Destroyer: Nicole Kidman ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere

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Lebensmüde und abgekämpft schleppt sich Nicole Kidman durch Karyn Kusamas neuen Film Destroyer, der momentan im Kino läuft. Das Neo-Noir-Thriller-Drama zeigt die Schauspielerin als traumatisierte Ermittlerin, die durch einen neuen Mordfall an einen tragischen Undercover-Einsatz aus ihrer Vergangenheit erinnert wird. Dabei überrascht es kaum, dass Destroyer atmosphärisch stark an die 1. Staffel der HBO-Serie True Detective erinnert.

Darin zeigte sich Matthew McConaughey in einer der drei Zeitebenen ähnlich heruntergekommen und vom Leben gezeichnet. Eine schauspielerische Leistung, die seiner Karriere neuen Aufschwung verlieh und den Begriff der McConaughassaince endgültig salonfähig machte. Eine Kidmanassaince lässt sich mittlerweile ebenfalls ausrufen. Momentan befindet sich die Schauspielerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Nicole Kidman ist langsam, aber eindrucksvoll zurückgekehrt

In den letzten Jahren ist Nicole Kidman nie so ganz aus dem Kino verschwunden. Zwischen beliebten Erfolgsfilmen wie Paddington hat Werner Herzog die Schauspielerin abseits des Mainstream beispielsweise zur Königin der Wüste gemacht. Einprägsame Hauptrollen blieben von Kidman, die Nebenfiguren in dem Thriller-Remake Vor ihren Augen oder dem auf wahren Tatsachen beruhenden Drama Lion spielte, jedoch weitestgehend aus.

2017 sollte sich diese Wahrnehmung gegenüber der Schauspielerin aber dann entschieden ändern. Langsam, aber sicher war Nicole Kidman sowohl im Kino als auch im Fernsehen wieder geradezu überpräsent. Beeindruckend ist, dass die Schauspielerin hochbudgierte Produktionen weiterhin überwiegend vermied. Kidmans Comeback, das eigentlich gar kein richtiges Comeback ist, besticht vielmehr durch ihre Rollenwahl, bei der talentierte Namen über kommerziellen Aussichten stehen.

Nicole Kidman arbeitet gerne mit Regie-Größen zusammen

Dass Filmfans im Jahr 2017 nicht an Nicole Kidman vorbeikommen würden, untermauerten vor zwei Jahren am deutlichsten die damaligen Filmfestspiele von Cannes. Hier war die Schauspielerin in der Serie Top Of The Lake: China Girl und dem Thriller-Drama Die Verführten ebenso zu sehen wie in The Killing of a Sacred Deer und der Punk-Romanze mit Alien-Twist How to Talk to Girls at Parties.

Zuvor spielte Kidman außerdem in der HBO-Serie Big Little Lies mit, wo sie sich unter gefeierten Kritikerstimmen in ein großteils weibliches Ensemble neben Schauspielerinnen wie Shailene Woodley, Reese Witherspoon, Laura Dern und Zoë Kravitz einfügte. Zu ihrem 50. Geburtstag beschenkte sich Nicole Kidman 2017 selbst mit einem Karrierehoch. Dazu passte auch, dass sich Kidman mühelos zwischen ernsten, exzentrischen und sogar komödiantischen Auftritten durch die Film- und Serienlandschaft bewegte.

Mit den aseptischen, kalten Hochglanzwelten von Yorgos Lanthimos, die voll sind von Menschen am Rande zur Roboterartigkeit, verschmilzt sie ebenso mühelos wie mit der flirrenden, schwülen Südstaaten-Atmosphäre in Sofia Coppolas Die Verführten. Darin werden Colin Farrells Körper und Charme im Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts zum Schlachtfeld für die Sehnsüchte und Lüste der Bewohnerinnen eines Mädchenpensionats.

Nicole Kidman vermeidet öffentliches Aufsehen

In der Öffentlichkeit ging Nicole Kidman privaten Themen in den letzten Jahren geschickt aus dem Weg. Zu den am häufigsten gestellten Fragen zählte darunter immer wieder, ob sich die heute 51-Jährige Schönheitsoperationen unterzogen hätte. Eine Frage, die Kidman bis heute nicht beantwortet hat. Die Schauspielerin gibt Antworten viel lieber durch ihr Schauspiel.

So war sie sich zuletzt in James Wans DC-Comicverfilmung Aquaman beispielsweise nicht zu schade, in der Rolle ihrer an Land gestrandeten Königin von Atlantis einen Goldfisch direkt aus dem Aquarium zu futtern. Den Hang des Regisseurs zur spaßigen Selbstvertrashung spielt Nicole Kidman dabei mit ebenso ernsthafter Hingabe wie die um die Sexualität ihres Sohnes besorgte, gläubige Mutter in Der verlorene Sohn.

Schon Charlize Theron unterlief 2003 für ihre Rolle der heruntergekommenen Prostituierten und Mörderin in Monster eine ähnliche Wandlung. Trotz der Verwendung von deutlichem Make-up und einer Perücke ist Nicole Kidmans Figur in Karyn Kusamas Film trotzdem mehr als die übliche Transformation der Hollywood-Schönheit in das abschreckende Film-Biest.

Zwischen zwei verschiedenen Zeitebenen verkörpert die Hauptdarstellerin ihre Ermittlerin als wandelndes Mysterium. Szenen aus der Vergangenheit, in der Kidmans Figur ihren wahren Charakter aufgrund eines Undercover-Einsatzes verbergen muss, und der Gegenwart, in der sie mit fahler Haut und glasigen Augen, die sie kaum noch offen halten kann, wie eine lebende Tote wirkt, ergeben das brüchige Bild einer gequälten, gebrochenen Seele. Unübersehbar verbirgt sich dahinter Nicole Kidman auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

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