Avatar, Brüno, Star Wars & Co. - Kino-Hypes sind mal Top, mal FlopBearbeiten

Veröffentlicht am 04.09.2009, 19:00

Das Kreieren von Hypes ist mittlerweile fester Bestandteil von viralen Marketingsstrategien. Wenn wir an Star Wars, Brüno oder Herr der Ringe denken, müssen wir über das Phänomen der Hypes sprechen. Einher geht damit Kommerz, Trend, Konsum ect.

Sasha Cohen alias Brüno Sasha Cohen alias Brüno

Hype, das ist eines dieser gängigen Wörter im Medien- und Marketing-Bereich, wenn es z.B. um große Kino-Ankündigungen geht, oder Filme und Produkte, die den Nerv der Zeit treffen. Der Begriff ist kürzer und klingt einfach besser als die deutsche Version – Medienrummel. Das Kreieren von Hypes gehört zu den wichtigsten Marketingstrategien und werden zur Zeit oftmals mit Hilfe von viralen- und Guerilla-Marketing Aktionen entwickelt.

J.J. Abrams setzte seine virale Strategie bei dem Film Cloverfield gekonnt ein, um ein gutes Startwochenende am Box-Office zu erreichen. Er baute auf möglichst große Geheimhaltung, fütterte die Fans gekonnt mit wenigen, kleinen Film-Schnipseln und verbreitete fiktive Nachrichtensendungen im Internet.

Ein Vorreiter der Mund zu Mund-Propaganda ist Blair Witch Project. Das Budget war so gering, dass kein Geld für eine groß angelegte Werbekampagne blieb. Stattdessen veröffentlichten die Filmemacher im TV eine spannende Dokumentation über ein paar vermisste Studenten und versprachen für die darauf folgende Folge neues Film-Material zu präsentieren – ein perfekter Cliffhanger. Zudem machten sich die Regisseure als eine der ersten das Internet zu nutze, vergaben Exclusiv-Rechte für die Berichterstattung bis irgendwann der Rummel um den Film von selbst in Gang kam. Bei einem Budget von ca. 60000 Dollar spielte Blair Witch Project allein am ersten Wochenende 29 Millionen Dollar ein. Das Internet und die viralen Strategien wurden selbst zu einem Hype.

Hype bedeutet zugleich Kommerz und Konsum. Die Intention ist monetär bedingt, das Produkt ist genau dieses: Geld. Ein Hype weckt Erwartungen, positive wie negative. Letzteres ist die Enttäuschung und polarisiert sich vom Hype. Denn eines kann eine aufgebauschte und übertriebene Kampagne nicht: Uns versprechen, dass sich der Kinogang lohnt, weil der Film gut. Ein Hype kann uns so etwas aber suggerieren. Und schließlich kann der Medienrummel um einen Film oder ein bestimmtes Produkt gesellschaftliche Zwänge und Kräfte freisetzen. Dann sprechen wir vom sogenannten „must have“-Trend, oder in Bezug auf den Film: It´s a must see. Im schlimmsten Fall können sich die Konsumenten dann nicht von diesem Kommerz emanzipieren.

Brüno ist dafür das beste und aktuellste Beispiel. Keiner versteht es so gut, sich selbst zu vermarkteten, wie Sasha Cohen alias Brüno, Borat oder Ali G Indahouse. Er ist sich für keinen noch so schlechten Gag zu schade, um mediale Aufmerksamkeit für sein neuestes (Kult)-Werk zu gewinnen. Natürlich ist alles inszeniert, erst recht die Furz-Landung auf Mr. White Rap Eminem während der MTV Awards. Der britische Komiker bildet eine perfekte Symbiose mit all den Stars, die gewollt oder ungewollt, Teil seiner makaberen Show werden. Profitieren tun davon beide Seiten. Im Brüno -Nachlass findet sich auch ein Nackt-Cover im Männer-Magazin GQ. Sasha Cohen darf wohl zu Recht durch die Vermarktung seiner popkulturellen Phänomene der König der globalen und viralen Werbetrommel genannt werden. Selbst als wir erahnen konnten, welches unästhetische und bitterböse Produkt uns Brüno verkaufen wollte, konnten sich in der ersten Woche nur wenige Fans erwehren, diese Fake-Doku im Kino zu schauen.

Ja, ja, Hypes können ganz schön viel und machen uns bisweilen ordentlich zu schaffen, aber eben zeitweise auch glücklich. So etwas nennen wir dann Identitätsbildung und das ist schließlich der wichtigster Bestandteil unserer menschlichen Kultur. Kultur ist alles vom Menschen geschaffene und beinhaltet sowohl materielle als auch immaterielle Güter. Ein Hype bedient sich beider Sorten, wobei sich der immateriell geschaffene Wert (z.B. Star Wars-Fan) materiell positiv widerspiegelt, indem konsumiert wird (z.B. Star Wars-Merchandise-Artikel aller Couleur).

Aber genug der kulturwissenschaftlichen Grundlagen. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass Hypes auch unbewusst und indirekt entstehen können – ohne große Werbetrommel. Dabei handelt es sich aber eigentlich um Underground-Bewegungen, wie z.B. bei Independent-Produktionen. Aber Gerechtigkeit waltet über uns, denn jeder Hype ist vergänglich, kann aber dann und wann zyklisch mal wider auftauchen.

Auf WeHype , einer Plattform für angesagte Trends steht diese Woche als Top Hype District 9 auf dem ersten Platz. Unter den angesagtesten Kino-Hypes finden sich auch namhafte Filme wie Avatar – Aufbruch nach Pandora, Horst Schlämmer – Isch Kandidiere! oder Brüno wider. Bewertet wird das Ganze mit Hilfe der Suchanfragen über Google-Trends. Zu meiner positiven Überraschung taucht weit und breit kein Twilight oder Harry Potter auf – vorübergehend.

Jetzt seid Ihr dran! Ich übergebe mein Hypo-Zepter an Euch weiter, damit Ihr über Kino-Hypes, Tops & Flops diskutieren könnt. Welche Filme haben in der Vergangenheit den Erwartungen stand halten können und von welchen großen Kinoankündigungen seid Ihr enttäuscht worden bzw. konntet Euch dem Massenwahn entziehen? Mit Der Hobbit – Eine unerwartete Reise und Avatar – Aufbruch nach Pandora stehen schon zwei potentielle zukünftige Kandidaten in den Startlöchern, um den Werbe-Reigen neu zu eröffnen.


BenCiu (Benjamin Ciupek)

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Hoppipolla

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Gabs um Brüno einen Hype? Wow der ist total an mir vorbeigezogen, vielleicht aber auch deswegen weil ich Borat auch schon nur mittelmäßig fand.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass es nach Jurassic Park I+II ganz viele Dino-Figuren zu kaufen gab, auf die total abgefahren bin.
Eigendlich ist so ein Hype nüchtern betrachtet eine ziemlich armselige Sache, so ähnlich wie die Sommer-,Herbst-,Winter und Frühlingsmode. Die Wirtschaft diktiert wohin man laufen muss, was man kauft, was gerade "in" ist. auäh.
Hab ich nur das Gefühl oder sind die Leute früher auch ohne Hypes in die Kinos geströmt? Gut da gabs auch keine Home-7.1 Anlage mit HD-Breitbild Fehrnsehr und Blu-Ray DVD, aber sie sind in die Kinos gegangen, vielleicht auch wegen derunterhaltsamen und qualitativ im Durchschnitt besseren Filmen, die nicht ein Sequel,Prequel oder ein Remake,Reboot oder sonst irgendein Scheiß von irgendwas anderem waren.
Prost.

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alanger

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mh, ich gebs zu ...ich lese zeitung (auch noch verschiedene), tut mir leid. da gings nicht ohne brüno, von FAZ bis TAZ.


Fatzenbolt

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jop also mir ist der kollege auch das ein oder andere mal leichtbekleidet oder im plüschanzug begegnet ;)


MasterTNQ

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Der wohl größte Hype der letzten paar Jahre war meiner Meinung nach ganz klar "The Dark Knight". Über keinen Film wurde bereits im Vorfeld so viel Positives berichtet und hat dafür gesorgt, dass die Menschen in Massen in die Kinos geströmt sind.
Der unglückliche Tod von Heath Ledger hat da ohne Zweifel einen großen Anteil zu beigetragen...
Wohl das absolut beste Beispiel für einen Hype, der nicht geschaffen wurde, sondern über Mundpropaganda entstanden ist.

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nurleben

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... und das völlig zu Unrecht


Tonsen

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"'The Dark Knight' war atmosphärisch, schauspielerisch und storymäßig erste Sahne." - Ich stimme vollkommen mit deiner Meinung überein!


PaJeRo

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Der größte Hype der letzten jahre war wie bereits gesagt der zu "The Dark Knight". Allein wegen des Todes von Heath Ledger wurde über den Film im Vorfeld so unglaublich viel spekuliert. Der Film wurde dem Hype glücklicherweise gerecht. Bei Brüno bin ich da eher geteilter Meinung. Zum einen erwartet man wieder so ein Ding wie Borat, man weiß aber, dass Brüno nicht so einen viel Charme wie Borat rüberbringen kann, nunja....

Der Hype zu Cloverfield war auch sehr interessant zu verfolgen. Ich habe einen richtigen Blockbuster erwartet, letztendlich doch nicht so gut wie erwartet.

Der Star Wars-Hype war auch verständlich. Nur wenige Franchises verkaufen sich so gut wie die Geschichte rundum die Skywalkers. Mit "die Rache der Sith" hat man auch einen guten Abschluss der Saga geschafft.

Twilight wurde in diesem auch so unglaublich gehypt, letztendlich war der Film nicht mehr als solide - gleiches gilt für den neusten Potter.

Auch Inglourious Basterds wurde ziemlich gehypt. Vorzugsweise dadurch, dass es ein neuer Tarantino-Film ist, der in Cannes hochgelobt wurde. Nunja, ich fand ihn klasse :D

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Wombat

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Würde auch zustimmen, dass Brüno eher mäßig erfolgreich gewesen ist. Ich kenne zwar nicht die Budgets und Gesamteinspielergebnisse, aber für den Rummel dieses Jahr, haben ihn doch nur wenige Kinogänger gesehen.


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