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Nicole Kidman wird 50 - Und erlebt ein neues Karrierehoch

Nicole Kidman in How to Talk to Girls at Parties
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Nicole Kidman in How to Talk to Girls at Parties
20.06.2017 - 09:15 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Nicole Kidman feiert heute ihren 50. Geburtstag. Wir zelebrieren die Australierin, die trotz ihres A-List-Status erstaunlicherweise mehr im Arthouse-, als im Kommerzkino Erfolge feiert.

2017 ist bisher vermutlich das erfolgreichste Jahr in Nicole Kidmans Karriere, seit sie 2003 den Oscar in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für The Hours gewann. Auf dem Filmfestival in Cannes wurde die Australierin dieses Jahr mit einem speziellen Preis geehrt. Zum 70. Jubiläum des französischen Festivals wurde Kidman für ihr Erscheinen in drei Filmen und einer Serie, die dort zu sehen waren, ausgezeichnet. Bereits Anfang 2017 wurde die Schauspielerin für ihre Darbietung in der HBO-Serie Big Little Lies hochgelobt. Zu Ehren ihres 50. Geburtstags und ihres erfolgreichen Jahres widmen wir uns heute der Karriere der in Nashville lebenden Kidman, die trotz ihres A-List-Status erstaunlich wenige Mainstream-Erfolge feiern konnte und eher in kleineren, europäisch wirkenden Produktionen aufzublühen scheint.

Nicole Kidman + Mainstream-Kino = ?

Ihren Hollywood-Durchbruch hatte Nicole Kidman im Jahr 1990 mit dem Actionfilm Tage des Donners - Days of Thunder, wo sie ihren künftigen Ehemann, später Exmann, Tom Cruise kennenlernte. Dieser Film, in dem sie Cruises Love Interest mimt, ebnete den Weg für größere Produktionen.

Nicole Kidman in Batman Forever

So erschien sie im Zuge ihrer Karriere in einigen finanziellen Erfolgen, die aber nie an die von ähnlich bekannten Schauspielerinnen wie Sandra Bullock oder Angelina Jolie herankamen. In den Medien wurde Nicole Kidman zum Teil sogar als Kassengift bezeichnet, da ihre Filme oftmals hinter den Erwartungen der Studios zurückblieben. Insbesondere Flops wie Australia, Die Frauen von Stepford oder Invasion schienen ihren A-List-Status ins Wanken zu bringen. Dass sie aber als Kritiker-Liebling und als furchtlose Schauspielerin insbesondere in kleineren Produktionen überzeugen konnte, zeigen wir euch nun.

Nicole Kidman + Arthouse-/europäisches Kino = !

Im selben Jahr wie Batman Forever spielte Kidman in Gus Van Sants To Die For mit. Hier mimt sie eine eiskalte, intrigante Frau, die für ihre Ziele über Leichen geht. Ihre Darbietung wurde stark gelobt und sie gewann für diese einen Golden Globe. 2001 ließen sich Kidman und Tom Cruise scheiden, nachdem beide ein letztes Mal gemeinsam für den skandalumwobenen Eyes Wide Shut vor der Kamera standen. In den Jahren nach der Scheidung schien die Karriere der Australierin richtig abzuheben. 2002 erhielt sie ihren zweiten Golden Globe für ihre Rolle der Kurtisane im Musical Moulin Rouge. Im selben Jahr lehrte sie Millionen Zuschauern in The Others des chilenischen Regisseurs Alejandro Amenábar das Fürchten. Der Gruselfilm, der bei einem Budget von 17 Millionen US-Dollar 209 Millionen einspielte, war ein Überraschungs-Hit. 2003 feierte Nicole Kidman ihren bislang größten Erfolg, als sie für die Darstellung der Virginia Woolf für The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit einen Oscar gewann. Im selben Jahr arbeitete sie mit dem polarisierenden Lars von Trier in seinem experimentellen Dogville zusammen.
Nicole Kidman in Dogville

In dem Drama des dänischen Regisseurs verkörpert sie eine Frau auf der Flucht, die von den Einwohnern eines Dorfes kaltblütig ausgenutzt und erniedrigt wird. Es sind diese Rollen, die sie von anderen A-List-Schauspielerinnen abheben, da keine Spur von Eitelkeit oder "Das ist mir doch zu heikel für mein Image"-Gehabe zu erkennen ist. Dies wurde nochmals deutlich, als sie im Folgejahr mit dem Film Birth für Aufruhr sorgte. In diesem badet sie mit einem 10-jährigen Jungen, was selbst auf dem Filmfest in Venedig zu Buhrufen führte. Kidman verteidigte diese Darstellung:

Ich sehe den Film als einen wunderschönen Film über Liebe, nicht als etwas, das geschmacklos oder ausbeuterisch ist.

2007 arbeitete sie mit dem Indie-Regisseur Noah Baumbach an Margot und die Hochzeit. Es war eines der erfolglosesten Jahre in ihrer Karriere, als Invasion ein Riesen-Flop wurde und auch Der Goldene Kompass weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Wie viele Oscargewinner und -gewinnerinnen versuchte auch sie den Sprung in das Blockbuster-Kino, allerdings ohne Erfolg. 2011 erhielt sie zwar ihre dritte Oscarnominierung für Rabbit Hole, - wo sie mit dem Regisseur des stark diskutierten Shortbus, John Cameron Mitchell, zusammenarbeitete - darüber hinaus konnte sie zwischen 2007 und 2012 aber weder kritische noch finanzielle Erfolge feiern.

2013 war Nicole Kidman in einer Nebenrolle in dem englischsprachigen Regiedebüt Stoker des Regisseurs Park Chan-wook auf der Leinwand zu sehen. Park war zwar durch Oldboy unter Filmbegeisterten kein Unbekannter mehr, Nicole Kidman bewies aber erneut ein Händchen für innovative Regisseure, als sie die labile Mutter der jungen Protagonistin spielte.

Nicole Kidman in Stoker

Die Romanadaption Ich darf nicht schlafen und Vor ihren Augen, das Remake des Oscar-Gewinners In ihren Augen, entpuppten sich abermals als Flop, von Filmen wie Grace of Monaco ganz zu schweigen. Doch dann wurde das Jahr ihres 50. Geburtstags zum Jahr der "Kidmanaissance", als sie bereits Ende 2016 die vierte Oscarnominierung ihrer Karriere für Lion erhielt. Sie gewann ihn zwar nicht, eine Woche vor der Vergabe von Amerikas wichtigstem Filmpreis startete dafür auf HBO die Miniserie Big Little Lies. Wie viele Schauspielerinnen über 40 wagte Nicole Kidman den Schritt in die TV-Landschaft und wurde dafür belohnt. Kritiken zufolge war sie der Star der zweiten Hälfte der Staffel, in der sie eine ehemalige erfolgreiche Anwältin spielt, die für ihre Zwillinge zur Hausfrau wurde. Hinter geschlossenen Türen erfährt sie psychische und physische Gewalt von ihrem Ehemann. Auch hier ist Kidman furchtlos, zeigt sich verletzlich und gedemütigt.

Nicole Kidman in Big Little Lies

Die Serie ist nur als Startschuss für kommende Projekte zu verstehen. Im September dieses Jahres startet in den USA die 2. Staffel von Top Of The Lake von Jane Campion, in der Nicole Kidman auf die heimischen Bildschirme zurückkehrt. Die Musik-Komödie How to Talk to Girls at Parties vereint sie mit Rabbit Hole-Regisseur John Cameron Mitchell. Hier spielt sie die Besitzerin eines Punkrock-Clubs, die vorbeischauende Aliens fast gewöhnlich erscheinen lässt. In The Killing of a Sacred Deer steht sie für Yorgos Lanthimos vor der Kamera, der den Kritiker-Liebling The Lobster in die Kinos brachte. Kidman macht jedoch nicht schlapp. So befindet sich Untouchable, das Remake des Publikumslieblings Ziemlich beste Freunde, in dem sie mitspielt, in der Postproduktion. In einer Rolle in Aquaman wird sie erneut den Sprung ins Blockbuster-Kino wagen.

Die Verführten

Die Verführten von Sofia Coppola kommt hierzulande am 29.07.2017 in die Kinos und läutet ein Jahr ein, in dem Kidman-Fans sich auf viele Projekte auf der Kinoleinwand freuen können. So sollten die Zuschauer endlich von der australischen Schauspielerin überzeugt werden, die bisweilen mehr aufgrund ihres Privatlebens in den Schlagzeilen zu finden war als wegen ihres Schauspieltalentes. Von einem minimalistischen Coppola-Film über eine schrullige Komödie bis hin zum Blockbuster wird Nicole Kidman in den kommenden Jahren Genre-übergreifend die Kinosäle mit ihrem Talent beglücken, und auch den Wohnzimmern ist bereits eine Prise des Kidman'schen Talentes sicher.

Welche ist eure liebste Nicole Kidman-Rolle?

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