf zu Vorführungszwecken erklärt). Am Anfang von The Eyes of My Mother ereignet sich ein schrecklicher Vorfall, bei dem Francisca ihre Mutter durch einen bedrohlichen Hausgast verliert.

Nachdem ihr später eintreffender Vater den Mörder überwältigt und in der Scheune eingesperrt hat, wird er von Francisca einer besonderen Behandlung unterzogen. Sie entfernt die Augen und die Stimmbänder des Eindringlings und lässt ihn am Leben, da er der einzige Freund sei, den sie hat.

Wenn sich Francisca nach einem Zeitsprung zur jungen Frau (Olivia Bond) entwickelt und schließlich auch noch ihren Vater verloren hat, entwickelt sich The Eyes of My Mother zur Studie einer traumatisierten, einsamen Seele, die in ihrer Ausweglosigkeit zu extremsten Methoden greift, weil sie sich nicht anders zu behelfen weiß und von Kindesbeinen an nichts anderes gelernt hat.

Das chirurgisch präzise Handwerk, das Franciscas Mutter beherrschte, legt Nicolas Pesce auch bei seinem Debütfilm vor. In The Eyes of My Mother setzt der Regisseur neben den ausdrucksstarken Impressionen eines ungemütlich-verstörenden Albtraums vor allem darauf, abstoßende Grausamkeiten mit der Kamera nur für Sekundenbruchteile einzufangen.

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Zu solchen Eindrücken gehören eine Binde, die dort von dunklen Flecken durchgeweicht ist, wo sich eigentlich die Augen eines Menschen befinden sollten und Plastiktüten im Kühlschrank mit eindeutigem Inhalt. Oder ein Mund, aus dem Schreie nur noch als stummes Röcheln ertönen sowie ein Baby, das schreiend und weinend auf einem Bett liegt.

Kurze Andeutungen reichen hier vollkommen aus, um das volle Ausmaß des Horrors im Kopf des Zuschauers entstehen zu lassen.

The Eyes of My Mother bringt der schwierigen Hauptfigur Mitgefühl entgegen

Auch wenn Francisca eine mehr als problematische Protagonistin ist, die mehrere verwerfliche Taten begeht, lässt Nicolas Pesce immer wieder deutliche Empathie ihr gegenüber aufkommen. Während die Handlungen der Hauptfigur aus ihrer persönlichen, verzerrten Überzeugung und dem tiefen Drang nach Geborgenheit und Nähe geschehen, überträgt der Regisseur Franciscas Gefühlswelt aus Trauer, Verzweiflung und Auswegslosigkeit auf jede einzelne Szene des Films.

So wird The Eyes of My Mother zur kunstvollen Arthouse-Horror-Perle, die den Schmerz der Hauptfigur wie einen stummen, qualvoll eskalierenden Hilfeschrei ausstößt. Eine unbequeme Seherfahrung, die sich lohnt.

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Jenny, Max und Andrea knöpfen sich in dieser Streamgestöber-Folge die Horrorware von Netflix vor.

Wir prüfen unter anderem die Horrorfilme Still, Das Spiel, Bird Box, The Babysitter, Cam, The Perfection und Eli bei Netflix und müssen erkennen, dass die Qualität der Filme einer Berg- und Talfahrt gleicht. Ab 00:17:20 geht es mit dem Netflix-Horror los.

Habt ihr The Eyes of My Mother schon gesehen oder wollt ihr euch den Film noch anschauen?

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