The Outsider bei Sky: Neue Stephen King-Serie ist eine Horror-Krimi-Mischung

The OutsiderAbspielen
© HBO
The Outsider
14.01.2020 - 10:30 UhrVor 11 Monaten aktualisiert
5
1
Heute startet die Serienadaption von Stephen Kings The Outsider bei Sky. Die Kritiker sind sich uneinig, wie gelungen die Umsetzung ist und wie gut die Serie wirklich funktioniert.

Adaptionen von Erfolgsautor Stephen King scheinen meist in eine von zwei Kategorien zu fallen: haarsträubend oder genial. Umso spannender ist es zu beobachten, was ein anspruchsvoller Sender wie HBO aus einem King-Stoff herausholen kann. Bühne frei für The Outsider, eine hochkarätig besetzte Umsetzung des gleichnamigen gefeierten Romans von 2018.

In den USA konnten die Kritiker inzwischen sechs von zehn Folgen des düsteren Morddramas einsehen. Auf Metacritic führen unentschlossene Kritikerwertungen momentan zu einer Wertung von recht mittelmäßigen 66%.

The Outsider als übernatürlicher Krimi: Knackpunkt Genre und Story

The Outsider dreht sich um den grausamen Mord an einem kleinen Jungen, der die Bewohner und Ermittler einer Kleinstadt an die Grenzen ihres Verstandes treibt. Denn der Hauptverdächtige (Jason Bateman) war zur Tatzeit scheinbar an zwei Orten gleichzeitig.

Der Roman verpaart klassische Polizeiermittlungen mit übernatürlichen Elementen. Um diese schwer balancierbare Genremischung umzusetzen, wurde Krimiautor Richard Price herangezogen. Das Ergebnis erscheint den meisten Kritikern gelungen. Für Liam Mathews von TV Line  schafft die Annäherung von bodenständiger Polizeigeschichte zu waschechtem Horror einen "befriedigend[en]" Spagat.

Ben Mendelsohn und Yul Vasquez in The Outsider

Richard Lawson von Vanity Fair  empfindet den Genremix ebenfalls als gelungen:

Es ist recht befremdlich, wenn die nüchternen, ruhigen Ermittlungen zu einem Diskurs über Mythen und Legenden werden, aber The Outsider überzeugt damit weitestgehend [...]

Auch Robert Lloyd von der L.A. Times  ist angetan von der "normalsterblichen, asphalttretenden Polizeiarbeit" ohne CSI-mäßige High-Tech-Ermittlung, was er als "äußerst erfreulich" sieht. Außerdem habe man den Charakteren mehr Persönlichkeit gegeben und der Geschichte mehr Gewicht und Substanz gegeben.

Für Daniel D'Addario von Variet y hingegen funktioniert die Genrekombination gar nicht, da der Fokus auf trockene Ermittlungen den Unterhaltungswert des Übernatürlichen mindere:

[Die Geschichte] klingt wie ein spaßiger Groschenroman, und das scheint [The Outsider] auch sein zu wollen; es teilt alle Elemente von True Detective, nur nicht seinen Willen, Spaß zu machen.

Stephen King-Thriller: Großartige Hauptdarsteller als Faszinationspunkt

Worin sich alle Kritiker recht einig sind, ist die Leistung der Hauptdarsteller. Jason Bateman als Hauptverdächtiger Terry Maitlin und Ben Mendelsohn als klassischer Ermittler Ralph Anderson werden hervorgehoben. Entertainment Weeklys  Darren Franich ist begeistert von Julianne Nicholson, die Maitlins Frau Glory verkörpert. Für Franich ist die Besetzung generell ein Highlight:

Was für ein Cast, Leute, was für ein Cast!

Daniel Fienberg vom Hollywood Reporter  ist zwar von der Serie im Gesamten eher enttäuscht, lobt aber dennoch die "starke Leistung der Hauptdarsteller".

Jason Bateman in The Outsider

Setting und Atmosphäre: zwischen Klischee und begeisternd

Was die Horror-Atmosphäre angeht, gehen die Meinungen weit auseinander. Für Fienberg fehlen die Schockmomente. Judy Berman vom Time Magazine  erscheinen einige Entscheidungen in Sachen Setting und Düsternis der Szenerie "an der Grenze zur Selbstparodie".

Für Randall Colburn von The AV Club  verliert das anfangs Unheimliche und Düstere mit der Zeit an Effekt:

Der anfängliche Schrecken der Serie ist zurückgenommen und vielschichtig, aber [mit der Zeit] werden die Schockmomente herkömmlicher, wie etwa in den neuen Es-Filmen.

Lawson von Vanity Fair hingegen betont, wie packend die Atmosphäre sei, gerade in Sachen Musik und Look:

Der immer größer werdende Horror wird von Danny Bensi und Saunder Jurriaans musikalischer Landschaft reichhaltig unterfüttert. Auch die visuellen Aspekte, voll düsterer Orte und einsamen Flecken von Licht, vermitteln eine schleichende Gefahr und Verzweiflung.

Mike Hale von den New York Times  sieht zwar auch die Düsternis der Serie, empfindet sie aber als ermüdend. The Outsider sei "stilvoll und gekonnt" adaptiert, hätte als Film aber besser funktioniert und sei "antriebslos".

  • The Outsider im Stream: The Outsider könnt ihr ab heute, dem 13.01.2010, bei Sky Go und Sky Ticket  streamen.
The Outsider

So bleibt nur zu sagen, dass jeder Stephen King-Fan sich seine eigene Meinung bilden müssen wird, nachdem kaum ein wirklich begeisterter oder abgeneigter Konsensus besteht. Franich formulierte es in seinem Fazit vielleicht am passendsten:

The Outsider ist mal so, mal so: Großartiger Cast, grandioser Anfang, zu gemütlicher Fortschritt, zu vertraute und routinierte Umsetzung. Schaut die Serie mit Vorsicht, aber schaut sie.

Wollt ihr The Outsider sehen?

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News