Zum Deutschen Filmpreis

Peters deutscher Liebling - Texas

Helge Schneider als berühmt-berüchtigter Bandit Doc Snyder
© EuroVideo
Helge Schneider als berühmt-berüchtigter Bandit Doc Snyder

Im Zuge des deutschen Filmpreises stellen die Moviepilot-Redakteure ihren deutschen Lieblingsfilm vor. Heute trifft es mich und mit mir Helge Schneider in Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem. Sicher, die Wahl mag etwas überraschend sein – immerhin ist Texas weder preisgekrönt, noch international bekannt. Doch eines können weder Freunde noch Feinde des absurden Humors diesem Höllenwestern absprechen: Der Film ist weltweit absolut einzigartig.

Texas ist der erste und meiner Meinung nach beste Film von Helge Schneider. Das Wort Low-Budget ist für diesen Western, der auf dem Gelände der Karl-May-Festspiele in Elspe gedreht wurde, noch deutlich übertrieben. Die Schauspieler sind allesamt Freunde und Bekannte Helge Schneiders und auch wenn die offizielle Gage natürlich nicht bekannt ist, darf davon ausgegangen werden, dass viel mehr als die Flasche Wein nach dem Dreh (oder davor?) für die Darsteller nicht herausgesprungen ist. Helmut Körschgen, den kongenialen Partner des Kommissars 00 Schneider, hat Helge Schneider während der Dreharbeiten direkt von seinem Job als Parkplatzwächter wegverpflichtet.

Der berühmt-berüchtigte Bandit Doc Snyder kommt nach 30 Jahren zurück in seine Heimatstadt Texas, um sich von seiner Mutter seine dreckige Wäsche waschen zu lassen. Bei einem kleinen Postkutschenüberfall auf dem Heimweg verliert er nicht nur seinen Wäschesack, sondern macht sich auch den Nasenmann zum Feind. Er hatte erfolglos versucht, auf ihm nach Hause zu reiten. Der gekränkte Nasenmann beschließt, nun Jagd auf Doc Snyder zu machen. Der hat schon genug Probleme: Sein Bruder Hank soll gehängt werden und seine Mutter möchte, dass er befreit wird. Dieser reizenden Dame kann Doc Snyder natürlich keinen Wunsch abschlagen.

Dass Helge Schneider als passionierter Jazzmusiker ein Freund der Improvisation ist, beweist Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem eindeutig. Der Regisseur und Hauptdarsteller selbst hat in einem Interview betont, dass der fertige Film letztendlich nur noch wenig mit dem Drehbuch gemeinsam hatte. Einen roten Faden hatte Helge Schneider sicherlich sowieso nie im Sinn. Der Film kombiniert dadaistischen Humor mit trashig schlechten Aufnahmen, die es bei den meisten Produktionen bestenfalls in die Outtakes geschafft hätten.

Neben Helge Schneider als ebenso fiesem, wie musikalischem Outlaw Doc Snyder, glänzen vor allem die Nebendarsteller. Andreas Kunze als auffallend maskuline und äußerst herrische Mutter von Doc Snyder und Peter Thoms (der Nasenmann) als feiner Pinkel und Möchte-Gern-Westernheld mit peinlich-gewählter Ausdrucksweise sind zum totlachen. Hinzu kommt die trockene Schauspielkunst Helmut Körschgens als Assistent des Kommissars 00 Schneider, der aus völlig unerfindlichen Gründen auch das ein oder andere Mal im Film auftaucht.

Meine sieben Lieblingsfilme made in Germany:
Platz 1: Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem (1993)
Platz 2: Es geschah am hellichten Tag (1958)
Platz 3: Lammbock – Alles in Handarbeit (2001)
Platz 4: Das Leben der Anderen (2006)
Platz 5: Lola rennt (1998)
Platz 6: Kleines Arschloch – Der Film (1997)
Platz 7: Der Baader Meinhof Komplex (2008)

Zum Deutschen Filmpreis präsentieren wir euch ein Gewinnspiel.

Was müsst Ihr tun?
Schickt uns eine Email mit der Betreff-Zeile “Deutscher Filmpreis” und mit dem Namen des Gewinner-Films für den Deutschen Filmpreis 2012 in Gold an ines[@]moviepilot.com. Gebt bitte euren User-Namen und eure Adresse an. Unter allen Einsendungen, die den richtigen Titel genannt haben, verlosen wir das Heimkino-Lautsprecher-Set von Teufel. Einsendeschluss ist Freitag, der 27. April 2012 um 12.00 Uhr.

Diese Filme sind nominiert und können die Goldene Lola gewinnen:
- Anonymus von Roland Emmerich
- Barbara von Christian Petzold
- Dreiviertelmond von Christian Zübert
- Halt auf freier Strecke von Andreas Dresen
- Hell von Tim Fehlbaum
- Kriegerin von David Wnendt

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