"Aliens existieren": Nope-Stars Keke Palmer und Daniel Kaluuya über Horror-Klischees und YouTube-Theorien

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Nope
12.08.2022 - 11:22 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Jordan Peeles Mystery-Thriller Nope zeigt Aliens, wie wir sie noch nie gesehen haben. Wir haben mit dem Cast über reale Horror-Szenarien und den kulturellen Einfluss von Black Panther gesprochen.

Wie oft habt ihr schon einen Horrofilm geguckt, fassungslos den Protagonist:innen dabei zugesehen, wie sie unbedarft in die offensichtliche Todesfalle tappen und euch gedacht: "Also ich wäre längst weggewesen"? Nope, der neueste Geniestreich von Get Out-Regisseur Jordan Peele, liefert die Bilder zu diesem Gefühl. Und zeigt einen komplett neuen Weg, mit einer außerirdischen Bedrohung umzugehen.

Die Geschwister OJ und Emerald Haywood stammen aus einer Familie, die seit Jahrzehnten Stunt-Pferde für Hollywood-Filme trainiert. Das Geschäft läuft sowieso schon schlecht, als plötzlich ein seltsames Wesen auftaucht, dass die Tiere in sich aufzusaugen scheint. Die Geschwister beschließen, in der Bedrohung eine Chance zu sehen und schmieden einen wahnwitzigen Plan.

Nope, eine atemberaubende Mischung aus Mystery-Thriller und Horror-Komödie, läuft ab dem 11. August 2022 in den deutschen Kinos. Wir haben mit den Hauptdarsteller:innen Daniel Kaluuya und Keke Palmer über nervige Horror-Klischees, die Wichtigkeit von Filmen wie Black Panther und echte Aliens gesprochen.

Die Stars aus Nope würden in der Realität nie auf Alien-Jagd gehen

Daniel Kaluuya (links) und Keke Palmer (rechts) spielen in Nope die Geschwister OJ und Emerald

Moviepilot: Was sind typische Horrorfilm-Situationen, bei denen ihr euch persönlich denken würdet: “Nope, da bin ich raus”?

Keke Palmer: Jedes Mal, wenn etwas passiert und jemand sagt: “Ich gucke mal, was da los ist.” Auf gar keinen Fall. Warum solltest du das tun? Ich würde das in echt niemals machen. Ich würde sofort meine Tür abschließen und den Raum nicht mehr verlassen. Genau so bei Nope. Wenn mir jemand in Echt erzählt hätte, dass er draußen irgendetwas Seltsames sieht, hätte ich gesagt: “Das klingt ja verrückt. Sag einfach Bescheid, wenn du es nochmal siehst.” Und das wär’s für mich gewesen. Dann wäre ich ins Bett gegangen.

Daniel Kaluuya: Da denke ich mir auch immer: Was tust du?! Ich habe manchmal das Gefühl, dass auch in den Filmen selbst die Motivation, das zu tun, nicht ausreichend erklärt ist. Und das gehört natürlich irgendwie zum Genre, kann aber auch frustrierend sein. Meinem Charakter in Nope geht es zum Beispiel darum, das Vermächtnis seiner Familie zu bewahren. Deswegen kann OJ nicht weglaufen. Ich persönlich hätte mir den Anhänger und die Pferde geschnappt und hätte mir ein neues Stück Land gesucht. In Albuquerque oder so.

Es gibt eine Szene im Film, in der eine Figur ihre Verschwörungstheorie zu Aliens teilt, die uns angeblich alle beobachten. Wart ihr persönlich jemals an einem Punkt, an dem ihr euch gefragt hat: Existieren Aliens wirklich und wenn ja, was wollen sie?

Keke Palmer: Ich glaube immer noch, dass Aliens real sind. Ich erinnere mich aber noch an meine Teenager-Zeit, wie ich mich auf YouTube total in dem Thema verloren habe und dachte, ich habe hier gerade richtig wichtige Sachen rausgefunden. Irgendwann kam ich aber an den Punkt, wo ich mir gesagt habe: Ja, vielleicht sind sie real, aber eigentlich ist es auch egal. Ich meine, was soll ich mit diesem Wissen jetzt machen?

Daniel Kaluuya: Ich war mir immer sicher, dass Aliens existieren. Ich habe das nie wirklich in Frage gestellt. Es ist offensichtlich, dass es da draußen noch anderes Leben gibt, es ist einfach nur anders als wir. Wir nennen sie Aliens, aber sie sind einfach nur eine andere Art von Lebensform. Das hat sich für mich immer nachvollziehbar angefühlt. Ich glaube einfach nur nicht, dass sie irgendein Interesse an uns haben. Wir sind da sehr egozentrisch. Warum sollten die zu uns auf die Erde kommen?

Ist Jordan Peele das für Horror, was Black Panther für Superheldenfilme ist?

Regisseur Jordan Peele beim Dreh zu Nope

Daniel, weil du Nope gedreht hast, musstest du Black Panther: Wakanda Forever absagen. Hast du den Trailer gesehen?

Daniel Kaluuya: Ich liebe ihn. Er sieht fantastisch aus. Aber das wusste ich schon vorher, wir sprechen hier schließlich von Ryan Coogler. Der macht keine halben Sachen und dieser Film bedeutet einfach viel. Ich wusste immer, dass er fantastisch werden wird und ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen.

Black Panther hatte als erster schwarzer Superheldenfilm einen unglaublichen Einfluss auf Popkultur und Gesellschaft. Glaubt ihr, dass Jordan Peele eine ähnliche Bedeutung hat, wenn es um das Thema Horror geht?

Daniel Kaluuya: Ich finde, dass es in den letzten Jahren viele Filme gegeben hat, die in die Richtung viel verändert haben. Straight Outta Compton war in jedem Fall einer, Moonlight, Get Out … Ich glaube, Jordan hat ein Genre wiederbelebt, dem innovative Ideen gefehlt haben.

Keke Palmer: Was an Jordan so unglaublich ist, ist dass er all das mit originären Ideen schafft, die auf nichts basieren, was vorher schon da war. Und das Ganze ist nicht nur künstlerisch anspruchsvoll, sondern auch kommerziell und unterhält auch jemanden, der vielleicht nicht jede Anspielung versteht. Die Nummer Eins der Kinocharts zu sein mit einem Original-Drehbuch – das ist nicht einfach. Gerade in dieser Zeit, nach Covid und in Anbetracht dessen, was gerade in der Welt passiert.

Lieber David Lynch als Logan Paul: Daniel Kaluuya und Keke Palmer über Kritik im Internet

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Der YouTuber Logan Paul hat auf Twitter einen Thread dazu geschrieben, wie wenig ihm Nope gefallen hat und ist damit mehr oder weniger viral gegangen. Setzt ihr euch mit Kritik auf Social Media auseinander oder versucht ihr, euch damit nicht zu beschäftigen?

Keke Palmer: Das hat so sehr dem entsprochen, worüber der Film sich eigentlich lustig macht, dass ich erst dachte, er macht das absichtlich. So von wegen: Ist das Teil der Marketing-Kampagne zum Film? Natürlich kriegen wir Kritik mit, aber das ist ganz normal, wenn man Filme macht. Was ich interessanter finde, sind die Theorien und Erklärungen, die Leute für einen Film finden. Ich wühle mich dann durch Reddit oder lese Artikel wie “Nope erklärt”. Oft lese ich da Dinge, die mir selbst gar nicht aufgefallen sind.

Seht hier Yves Rezension zu Nope:

Nope - Besser als Get Out! | Review
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Daniel Kaluuya: Ich gucke mir gerne Rezensionen auf YouTube an, weil ich dann ein Gefühl dafür bekomme, wer diese Leute sind und wie sie zu ihrer Meinung kommen. Ich will ja, dass Leute eine gute Zeit haben, wenn sie ins Kino gehen. Auch Pressegespräche finde ich total interessant, weil man Leuten gegenübersitzt, die einem ihre Meinung sagen. Aber was Logan Paul angeht, habe ich keine Ahnung, warum es von Bedeutung ist, was er zu Filmen zu sagen hat. Warum ist seine Meinung wichtiger als die anderer Leute? Lasst mal lieber herausfinden, was David Lynch zu sagen hat, oder Leonardo DiCaprio. Das hier ist ein YouTuber! Und das meine ich nicht respektlos.

Keke Palmer: Er macht ja nicht mal Filmrezensionen oder so.

Daniel Kaluuya: Ja! Der ist einfach nur bekannt und sagt: “Und das hier ist übrigens meine Meinung!” Das erinnert mich an diesen Witz von Dave Chappelle, von wegen: “Mal gucken, was Ja Rule dazu sagt !” Ich liebe Ja Rule, ich will ihn damit nicht angreifen. Aber so wirkt das auf mich, wenn Leute mir Tweets von Logan Paul weiterleiten.

Ich verstehe absolut, was du meinst. Aber er ist ein gutes Beispiel für Menschen, die ihre Meinung in den Sozialen Medien äußern und so eine große Reichweite haben, dass man ihnen kaum entkommen kann.

Daniel Kaluuya: Er hat auch jedes Recht, seine Meinung zu äußern. Ich finde es nur seltsam, dass wir als Gesellschaft sagen: Dieser Typ hat etwas gesagt und wir müssen uns damit auseinandersetzen. Warum interessiert uns überhaupt, was er tut? Er ist nicht qualifiziert dazu, mit seiner Meinung so über andere gestellt zu werden. Aber es freut mich zumindest, dass er den Film gesehen hat.

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Was haltet ihr von Jordan Peeles Nope?

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