Von Star Wars und Star Trek zu DC: J.J. Abrams ist der Franchise-Joker

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J.J. Abrams am Set von Star Wars 7: Das Erwachen der Macht
27.01.2020 - 17:30 UhrVor 27 Tagen aktualisiert
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Nach Star Wars, Star Trek und Mission: Impossible folgt jetzt auch noch DC: J.J. Abrams ist der Mann der Stunde in Hollywood - und der Erfolg gibt ihm recht.

Als die Meldung eintraf, dass sich J.J. Abrams mit seiner Produktionsfirma Bad Robot fortan im DC-Universum austoben wird, war im Internet ein Augenrollen wahrzunehmen. Wie viele Franchises will der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor seiner Filmographie noch hinzufügen? Drei große Marken (Star Wars, Star Trek und Mission: Impossible) versammeln sich bereits dort. Als Nächstes folgt nun Justice League Dark.

J.J. Abrams erweckt jedes Franchise zu neuem Leben

Das ist viel, besonders wenn wir bedenken, dass es sich hierbei weniger um B- und C-Franchises handelt, sondern J.J. Abrams mittlerweile exklusiv in der A-Liga spielt. Dieses Privileg hat er sich in den vergangenen Jahren hart erarbeitet. J.J. Abrams' Trefferquote ist erstaunlich hoch, vor allem in Hinblick darauf, dass er sich gleich zwei der größten und komplexesten Marken angenommen hat: Star Wars und Star Trek.

Welches Studio würde da seine Hoffnung nicht in J.J. Abrams setzen?

Die Antwort ist so schlicht wie einfach: keines. Nur wenige Filmemacher haben sich zuletzt als dermaßen verlässliche kreative Kräfte erwiesen, wenn es darum ging, einem einschlafenden Franchise neues Leben einzuhauchen. Doch der Reihe nach - wo hat alles angefangen?

Mission: Impossible 3

Obwohl er jetzt die größten Blockbuster ins Kino bringt, reichen J.J. Abrams' Wurzeln bis ins Fernsehen zurück. Er ist bei Weitem nicht der erste Regisseur mit einem solchen Werdegang und sicherlich nicht der letzte. Mit Serien wie Felicity, Lost und Alias - Die Agentin hatte sich J.J. Abrams aber schon lange vor seinem ersten großen Kinofilm ein erstaunlich scharfes Profil als Filmemacher geschaffen, der es versteht, mit der Erwartungshaltung des Publikums zu spielen.

Mission: Impssible 3 als Blueprint zur Franchise-Rettung

2006 folgte der erste Kinofilm: Mission: Impossible 3, ein Projekt, das direkt aus der Entwicklungshölle kam und diverse Regisseure, Drehbuchautoren und potentielle Co-Stars wie Kenneth Branagh, Carrie-Anne Moss und Scarlett Johansson verbrannt hatte.

Hier konnte J.J. Abrams 3 Fähigkeiten beweisen, die später als Grundpfeiler seiner Karriere dienen sollten:

  • J.J. Abrams bringt ein bemerkenswertes Gespür dafür mit, angestaubte oder angekratztes Franchises wieder cool zu machen.
  • Er kennt die DNA der Franchises, die er übernimmt, in- und auswendig und weiß dementsprechend auch, wie die Fans ticken.
  • Zudem schafft er stabile Grundlagen, auf denen das jeweilige Franchise nachfolgend aufbauen kann, und versammelt entsprechende Talente.

Selbst wenn er noch kein Christopher Nolan ist, hat er sich durch Elemente wie die Mystery Box zusätzlich als eigene Marke etabliert.

Mission: Impossible 3 fungiert somit als Blueprint für alle nachfolgenden Fortsetzungen der Reihe. Gingen die Visionen von Brian De Palma und John Woo bei den ersten zwei Teilen noch sehr weit auseinander, griff J.J. Abrams die am besten funktionierenden Elemente der Vorgänger auf und goss sie in einen neuen Rahmen, getragen von einem erweiterten Ensemble, das bis heute als Kernteam der Reihe fungiert.

Star Trek

Wie wichtig so ein Kernteam sein kann, bewies auch sein Star Trek-Reboot von 2009. Es ist wahrlich kein leichtes Unterfangen, ikonische Figuren wir Kirk, Spock und Co. mit neuen Schauspielern zu besetzen. Schlussendlich entpuppte sich das junge, dynamische Ensemble rund um Chris Pine und Zachary Quinto als größte Stärke des zurückgekehrten Franchise, während J.J. Abrams eine neue Fan-Generation ins Boot holte.

J.J. Abrams steht für erfolgreiche Franchise-Wiederbelebungen

Kein Wunder, dass die Wahl bei Star Wars 7: Das Erwachen der Macht schlussendlich auch auf J.J. Abrams fiel. Im Grunde hat er in der weit, weit entfernten Galaxis das gleiche Kunststück vollbracht wie wenige Jahre zuvor für Star Trek - mit minimalen Unterschieden in puncto Erwartungen des Studios (Disney hatte zuvor für 4 Milliarden Dollar Lucasfilm gekauft) und Erwartungen der Fans, die nach den Prequels gespalten waren.

Unabhängig von der Qualität war der Wiederbelebungsversuch erfolgreich: Vier neue Star Wars-Filme sind seit Das Erwachen der Macht erschienen, während J.J. Abrams kurzfristig zurückgeholt wurde, um den Abschluss der Sequel-Trilogie zu vollenden, nachdem Colin Trevorrow aufgrund kreativer Differenzen gefeuert wurde. Von einer Erleichterung bei Cast und Crew war zu lesen, als die Entscheidung bekannt gegeben wurde.

Star Wars 9: The Rise of Skywalker

Die Marke J.J. Abrams verspricht Verlässlichkeit, auch bei einem straffen Zeitplan und schwierigen Produktionsumständen. Gerade in einem Franchise wie Star Wars, das unter Disney mehr Filmemacher verloren als behalten hat, ist das ein Zeugnis für Abrams' Professionalität und Durchhaltevermögen. Zudem ist selbst Star Wars inzwischen nicht mehr vor Flops sicher: Solo: A Star Wars Story wurde aufgrund diverser Rückschläge zum ersten Ableger des Franchise, der keine schwarzen Zahlen schrieb.

J.J. Abrams hingegen weiß, was das Publikum will. Ausgehend von den Reaktionen bezüglich Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers mag das einer gewagten These anmuten. Schlussendlich erzählen die Zahlen eine andere Geschichte. Bis heute hat J.J. Abrams keinen Flop in seiner Filmographie zu verzeichnen. Seine Filme bringen ein Gefühl von Frische und Abenteuer mit - und decken alle relevanten Zielgruppen ab.

Fraglos ist es diese Sicherheit, an der auch Warner Bros. interessiert ist, wenn es J.J. Abrams und sein Bad Robot-Team für Justice League Dark engagiert. Das DC-Filmuniversum hat einen holprigen Weg hinter sich und erfindet sich momentan mit Filmen wie Joker und Birds of Prey neu. Ein großes Event, das sich mit den Avengers aus dem MCU vergleichen lässt, ist allerdings nicht in Sicht.

Warner Bors. zieht mit J.J. Abrams den Franchise-Joker

Wie schon bei Mission: Impossible 3 scheiterten verschiedene Versuche, Justice League Dark auf die große Leinwand zu bringen. Mit seiner Reputation und Geschichte scheint J.J. Abrams geradezu prädestiniert zu sein, dem Projekt einen neue Lebensenergie einzuhauchen, wenngleich bisher unklar ist, ob er nur als Produzent oder auch als Regisseur und Drehbuchautor involviert sein wird.

Zumindest existiert nun eine Beziehung zu J.J. Abrams und das dürfte für Warner erst einmal das Wichtigste sein. Nicht zuletzt wurde dieser in den vergangenen Monaten mit einem neuen Superman-Film in Verbindung gebracht - eine weitere Baustelle, um die sich das Franchise seit dem enttäuschenden Justice League herumdrückt und auf einen Franchise-Joker wie J.J. Abrams hofft, der die Sache regelt.

Man of Steel

J.J. Abrams zementiert damit seinen Ruf als gefragtester Franchise-Regisseur in Hollywood. Dennoch stellt sich die Frage, ob er mit seinem Status nicht der Entdeckung und Förderung von unverbrauchten Stimmen im Weg steht. Es ist einfach, auf bewährte Namen zurückzugreifen. Mit Cathy Yan überließ Warner genau einer dieser Stimmen eine ihrer wertvollsten Figuren: die von Margot Robbie verkörpert Harley Quinn.

Ein vielversprechender Start in eine neue Dekade, der im Angesicht der neusten Entwicklungen im Hause DC im Schatten der Rückkehr eines der Filmemacher steht, der auch schon in den letzten 15 Jahren das Hollywood-Kino mit seinem Schaffen dominierte.

Wie gefallen euch die Franchise-Updates von J.J. Abrams?

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