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Kommentare
über Die Kennedys
Cellmorbasg Wed, 15 Aug 2012 16:42:51 -0000
Kommentar löschenDie Serie hat zwei große Probleme. Zunächst wäre da die sehr einfache Positionierung der Figuren. Da wäre der Bösewicht der für alles Elend der Familie verantwortlich ist: Vater Joseph, an seiner Seite die Frau die dem nichts entgegenzusetzen hat und erst späte Rache üben kann: Rose, der Sohnemann der Präsident werden musste, konnte und wollte dieses Amt aber gar nicht, als er schließlich doch hineinwächst, wird er erschossen: Jack, dann wäre da noch der strahlende Held der Serie, der Idealist und gleichzeitig große Organisator, der Mann der hinter allen erfolgen der Familie steht und zudem auch noch ein Familienmensch ist: Bruder Bobby, auch an seiner Seite eine treue Ehefrau, die perfekte Familie bildet er mit ihr: Ethel, zu guter letzt noch als weitere sympathische Figur, die quasi allein erziehende Mutter zweier Kinder und einer ganzen Nation: Jackie. Diese einfach Zeichnung des Familienbildes soll wohl vermittelt werden, der Präsident wird dazu ein bisschen zurecht gestutzt, sein Bruder in den Polithimmel gehoben und alle dunklen Seiten dem Vater in die Schuhe geschoben. Das kann man irgendwie nicht glauben, selbst wenn man es wollte und u.a. daran scheitert die Serie.
Es sind die Darsteller die es schaffen diesem engen Korsett in den Szenen der Begegnungen von Familienangehörigen Leben einzuhauchen und der Serie einen gewissen Charakter von Echtheit zu verleihen und insbesondere in den ersten drei Folgen ist die Serie doch noch sehenswert und die Erzählweise mit zahlreichen Rückblenden schafft es den Aufstieg der Familie sehr gut zu erzählen. Doch angekommen im Präsidentenamt offenbart sich dies als zweite Schwäche. Zusammen mit der Fokussierung für jede Folge auf ein zeitgeschichtlich wichtiges Ereignis, verliert die Serie jeden Halt mit dieser episodenhaften Herangehensweise. Eine dreiviertel Stunde reicht weder um die historischen Ereignisse raumgreifend mit ihren Hintergründen zu schildern, noch können in der Zeit die Auswirkungen und die Interaktion der Familie geschildert werden. Es bleibt alles an der Oberfläche kleben, dabei wäre letzteres trotz der Einfachheit der Figurenzeichnung noch das interessanteste gewesen. Aber vielleicht sollte die Serie auch genau so sein, diesem Eindruck kann man sich jedenfalls oft nicht erwehren.
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