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moviepilots friemeliger Fragebogen

7 Fragen an robin.drunkenhangman

01.02.2015 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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I mean, she ... she a four alarm fire or what?
© moviepilot
I mean, she ... she a four alarm fire or what?
Diesmal versucht unser Fragebogen Tarantino und Scorsese sowie Spacey und Norton zusammenzubringen, präsentiert einen realen Autobahnthriller - und eine Ode an die coolste Sau in einer weit, weit entfernten Galaxie ...

Gleich mehrere Traumpaare, ein Plädoyer für vernünftige Kameraführung und obendrein ein unfreiwilliger Lookalike-Contest mit Taylor Lautner: An diesem Sonntag gehören die 7 Fragen  ganz robin.drunkenhangman ! Und wenn sich da draußen ein noch spannenderer, selbst erlebter Thriller in euren Erinnerungen versteckt: Dann sagt unbedingt Kängufant Bescheid und lasst euch den moviepilot-Fragebogen zuschicken!

Kontaktbörse: Welche zwei Leute (ob vor oder hinter der Kamera, noch lebendig oder nicht) wären wie geschaffen für eine Zusammenarbeit? Und wie sähe dieser Film aus?

Traumszenario 1: Quentin Tarantino und Martin Scorsese. Wenn ich mich nicht irre, zählt Tarantino Scorsese zu seinen Vorbildern. Und ich sehe ein paar Gemeinsamkeiten bei ihren Filmen. Da Scorsese, bis auf wenige Ausnahmen, die Drehbücher nicht selbst schreibt und Tarantino sich scheinbar völlig dem Western verschrieben hat, und nicht, wie von vielen seiner Fans gewünscht, zum Gangster-Film zurückkehrt, könnte er ja wenigstens das Drehbuch zu einem Gangster-Film beisteuern, verfilmt von Scorsese.
Die Handlung wäre in den Zeiten der Prohibition angesiedelt. Die Hauptrolle spielt Robert De Niro. Vielleicht spielt er dabei, wie schon bei De Palma's Die Unbestechlichen, den berühmten Ober-Gangster Al Capone. Außerdem spielt noch Leonardo DiCaprio mit, denn eine Zusammenarbeit der beiden Scorsese-Lieblinge in einem Film ist längst überfällig. Alleine "Directed by Martin Scorsese – Written by Quentin Tarantino – Starring Robert De Niro and Leonardo Di Caprio" klingt cool genug um dafür ins Kino zu gehen, oder nicht?

Traumszenario 2: Kevin Spacey und Edward Norton. Nachdem ich neulich das erste Mal True Detective gesehen habe, kamen mir die beiden als Idealbesetzung für diese Serie in den Sinn. Sollte dies nicht zustande kommen, dann wünsch ich mir die Zusammenarbeit beider als Gegenspieler in einem Psychothriller. Ich habe tatsächliche eine Idee für so einen Film, aber die behalte ich auf meiner Liste für Filmideen, die ich als Drehbücher umsetzen möchte. Sollte ein professioneller Autor einen für die beiden passenden Stoff schreiben und sich ein Produzent diesem widmen, dann kommen mir zwei Regisseure in den Sinn: David Fincher und Christopher Nolan. Fincher hat das Potential beider schon einmal großartig genutzt und ist, was Thriller betrifft, sowieso ein Großmeister. Nolan würde ich auch reizvoll finden, da es nach all den Big Budget Filmen schön wäre, ihn an seine Wurzeln, den Noir-Film, zurückkehren zu sehen.
Um auf Ed Norton zurück zu kommen: Gebt dem Kerl endlich wieder mehr Rollen, und vor allem: passende! Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit ist ein guter Anfang, darf aber keine Ausnahme bleiben.

Hier hast du eine Million - jetzt geh hinaus in die Welt und bau das Kino deiner Träume. Sag uns nur kurz Bescheid, wie es aussähe ...

Ich würde versuchen, so viele verschiedene aktuelle Filme wie möglich im Programm unterzubringen, um den Besuchern die größte Auswahl zu liefern, und häufig Vorstellungen mit Originalton anbieten. Aber nicht nur aktuelle Filme, sondern auch alte Klassiker finden ein Zuhause: Ein ganzer Saal wird diesen gewidmet sein, und so wird jede Woche ein anderer Film laufen. Wer einmal Meisterwerke wie Apocalypse Now oder 2001: Odyssee im Weltraum auf der großen Leinwand sehen möchte, wäre hier genau richtig. Die Kinosäle sind, neben der Nummerierung, nach ausgewählten Schauspielern/Regisseuren benannt (z.B. James Dean-Saal). Zum jeweiligen Namensgeber hängt am Eingang des Kinosaals ein eingerahmtes Bild mit Infokasten. Die Namensgeber wechseln jährlich.

Benimmregeln werden fester Bestandteil der Hausordnung sein, die überall, vor allem an jedem Kinosaaleingang, aushängen wird. Verboten sind Gespräche, die über Geflüster hinausgehen, eingeschaltete Handys im Kinosaal und Treten des vorderen Sitzes. Außerdem wird ausdrücklich darum gebeten, die Toiletten VOR dem Film aufzusuchen und beim Verlassen des Saals auf lautes Aussprechen von Spoilern zu verzichten. Sollte es das Budget hergeben, würde ich Aufpasser in jedem Saal abstellen, die penetrante Regelbrecher gegebenenfalls rauswerfen.

Im Kino-eigenen Restaurant gibt es wöchentlich einen Film-Stammtisch, an dem jeder Interessierte teilnehmen darf und dabei mit anderen Filmfans über die wunderbare Welt des Films diskutieren kann. Zu den Golden Globes und den Oscars wird es Übertragungen im Kinosaal geben, mit Tippspiel. Nach der Show wird zum Frühstück im Restaurant eingeladen, bei dem die Besucher noch über die verliehenen Preise diskutieren können. Sich über die Nichtauszeichnung von Schauspieler X oder Film Y auszukotzen, macht doch in der Gruppe gleich mehr Spaß. Mensch, jetzt möchte ich genau so ein Kino haben, also: Shut up, and gimme your money!

Déjà vu: Gibt es eine Filmfigur, die dir zum Verwechseln ähnlich ist? Oder kennst du jemanden, auf die oder den eine Filmfigur wie die Faust aufs Auge passt?

Ja, die gibt es leider. Nachdem damals dieser Twilight-Hype losgebrochen ist, wurde ich von mehreren Mitschülerinnen und Freundinnen dauernd "Jacob" genannt, ohne Erklärung. Dauerte eine Weile, bis ich aufgeklärt wurde, dass bei diesen Vampirfilmen ein Typ rumläuft, der mir angeblich ähnlich sieht, oder ich ihm. Ich wollte es natürlich nicht wahrhaben. Es gibt bessere Filmfiguren, denen man ähnlich sehen kann. Dann habe irgendwann Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen gesehen und musste zugeben, dass ich und Taylor Lautner doch ein wenig ähnliche Gesichtszüge haben. Dass ich, genau wie er im ersten Twilight-Film, lange Haare habe, verstärkte unglücklicherweise die Ähnlichkeit auch noch. Nun ja, so sehr ich die Reihe und meine Ähnlichkeit zu der Figur hasse: Ich muss zugeben, ich beneide ihn um den Waschbrettbauch, das ist dann doch ein großer Unterschied zwischen uns beiden. Die "Jacob"-Rufe sind aber mit der Zeit verschwunden. Er läuft in den anderen Filmen mit kurzen Haaren herum, während ich meine Matte behalten habe und zudem Bartträger geworden bin.

Ach ja: Einer meiner besten Freunde ist eine Mischung aus Di Caprio und Jack Black. Ist komisch, klingt aber so. Und in meiner Stadt sehe ich immer wieder diesen einen Brad Pitt-Doppelgänger rumlaufen, dessen Styling obendrein etwas von "Tyler Durden" hat. Sollte er mich eines Tages ansprechen, sollte ich mir ernsthafte Gedanken machen, wenn ihr versteht was ich meine.

Mit welchem Genre oder welcher Filmgattung kannst du überhaupt nichts anfangen?

Ich kann kein bestimmtes Genre nennen, weil ich bei jedem Genre Filme finde, denen ich was abgewinnen kann. Ich lasse mich jetzt daher über einen "Trend" aus, der mir extrem auf die E- äh Nerven geht: Found Footage-Filme. Der erste Film dieser Art, Blair Witch Project, ist zurecht ein Klassiker des Horrors. Die Idee war neu und er funktioniert aufgrund der Subtilität. Man sieht so gut wie gar nichts, und er ist trotzdem gruseliger als ein Großteil der Spukfilme. Die Schlusszene erzeugt bei mir jedesmal aufs Neue großen Schrecken.

Statt diese Stärke zu übernehmen, wurde stattdessen das "Found Footage"-Konzept immer wieder kopiert. Außer dem guten spanischen Streifen [REC] gab es reihenweise Horrorfilme mit diesem Konzept, die die Bezeichnung "Horrorfilm" nicht verdienen, allen voran Paranormal Activity. Und auch außerhalb des Horror-Genres findet man solche Filme. Und da kommt es mir so vor als ob das Konzept gerne genutzt wird, nur um Geld an den Posten "Kamera" und "Schauspieler" einzusparen.

Ärgerlich ist das besonders, wenn dies bei einem Film angewendet wird, dessen Plot Potential verspricht. Bestes Beispiel hierfür ist Chronicle: Die Geschichte von drei Teenagern, die aus heiterem Himmel Superkräfte bekommen und diese zu extremen psychischen Konflikten führen, hat bei mir starkes Interesse geweckt. Aber dann musste man ja unbedingt das ganze im Found Footage-Stil drehen, was mich völlig vor den Kopf gestoßen hat. Spätestens bei Action-Sequenzen sind Wackelkameras grauenhaft anzuschauen. Hätte man das Ganze als normalen Spielfilm aufgezogen, wäre deutlich Besseres aus der Idee entsprungen.

Wie sah die absurdeste, komischste, romantischste oder einfach nur filmreifste Szene deines Lebens aus? Uuuuuuuuund ... ACTION!

Es war im letzten Sommer, auf der Heimfahrt von einem Konzert: Bei der Abfahrt bemerkten wir bereits den fast leeren Tank, aber so naiv, wie wir waren, entschieden wir uns, den Halt an der Tanke bis zur Autobahn aufzuheben. Dann fuhren wir erst einmal in die falsche Richtung, weil wir ja viel zu schlau waren, auf die Idee zu kommen, das Navi zu nutzen. Also hieß es wieder: Runter von der einen Autobahn – Wechsel auf die andere. Als wir dann auf der richtigen Autobahn gelandet sind, fand sich auf fast 50 Kilometern (!!!) keine Tankstelle. Der Tank neigte sich dem Ende zu und wir fuhren wieder von der Autobahn runter, um in den Käffern eine Tanke zu finden. Nach 15 Kilometern ohne Erfolg fanden wir dann doch endlich eine Tankstelle: Geschlossen! Der Tank stand nun auf Null. Wir forschten im Internet wo die nächste Tankstelle ist, die nachts offen hat. Die Suche ergab: ganze 10 Kilometer!

Wir versuchten unser Glück und nass vor Angstschweiß versuchten wir die Kiste bis zum ersehnten Ziel durchzubringen. Dann war es nur noch ein Kilometer und wir wähnten uns schon im Ziel. Plot-Twist: Umleitung! Die Spannung ging in Verlängerung. Am Ende gab es das (SPOILER) Happy End. Wir haben es tatsächlich bis zur Tankstelle geschafft. Und als wir den Wagen wieder voll aufgetankt haben, und nach all dem Leid auch endlich wieder die Nikotinsucht stillen konnten (die Kippenschachtel ist obendrein während der Fahrt auch noch leer gegangen), ritten wir, äh, fuhren wir gen Sonnenaufgang.

Welches war die passendste Besetzung der gesamten Filmgeschichte, welches die unpassendste? Kolossale Fehlentscheidungen finden hier auch ein Zuhause ...

Ich könnte hier so einige Besetzungscoups nennen, aber ich entscheide mich für True Romance, weil hier, von den Haupt- bis zu den Nebenrollen, nur Volltreffer gelandet wurden. Angeführt wird der Cast von Christian Slater und Patricia Arquette in Rollen, die man nicht gerade als Gewinnertypen bezeichnen würde. Und hier fing Tony Scotts Genialität bei der Darsteller-Auswahl an: Obwohl er gleich drei hochkarätige Schauspieler (dazu später mehr) in den Nebenrollen hat, die nur jeweils für 1-2 Szenen auftauchen, wählte er für die Darstellung des sympathischen Pärchens "Clarance" und "Alabama" im Vergleich zu den anderen (damals) weniger bekannte Schauspieler, Patricia Arquette und Christian Slater. Glatte Hollywood-Überstars wären in diesen "White Trash"-Rollen zu unpassend gewesen. Aber Slater und Arquette werden mit ihren Rollen eins, so dass man mit ihnen mitfiebert. Und in "Alabama" bin ich bei jeder Sichtung 120 Minuten lang verliebt.

Dann kommen wir zu den genannten Hochkarätern im Cast: Wir haben als erstes Gary Oldman, meiner Meinung nach DAS Schauspiel-Chamäleon, der Alabamas Zuhälter "Drexl" mimt. Der soll ja, ohne das Drehbuch gelesen zu haben, die Rolle angenommen haben ("Just because it's a white boy who thinks he's black"). Und dann haben wir noch Dennis Hopper als Clarance' Vater und Christopher Walken als Mafiaboss, die sich eines der besten Wortgefechte der Filmgeschichte liefern. Ein heute sehr populärer Schauspieler ist in einen seiner ersten Rollen zu sehen, in der er nichts weiter macht als rumzuliegen und zu kiffen. Ich verrate nicht wer es ist. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen und sich überraschen lassen, wer das nun ist und welche anderen bekannten Gesichter noch zu sehen sind.

In dieser Hinsicht ist es wohl ein Glücksfall, dass Tarantino das True Romance-Script verkauft hat, denn sonst hätte es den Film mit diesem perfekten Cast nicht gegeben. Und einen von ihm gedrehten Reservoir Dogs ebenfalls nicht ... Also vielen dank Tony, wo immer du auch jetzt bist! You're so cool!

Wer ist deine größte Filmheldin, dein liebster Filmheld? Und warum ist sie / er / es besser als die anderen?

Auch hier gäbe es so viele die man nennen könnte. Aber da dieses Jahr im Zeichen von Star Wars steht, das Jahr in dem wir vielleicht erleben werden, dass ausgerechnet ein J.J. die Herzen der Star Wars-Fanatiker erobern wird, widme ich diese Frage einem Helden aus der weit, weit entfernten Galaxis: Han Solo. Er ist kein aalglatter Held. Er ist niemand, der immer edel handelt oder redet. Er macht was er will. Er ist jemand, der auch einmal zugibt ,dass es ihm wichtiger ist, seinen Hintern zu retten als für die gute Sache zu kämpfen. Aber er ist jemand, der im entscheidenden Moment sich für das Richtige entscheidet, vor allem wenn es darum geht, seinen Freunden beizustehen. Han Solo ist der Mann, der die "most badass"-Antwort auf eine Liebeserklärung abgeliefert hat. Er schießt immer zuerst. Er ist der personifizierte Rock 'n Roll in einer Welt, in der es vermutlich so etwas wie Rockmusik gar nicht gibt (eigentlich eine grausame Vorstellung, wobei ich der Cantina-Band stundenlang zuhören könnte). Er ist der Held den wir verdienen, aber nicht der, den wir gerade brauchen. Er ist ein stiller Wächter, ein dunkler Rit- oh verdammt! Da bin ich wohl mit dem Falken in der falschen Galaxie gelandet.

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