How to Sell Drugs Online (Fast): Der wilde Netflix-Drogentrip überrascht

How to Sell Drugs Online (Fast)
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How to Sell Drugs Online (Fast)
Moviepilot Team
wieselmax Max Wieseler
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Junior Redakteur bei Moviepilot. Mag die großen Gefühle und schreibt daher am liebsten über Horror. Bekennt sich zu seiner Seriensucht.

Stellt euch vor, Breaking Bad wäre eine Teenie-Komödie und ihr habt eine grobe Vorstellung davon, was euch in der dritten deutschen Netflix-Serie How to Sell Drugs Online (Fast) erwartet.

In nur 6 kurzen Episoden erwartet euch nicht nur die ideale Binge-Serie, sondern auch eine wahre Bilderflut, die euch einen wahnsinnigen Drogentrip simuliert - ganz ohne Come-Down, aber mit garantierter Suchtgefahr.

  • How to Sell Drugs Online (Fast) basiert auf einer wahren Geschichte über einen Jugendlichen, der zum Online-Drogenbaron wird.
  • Die Netflix-Serie stammt vom Team der bildundtonfabrik, die auch hinter der Satire-Talkshow Neo Magazin Royale steckt.
  • Bjarne Mädel und sein irrer Schotty-Humor ist nur eines der vielen Highlights der kreativen deutschen Serien-Hoffnung.

Worum geht es in How to Sell Drugs Online (Fast)?

How to Sell Drugs Online (Fast) entführt uns in die fiktive Kleinstadt Rinseln, wo wir einen fast schon satirischen Blick auf die sogenannte Generation Z werfen. Die Jugendlichen hier entfliehen der trostlosen Landschaft ins Internet, wo sie sich zwischen Insta-Stories und YouTube-Blogs eine zweite Persönlichkeit erschaffen können.

Auf diese Art will auch der Außenseiter und Nerd Moritz (Maximilian Mundt) seine Träume verwirklichen, einmal ein ähnlich erfolgreiches Online-Unternehmen zu gründen, wie schon seine Vorbilder Mark Zuckerberg, Steve Jobs und vor allem Amazon-Gründer Jeff Bezos. Und wie gründet man ein erfolgreiches Start-Up? Mit einer einzigartigen Idee und einem durchdachten Business-Case.

Die zündende Idee kommt Moritz, nachdem er seine Ex (Lena Klenke) zurückgewinnen will, die mit dem heißen Schul-Drogendealer (Damian Hardung) anbandelt. Gemeinsam mit seinem besten Freund, Rollstuhlfahrer und Programmier-Genie Lenny (Danilo Kamperidis), eröffnet er einen Onlineshop für Drogen und begibt sich in die Welt von Rauschmitteln, Dealern und Darknet.

How to Sell Drugs Online (Fast) ist ein visueller Dogentrip

How to Sell Drugs Online (Fast) ist sicherlich das Wahnwitzigste, was die deutsche Serienlandschaft in den letzten Jahren hervorgebracht hat. In überstilisierter ADHS-Manier zünden die Schöpfer Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann hier ein visuelles Feuerwerk an Popups, Nachrichten, Bildschirm-Overlays und Deep Fakes, das die Welt des Internetzeitalters förmlich greifbar macht - da darf natürlich auch ein Netflix-Ladebildschirm als Stilmittel nicht fehlen.

Die schnellen Schnitte und wilden Montagen sollen uns aber nicht nur mitreißen, sondern auch verdeutlichen, dass es sich hierbei um eine selbst beschönigende Nacherzählung von Moritz handelt, der aus der Zukunft heraus seine eigenen Erfolgsgeschichte Revue passieren lässt. Wie Jonathan Frakes erklären würde: "Die Wahrheit ist immer eine Frage der Perspektive."

So gibt es immer wieder eingestreute Unterbrechungen im Interviewstil, den Fans schon aus Serien wie The Office oder Modern Family kennen. Das Highlight von How to Sell Drugs Online (Fast) ist aber der an Deadpool erinnernde Meta-Humor, der die Zuschauer direkt zum Teil der irren Geschichte werden lässt.

Immer wieder durchbricht Erzähler Moritz die Vierte Wand, um uns auf wichtige Plot-Ereignisse aufmerksam zu machen: "Und jetzt mal das Handy beiseite legen und aufpassen. Das wird wichtig."

Die lustigste Netflix-Serie des Jahres

Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Diese Netflix-Serie ist eine brillante Komödie und minutiös recherchierte Satire mit bissigen Seitenhieben auf unsere Realität. Hier wird der Humor des Neo Magazin Royale-Autoren-Team in jeder Szene spürbar.

Für die meisten Lacher sorgt dabei Bjarne Mädel als Dorf-Dealer ohne Internet-Kenntnisse, der mehr als einmal an den Tatortreiniger Schotty erinnert. Falls auch ihr nur wenig mit den Begriffen anfangen könnt, die euch die Serie um die Ohren haut und vor den 90er Jahren geboren seid, gibt euch How to Sell Drugs Online (Fast) die nötige Hilfestellung.

Mit witzigen Einspielern und Texttafeln werden euch zum Beispiel die Wirkung von MDMA oder die Funktionsweise des Darknets meta-mäßig erklärt. Das sorgt auch für einen der krassesten Cameos, den wir uns in einer deutschen Serie vorstellen können.

How to Sell Drugs Online (Fast) ist das Breaking Bad der Gen Z

Inmitten von Insta-Stories und Teamspeaks vergisst die Serie aber auch nicht die nötige Portion Herz. Die Charaktere sind nicht einfach nur Karikaturen, sondern reale Jugendliche mit realen Problemen und Ängsten. How to Sell Drugs Online (Fast) erinnert dabei oft an die Netflix-Comedy Sex Education - nur mit Drogen statt sexuellen Hilfestellungen.

Die Entwicklung vom Underdog zum (möglichen) ruchlosen Drogenbaron hingegen ähnelt stark der von Walter White aus der Über-Erfolgsserie Breaking Bad. Der Beginn einer kriminellen Karriere aus guten Absichten heraus, die Korruption von Erfolg und auch die spannenden Vertuschungen sind nur einige Parallelen zu Breaking Bad.

Ohne jetzt viel zu spoilern: am Ende der 6 Episoden, wird klar, wo die Reise für Moritz und seine Kollegen von Mydrugs hingehen könnte. Haben wir etwa gerade den Beginn des deutschen Breaking Bads miterlebt?

Die 1. Staffel von How to Sell Drugs Online (Fast) umfasst 6 Episoden, die am 31.05.2019 bei Netflix veröffentlicht wurden. Als Grundlage für diesen Seriencheck diente die komplette 1. Staffel.

Werdet ihr How to Sell Drugs Online (Fast) auf Netflix schauen?

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Junior Redakteur bei Moviepilot. Mag die großen Gefühle und schreibt daher am liebsten über Horror. Bekennt sich zu seiner Seriensucht.
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