Standard Operating Procedure
Standard Operating Procedure (2008), US Laufzeit 118 Minuten, FSK 18, Dokumentarfilm, Kinostart 29.05.2008
7 Bewertungen
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34 Bewertungen
9 Kommentare
Keine
von Errol Morris, mit Christopher Bradley und Sarah Denning
Kann ein Foto die Welt verändern? Zwölf Fotos aus dem Gefängnis Abu Ghraib in Baghdad haben 2004 dem Irak-Krieg eine neue Wendung gegeben und vor allem das Bild Amerikas in der Welt ins Wanken gebracht. Dennoch, eine zentrale Frage bleibt: sind die berüchtigten Fotos aus Abu Ghraib Beweise für eine systematische Folterpraxis des amerikanischen Militärs, oder dokumentieren sie nur das Verhalten einiger weniger “schwarzer Schafe”. In “Standard Operating Procedure” untersucht der Dokumentarfilmer Errol Morris den unmittelbaren Kontext dieser Bilder. Warum wurden sie gemacht? Was zeigen sie nicht, was lassen sie aus? Morris spricht sowohl mit den Soldaten, die damals auf den Auslöser gedrückt haben als auch mit denen, die auf den Fotos zu sehen sind. Wer sind diese Menschen? Was haben sie sich dabei gedacht?
HandlungAbu Ghraib 2003
Der Dokumentationsfilm behandelt den Folterskandal von Abu Ghraib aus dem Jahre 2003. Er untersucht die Folterungen und Erniedrigungen irakischer Gefangener durch amerikanische Soldaten im Abu-Ghraib-Gefängnis in Bagdad. Von Soldaten selbst aufgenommene Fotos, die die Beteiligten von den Taten anfertigten, gingen um die Welt und erschütterten. Sie stehen neben Guantanamo für den kriminellen und inhumanen Umgang des amerikanischen Militärs mit seinen Gefangenen.
Hintergründe und Gespräche
Der Film befasst sich mit den Hintergründen zum Entstehen der Bilder und lässt zahlreiche der Beteiligten zu Wort kommen. Durch Gespräche mit den Soldaten werden Machtstrukturen innerhalb des Militärs herausgearbeitet. Anhand eingestreuter Originalfotos der Folterungen erarbeitet Morris die Geschichten hinter den Bildern und macht Arbeitsabläufe im Gefängnis deutlich.
Weiterführende Informationen
Wissenswertes zum Film
Weitere Informationen im Internet
Filmkritiken
Rezension von Thomas Neuhauser unter www.arte.tv/de
Rezension von Sascha Keilholz unter critic.de
Rezension von Joachim Kurz unter kino-zeit.de
Kritik von Michael Scherer und Mark Benjamin unter salon.com
Artikel
Wettbewerb: S.O.P. Standard Operating Procedure; Artikel mit weiterführenden Links zum Thema Irak-Krieg
Folter beim Namen nennen; Artikel von Bianca Kopsch unter stern.de
Quellen
Presseheft des Verleihs
Cast & Crew
-
Errol Morris
-
Christopher Bradley
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-
Sarah Denning
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) MP Harman
-
Joshua Feinman
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) MP Elliot
-
Jeff L. Green
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) MP Cathcart
-
Merry Grissom
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Interviewerin
-
Cyrus King
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) MP Berryhill
Regie
Schauspieler
-
Daniel Novy
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frederick
-
Zhubin Rahbar
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Manadel al-Jamadi
-
Shaun Russell
-
Combiz Shams
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Häftling
- Genre
- Dokumentarfilm
- Ort
- Bagdad, Gefängnis, Irak
- Handlung
- Demütigung, Folter, Fotografie, Freiheitsentzug, Gefangener, Gefangenlager, Gefängnis, Gefängnisaufseher, Gefängniszelle, Soldat, Soldatenmord
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Filmdetails Standard Operating Procedure
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- Standard Operating Procedure: critic.de


















Kritiken (7) — Film: Standard Operating Procedure
Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Kommentar löschenFür Morris sind die ethischen, politischen und kriminalistischen Auswirkungen dieser Fotografien keineswegs nur schwarz oder weiß. Sein Film trifft in die Grauzone. Indem er die Grenzen dessen austestet, was Fotografien als Beweis liefern können, läuft Morris schnurstracks gegen eine Wand: Wer ist verantwortlich dafür, was in dem Gefängnis passierte, wo Saddams Lieutnants schützungsweise 30,000 Iraqis ermordeten und wo sieben amerikanische Militärsoldaten der Pflichtversäumnis und Anstiftung zur Folterung von Gefangenen angeklagt wurden - und wo keinerlei Strafen für nicht fotografierte Misshandlungen verhängt wurden?
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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...
Kommentar löschenKeine Frage, die militärische Intervention der Koalitionstruppen, die 2003 im Irak begann, war nie sonderlich populär. Doch welcher Krieg ist schon populär? Noch schwerer kann man es sich eigentlich kaum machen, allen voran, wenn man USA heißt und einen Präsidenten wie Bush Jr. im Oval Office sitzen hat. Kann man? Ja, man kann, wie die Bilder aus Abu Ghraib, dem wohl bestbekannten irakischen Gefängnis zeigten. Genau jene Fotos, die uns wohl für immer im Gedächtnis bleiben werden, machte sich Dokulegende Errol Morris zum Sujet und folgte ihnen von ihrer Entstehung, über ihre Manipulation, bis hin zu ihrer Veröffentlichung in den Medien - und beweist damit, dass 1000 Worte manchmal doch viel mehr sagen als ein Bild. Er geht nämlich viel tiefer, schaut hinter die Bilder, die die Medien so reißerisch auseinander nahmen und zeigt die wahren Täter - und Opfer. Ja, es gab hier Opfer, und sie waren nicht nur irakischer, sondern auch amerikanischer Nationalität. Im Schach nennt man diese Bauernopfer.
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ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte
Kommentar löschenMit zu viel dramatischer Ästhetisierung der Bilder, mit Tricks und Renactement, verrät der Film seinen aufklärerischen Anspruch an seine prätentiöse Form. Der moderne Krieg bestialisiert die Menschen, das wusste man schon vor dem Film, und die Folterung von Kriegsgefangenen ist kein Thema für filmische Spielereien.
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ThomasNeuhauser 2009/11/23 09:59:05
Antwort löschenWas ist daran seltsam? Die meisten Kollegen weisen auch auf die Überästhetisierung und künstliche - mit nachgestellten Szenen arbeitende - Dramatisierung hin (Sie selbst ja auch. Das sind spektakuläre aber eben auch spekulative Spielereien, die der Film gar nicht nötig gehabt hätte, die Selbstentlarvung der Täter funktioniert auch so.
rob-g 2010/04/19 20:53:53
Antwort löschenwas ist daran "Dramatisierung", das Geschehen in den Folterlagern so detailgetreu wie möglich darzustellen? Wollen Sie damit andeuten, dass der Film die Folter schlimmer darstellt, als sie tatsächlich statt findet?
Endlich mal ein Film, der sich einem der wichtigsten und erschreckendsten Themen unserer Zeit widmet -- Aber Herr Neuhauser "wusste das ja schon alles vorher". Sie sind ja voll der Insider, Herr Neuhauser!
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDie Kraft des Dokumentarfilms von Morris liegt in den ungeschminkten Interviews mit den Augenzeugen. In dieser Stärke liegt aber auch eine kleine Schwäche, denn die Aussagen werden nur spärlich in einen grösseren Zusammenhang gestellt. Morris verlangt von seinem Publikum eine gehörige Portion Denkarbeit. Sehr zwiespältig ist zudem die Verwendung von nachgestellten Szenen, welche die rohe Wirkung der abscheulichen Originalfotos schmälern.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenMorris' Methode ist keineswegs neu, sie ist konsequent, und sie hat ihre Meriten. Morris will keine Opfer interviewen, er will zeigen, was ihnen angetan wurde - um ihrer Würde willen. Wie Peter Weiss in "Die Ermittlung", wie Eberhard Fechner in seinen Dokumentationen versucht er sich der Ungeheuerlichkeit des ganzen Vorgangs zu nähern, indem er die Täter sich selbst entlarven lässt. Das gelingt. Wie die Schergen von Auschwitz verteidigen sich auch die von Abu Ghraib mit der Ausrede, sie hätten "nur ihre Pflicht" getan, seien Befehlen gefolgt.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenErrol Morris' Film ist nicht eifernd wie Kollege Michael Moore, eher kühl beschreibend. Ein paar Mal inszeniert er allerdings zu unserem Erstaunen noch Bilder hinzu, meist in Großaufnahme und Zeitlupe: tatsächliche Ereignisse – wie das Kind, das des Nachts in einer Kellerzelle von riesigen Ameisen überfallen wird –, aber es wirkt, als befürchte Morris, die Wirkung der weltweit verbreiteten Horrorbilder habe sich schon abgenutzt, und er müsse eine höhere Schreckensschwelle überspringen.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenEs ist ein absolutes Verdienst von Morris, den Skandal hinter diesem Skandal aufzudecken. Wären da nur nicht jene nachgestellten Szenen, die ganz hollywoodgemäß inszeniert werden, um die Wirkung zu erhöhen. Freilich: Auch der Dokumentarfilm sucht immer neue ästhetische wie moralische Grenzbereiche auszuloten.
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Kommentare (2) — Film: Standard Operating Procedure
Kommentar schreibenafitna 2010/10/04 11:20:35
Kommentar löschenDie Doku ist häftig, beschönigt nichts und liegt auf den Magen....so soll es sein!
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stuforcedyou 2010/08/02 10:43:37
Kommentar löschenSachlich, nüchtern und überaus erschütternd schildert die Dokumentation von Errol Morris die schrecklichen Ereignisse in Abu Ghraib. Dabei konzentriert sich der Film komplett nur auf Interviews, die er mit optisch gelungenen Spielszenen verbindet. Dies wäre allerdings nicht wirklich nötig, den die Äußerungen und Schilderungen der Soldaten stehen für sich. Dabei dämonisiert die Dokumentation die Täter nicht, sondern versucht ein differenziertes Bild von ihnen aus diversen Teilen der Geschehnisse zu aufzubauen. So erfährt man von dem enormen psychologischen Stress, geheimen Verhören von Geheimdiensten, privaten Schicksalsschlägen und undurchsichtigen, geheimen Befehlen. Diese Umstände benutzt der Film allerdings nicht um die Taten zu beschönigen oder gar zu entschuldigen, er versucht aber die Frage nach dem Warum neu zu interpretieren sowie auszulegen.
"Standard Operating Procedure" ist eine wirklich sehenswerte Dokumentation, die allerdings auch viel Aufmerksamkeit und Konzentration vom Zuschauer einfordert und die echten Videoaufnahmen von Nötigungen an Gefangenen sind gewiss nicht für jedermann geeignet. Es sind aber gerade eben diese Szenen die, die Wichtigkeit dieses dokumentarischen Films unterstreicht und gleichzeitig doch einen ambivalenten Gesamteindruck hinterlässt, denn diesen realen Bildern haftet der bittere Geschmack des Voyeurismus an.
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