The Walking Dead Staffel 10: Negan ist die Sensation von Folge 5

Negan & der Schlechteste Charakter ever | The Walking Dead Staffel 10 Folge 5
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The Walking Dead - Staffel 10, Folge 5: Diebstahl und Lügen
05.11.2019 - 09:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Die 5. Folge der 10. Staffel von The Walking Dead triumphiert dank Negan. Kaum ist er seinem Gefängnis entkommen, will ihn seine Vergangenheit gar nicht mehr loslassen.

Wie komplex The Walking Dead sein kann, hat die Zombieserie erst letzte Woche mit einer eindrucksvollen Episode bewiesen. Viele feine Nuancen haben sich da aufgetan, als Lydia (Cassady McClincy) um ihren Platz in Alexandria kämpfte. Besonders Negan (Jeffrey Dean Morgan) entpuppte sich dabei als eine der interessantesten Figuren. Diebstahl und Lügen, die 5. Folge der 10. Staffel, baut perfekt darauf auf.

Die Wandlung, die Negan seit einer Einbuchtung durchgemacht hat, ist eine bemerkenswerte, selbst wenn sie die meiste Zeit über heimlich im Verborgenen stattgefunden hat. Meistens haben wir ihn nur im Schatten der Gitterstäbe gesehen. Doch jetzt tritt Negan endlich wieder ins Rampenlicht und präsentiert sich als eine der vielschichtigsten Figuren, die The Walking Dead aktuell zu bieten hat.

Die wichtigsten Beobachtungen zur neuen Folge von The Walking Dead

  • Negan ist der König dieser Folge und Jeffrey Dean Morgan erhält weitere 45 Minuten, um sein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen.
  • Ezekiel besitzt ein Geheimnis, das er nur ungern teilen möchte. Gegenüber Siddiq enthüllt er trotzdem, dass er Krebs hat.
  • Aaron und Gamma begegnen sich im Wald, wenn auch sehr vorsichtig. Diesen Umstand weiß Alpha schon bald zu ihrem Vorteil auszunutzen.
The Walking Dead - Staffel 10, Folge 5: Diebstahl und Lügen

Bevor sich die Folge Negans Schicksal widmet, nimmt sie die Perspektive von Kelly (Angel Theory) ein, die aufgrund ihrer eingeschränkten Wahrnehmung auf der Jagd von Zombies überrascht wird. Desorientiert stolpert sie durch das Unterholz, ehe sie an einem Baum zusammenbricht. Das Wildschwein, das sie gejagt hat, wird von den Zombies gefressen. Noch erschreckender gestaltet sich aber ein anderes Bild.

Ein Zombie nähert sich langsam. Er geht direkt auf die Kamera zu - doch, da diese Kellys Perspektive eingenommen hat, nehmen wir auf der auditiven Ebene nur ein Rauschen wahr. Klar, das Röcheln von Zombies ist eklig. Jetzt, wo das vertraute Geräusch des Todes fehlt, wirken die schleichenden Kreaturen aber noch einmal deutlich unheimlicher und bedrohlicher. Sie kommen einfach direkt auf einen zu.

Spätestens jetzt solltet ihr Daryl und Connie shippen

Ein starker Moment, der vor allem dank Laura Belseys nervenaufreibender Inszenierung funktioniert, die stilistisch ebenfalls frischen Wind in The Walking Dead bringt. Auch wenn es nur für wenige Sekunden ist, bleibt dieser Einstieg fraglos in Erinnerung. Der Rest von Kellys Subplot wird dagegen recht enttäuschend aufgelöst, wenn sich Daryl (Norman Reedus) mit einer kleinen Gruppe auf die Suche nach der Vermissten macht.

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 5: Diebstahl und Lügen

In diesen Passagen bewegt sich die Episode überwiegend im Autopilot, was an sich nicht schlimm ist, nach dem überaus effizienten Auftakt dann allerdings verwundert. Einnehmender sind die einzelnen Charaktermomente zwischen Daryl und Connie (Lauren Ridloff) sowie ein Gespräch zwischen Magna (Nadia Hilker) und Yumiko (Eleanor Matsuura), das den Figuren mehr Profil verleiht.

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Die Daryl-Connie-Dynamik gehörte bereits zu den Highlights der 9. Staffel, was unter anderem an der Unaufdringlichkeit liegt, mit der die Figuren zusammengeführt wurden. Auch jetzt wirken die Augenblicke zwischen den beiden federleicht in Eli Jornes Drehbuch integriert. Bei Magna und Yumiko ist dagegen ein deutlich größerer Drang zu verspüren, dass die Folge hier etwas Wichtiges erzählen will.

Ein König, gefangen in der Zombie-Apokalypse

Ausgeglichener fallen die Szenen mit Ezekiel und Siddiq (Avi Nash) aus. Zuerst traut sich der König nicht, über sein Leid zu sprechen. Zu oft ist er in dieser Staffel den Menschen um ihn herum zur Last gefallen. Der Krebs macht seine Situation nur noch auswegloser, zumal in der Zombie-Apokalypse die medizinische Versorgung alles andere als ausreichend ist, um ihn entsprechend zu behandeln.

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 5: Diebstahl und Lügen

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn die Figuren, die seit Jahren dem Tod in Form von Zombies ins Auge blicken, plötzlich mit einer anderen Art der Sterblichkeit konfrontiert werden. Eine Sterblichkeit, der sie nicht durch die antrainierten Überlebensinstinkte entkommen können - und es liegt nicht einmal am ausbleibenden Fortschritt, sondern dem Rückschritt, den jeder Überlebende in Kauf nehmen muss.

Unsicherheit breitet sich aus, die nur die Gemeinschaft auffangen kann. Was aber passiert, wenn man dieser Gemeinschaft eben erst entkommen ist? Zwar genießt Negan in dieser Folge so viele Freiräume, wie er sie seit der Gefangennahme durch Rick (Andrew Lincoln) nicht mehr erlebt haben dürfte. Wenn er sein eigenes Spiegelbild im schlammigen Gewässer betrachtet, ist aber trotzdem etwas anders.

Negan erkennt sich in The Walking Dead selbst nicht mehr

Früher hätte er dort stechend scharf die Umrisse einer schwarzen Lederjacke und eines roten Halstuchs erkannt. Nun blickt er in ein Gesicht, von dem er selbst nicht genau weiß, wem es gehört. Der alte Negan existiert definitiv nicht mehr, aber wer der neue Negan ist - da kann sich niemand sicher sein. Phänomenal und voller feiner Akzente spielt Jeffrey Dean Morgan die mittlerweile ambivalenteste Figur der Serie.

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 5: Diebstahl und Lügen

Eingeführt als der comichafteste aller The Walking Dead-Bösewichte, sind seine Absichten so ungewiss wie nie. Negan als Guter, Negan als Böser, Negan als schleichendes Gespenst seiner selbst: Mal wirkt es, als würde er die Menschen um sich herum nicht mehr ertragen, mal versucht er sie mit allen Mitteln zu beschützen, besonders vor seiner Vergangenheit, die sich schicksalhaft zurückmeldet.

Der junge Brandon (Blaine Kern III) dürfte aufgrund seines Alters zwar nur schwammige Erinnerungen an den Saviors-Krieg haben, vergöttert aber trotzdem alles, was er darüber weiß. Er sehnt sich förmlich danach, den alten Negan wiederherzustellen, als könne dieser mittels Lederjacke und Baseballschläger wie ein böser Geist heraufbeschwört werden. Brandon ist der Retter, auf den wirklich niemand gewartet hat.

The Walking Dead testet die Dehnbarkeit der Masken

Subtil stoßen Brandon und Negan hier zwar nicht aufeinander, trotzdem ist es überaus tragisch und berührend, wie sich ihre kleine Geschichte entfaltet. Nicht nur gehört Negans Flugzeug-Monolog in Gegenwart eines kurzzeitigen Carl-Ersatzes zu den bisher tollsten Szenen der Staffel, auch die Fallhöhe des ehemaligen Gegenspielers wird drastisch formuliert. Negan ist momentan ein Faszinosum voller Gewalt und Gefühle.

  • The Walking Dead schauen: Die neuen The Walking Dead-Episoden werden sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und sind hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket  zu sehen.

Oder ist doch alles wieder nur eine weitere Maske von den vielen, die wir im Verlauf der vergangenen Episoden gesehen haben? Wie dehnbar diese Masken sind, demonstriert die unerwartete Begegnung zwischen Aaron (Ross Marquand) und Gamma (Thora Birch), die Alpha (Samantha Morton) gleich für ihre eigenen Vorteile nutzen will. Mit einer Maske kann man schließlich alles sein in dieser Welt, egal ob tot oder lebendig.

Wie hat euch die 5. Folge der 10. Staffel von The Walking Dead gefallen?

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