Jurassic World steckt in der Krise und es gibt nur einen Weg, wie Teil 4 die Dino-Action retten kann

02.03.2024 - 10:00 UhrVor 1 Monat aktualisiert
Der Jurassic Park öffnet wieder seine Tore
Universal
Der Jurassic Park öffnet wieder seine Tore
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Der nächste Jurassic World-Film markiert einen weiteren Neustart für die von Steven Spielberg geschaffene Dino-Reihe. Ich hoffe inständig, dass er mehr mit Jurassic Park 3 als Jurassic World 3 gemein hat.

Wie konnte das passieren? Auf dem Papier klingt Jurassic World 3: Ein neues Zeitalter wie der ultimative Film der Dino-Reihe, die mit Steven Spielbergs Meisterwerk von 1993 im Kino ihren Anfang nahm. Seitdem haben wir die unterschiedlichsten Ausformulierungen der Grundprämisse erlebt. Mal öffnet der Jurassic Park als Nostalgie-Event seine Tore, mal entpuppte er sich als Action-Spektakel der Extraklasse.

Ein neues Zeitalter hat mit seinem Prolog sogar den Bogen bis in die Urzeit geschlagen und uns die The Tree of Life-Version des Jurassic-Franchise gezeigt, ehe die Dinos auf der ganzen Welt ihr Unwesen trieben. Schlussendlich war der Film aber sehr überladen und zerfahren. Kein würdiger Abschluss für die Jurassic World-Trilogie, geschweige denn die gesamte Saga. Der nächste Teil muss einiges anders machen.

Ich wünsche mir einen weiteren Jurassic Park 3.

Der neue Jurassic Park-Film begeistert schon mal mit der Wahl von Regisseur und Drehbuchautor

Mit Jurassic World 4 befindet sich der nächste Teil der Reihe bereits in Entwicklung. Seit Anfang des Jahres erreichen uns Neuigkeiten zu dem Projekt. Offenbar handelt es sich um einen weiteren Neustart, der die Kontinuität der vorigen Filme beibehält, aber auf alle bekannten Figuren verzichtet. Universal will das Projekt im Sommer 2025 ins Kino bringen und hat sich für dieses sportliche Vorhaben zwei besondere Talente gesichert.

Hier könnt ihr den Prolog zu Jurassic World 3 schauen:

Jurassic World 3: Dominion - Prolog (English) HD
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Auf der einen Seite begeistert das Engagement von David Koepp, seines Zeichens einer der prägenden Hollywood-Drehbuchautoren. Ohne ihn sähe das Blockbuster-Kino der 1990er und 2000er Jahre völlig anders aus. Von Mission: Impossible über Spider-Man bis zu Krieg der Welten: Auch mit Dinos kennt sich Koepp bestens aus. Er schrieb sogar die Drehbücher zu den Jurassic Park-Filmen von Steven Spielberg.

Auf der anderen Seite steht mit Rogue One-Mastermind Gareth Edwards inzwischen auch der Regisseur des neuen Jurassic World-Films fest. Zuletzt hat er den starken Sci-Fi-Film The Creator ins Kino gebracht, der gerade einmal 80 Millionen US-Dollar kostete, aber in seiner Inszenierung wie ein 200-Millionen-Blockbuster aussieht. Für ein Dino-Abenteuer prädestinieren Edwards seine vorherigen Filme: Monsters und Godzilla.

Koepp und Edwards wirken wie die ideale Kombination, gerade in Hinblick auf einen Kritikpunkt, der gegenüber Edwards oft auftaucht: Er ist deutlich besser darin, seine Geschichten in atemberaubenden Bildern auf die Leinwand zu bannen, als sie mit Worten im Drehbuch zu verankern. Mit Koepp steht ihm einer der verlässlichsten Blockbuster-Autoren zur Seite. Das könnte ein knackiges Feuerwerk werden.

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Jurassic World 4 muss sich endlich wieder wie ein aufregender Dino-Blockbuster anfühlen

Die Betonung liegt auf knackig, denn das war der letzte Jurassic World-Film überhaupt nicht. Teil 3 der Sequel-Trilogie mäandert planlos um die Welt, verliert sich in der aufgeblasenen Rückkehr von Legacy-Figuren und vergisst, worum es in der Reihe wirklich geht: die Dinos. Wer hätte gedacht, dass eine Heuschreckenplage einen Großteil der Laufzeit dieses drögen Zweieinhalbstundenkolosses einnimmt?

Jurassic Park III

Wenige Mega-Blockbuster sind so aus dem Ruder gelaufen wie Jurassic World 3: Ein neues Zeitalter und haben eine einst ikonische Filmreihe trotz Milliarden-Einspiel in die Bedeutungslosigkeit katapultiert. Ich will wieder einen Jurassic-Film, der sich wie eine wilde Achterbahnfahrt anfühlt und denke da in letzter Zeit sehr oft über den dritten Teil der ersten Trilogie nach, der oft belächelt, wenn nicht komplett vergessen wird.

Jurassic World 3 kam 2001 unter der Regie von Spielberg-Kollege Joe Johnston ins Kino und beerdigte die Reihe vorerst mit dem bisher schwächsten Einspielergebnis. Kritik und Publikum zeigten sich unbeeindruckt von dem 90-minütigen (!) Survival-Trip zur Islar Sorna, der sich mehr wie ein B-Movie in Horror-Gefilden anfühlt als ein Event-Blockbuster, der den ganzen Sommer dominiert. Doch genau das ist der Reiz.

Johnsons Film ist sicherlich nicht so perfekt wie Spielbergs Meilenstein, der Hollywood für immer verändert hat. Als unbedeutende Fußnote würde ich ihn trotzdem nicht abtun. Gerade im Vergleich zu Jurassic World 3 wirkt Jurassic Park 3 wie ein kompromissloser Streifzug durch die Dino-Hölle, in der es genauso hart wie humorvoll zugeht, während T-rex und Spinosauraus in einem Western-Duell aufeinandertreffen.

Die Predator-Reihe hat erfolgreich vorgemacht, wie man sich trotz Franchise-Chaos genial neu erfindet

Im Grunde ist Jurassic Park 3 das, was gerade einigen Franchises guttun würde: Der Film tritt einen Schritt zurück, um sich zu fokussieren, anstelle hohles Spektakel zu liefern. Am eindrucksvollsten hat das zuletzt die Predator-Reihe vorgemacht. Nach der Katastrophe von Teil 5, Predator – Upgrade, entpuppte sich Prey als unerwarteter Seiteneinstieg in die vertraute Mythologie rund um den legendären Weltraumjäger.

Prey spielt im Jahr 1719 im Gebiet der Comanchen und erzählt von einer jungen Frau, die sich gegen die Traditionen ihres Volks und einen außerirdischen Krieger (!) durchsetzen muss. Eine mutige Neuinterpretation, die der Predator-DNA treu bleibt und sich dennoch erfrischend anfühlt. Ich hoffe, dass Koepp und Edwards bei Jurassic World 4 auch einen Schritt zurücktreten und im kleinen Rahmen ein ähnliches Kunststück vollbringen.

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