Camelot - Am Hofe König Arthurs

Camelot (1967), US
Laufzeit 157 Minuten, FSK 12, Drama, Musikfilm, Komödie, Fantasyfilm, Kinostart 29.02.1968

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- Kritiker
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von Joshua Logan, mit Franco Nero und David Hemmings

Die Legende um König Arthur fasziniert jede Generation auf Neue. Sein makelloses, vollkommenes Königreich zerbrach an der tragischen Leidenschaft zwischen Königin Guinevra und dem tapfersten Ritter der Tafelrunde: Lancelot. 1960 machten Alan Jay Lerner und Frederick Loewe aus der Sage ein Bühnenmusical. Sieben Jahre später gewann die Filmversion drei Oscars mit einem glänzenden Soundtrack und bravourösen Darstellungen von Richard Harris, Vanessa Redgrave und Franco Nero. Jetzt können Sie den “einen kurzen, strahlenden Moment” der melodischen Romanze namens Camelot erneut erleben.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Camelot - Am Hofe König Arthurs

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Rukus

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Bewertung4.0Uninteressant

Es gibt unzählige Adaptionen der Artus-Sage und des Mythos, der sich darum rankt und über Jahrhunderte entwickelt hat. Die Franzosen waren im Mittelalter besonders fleissig und eifrig, die Romantik des Rittertums zu verherrlichen. Dieser Film thematisiert die dramatische Romanze Lancelots mit der Königin und die Einmischung des heimtückischen Mordred. Merlin und die anderen Ritter sind Randerscheinungen.

Wie geht dieser Film nun an den Stoff heran? Er nimmt ein Bühnenstück und verfrachtet es auf die große Leinwand. Es gibt sicher einige Leute, denen sowas richtig gut gefällt. Ich bin keiner davon. Dazu ist der Film mit deplatziert wirkendem Humor gewürzt. Da er zum Ende hin abnimmt, könnte man das stilistisch verstehen, da es am Anfang noch fröhlich und ausgelassen ist, und erst zum Ende hin düster und dramatisch. Für mich ist es aber eher närrisch und fast schon Musical-Kitsch. Wenn ein König Artus sich mit überschminkten Augen singend zum Kasper macht, ist das nicht mein Ding. Zumindest nicht, wie es hier präsentiert wird. Bei Mel Brooks oder Monty Python säh das vielleicht anders aus.

Unwissentlich habe ich den groben Fehler begangen, die deutsche Version zu schauen. Auf der DVD wurden die damals fürs Kino entfernten gut 20 Minuten wieder eingebaut, mit Originalton. Dieser Wechsel ist verwirrend. Dafür merkt man, was dem Film ursprünglich angetan wurde. Ich empfehle also, wenn schon, dann die Originalfassung zu schauen. Vor allem der Gesang inkl. Text ist da auch deutlich besser. Beim "Mai-Lied" merkt man, wie prüde da übersetzt wurde, obwohl die Originalfassung nun wirklich nicht aufregend ist - zumindest für uns heute.

Was bleibt? Die Ausstattung ist ganz ordentlich und stellt das beinahe übliche Hochmittelalter dar. Zumindest etwas, das irgendwie zu passen scheint. Nicht ganz passen will mir hingegen das bühnenartige Overacting von Franco Nero als Lancelot. Kniefälle und gegrämt die Hände vors Gesicht. Das wirkt albern und überzogen. Richtig schlecht fand ich allerdings diesen kleinen Wicht von Mordred. Die hinterlistige kleine Schlange kann man dem Milchbubi mit Hängen und Würgen abnehmen, aber nicht, dass er auch nur eine Sekunde überlebt, wenn Lancelot ein Schwert in der Hand hält.

Der Film hat ein paar wirklich lustige und unterhaltsame Momente, ruiniert sich das alles aber zu oft mit Kitsch und anderen Dingen. Was die Singerei angeht, so kann ich eigentlich komplett darauf verzichten. Hier ist es so, dass einige Songs tatsächlich Stimmung verbreiten und auch passen - irgendwie, andere hingegen haben einfach nur genervt, als Song und als Element der Geschichte. Wer nicht gerade auf Musicals und Artus-Mythologie zugleich steht, dem empfehle ich eher Excalibur (Nigel Terry und Helen Mirren) oder Merlin (Sam Neill).

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