Disney-Abenteuer Mufasa läuft jetzt im Kino: Wie gut ist die König der Löwen-Fortsetzung geworden?

19.12.2024 - 10:30 Uhr
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Mufasa setzt Disneys König der Löwen-Remake nach fünf Jahren fort und erzählt die Vorgeschichte von Simbas Vater und dessen Bruder Scar. Doch lohnt sich das neue Animations-Abenteuer?

Disneys Neuverfilmung von Der König der Löwen hatte es 2019 nicht leicht. Als Live-Action-Hybrid eines der beliebtesten Disney-Klassiker zog sie einerseits ein Millionenpublikum in die Kinos, das weltweit über 1,65 Milliarden Dollar in den Kassen ließ. Andererseits wurde der Film von Kritik und Publikum mit gemischten Gefühlen aufgenommen, was vor allem dem Remake-Charakter und der umstrittenen fotorealistischen Animation des Streifens geschuldet war.

Mit Mufasa: Der König der Löwen startet nun eine Fortsetzung im Kino, die gleichzeitig als Sequel und als Prequel für Der König der Löwen fungiert. Denn erzählt wird hier die Vorgeschichte von Simbas Vater Mufasa als Lehrstunde für die aus König der Löwen 2 bekannte Tochter von Simba: Kiara. Moonlight-Regisseur Barry Jenkins löste dafür Jon Fraveau auf dem Regiestuhl ab und versammelte erneut großartige Stimmen um Beyoncé und Donald Glover, mit Neuzugängen wie Aaron Pierre, Kelvin Harrison Jr. und Mads Mikkelsen. Doch lohnt sich ein Kinobesuch für das Abenteuer des Königs aller Tiere?

Mufasa: Der König der Löwen darf eine eigene Geschichte erzählen ‒ geht dabei aber zu sehr auf Nummer sicher

Der kleine Mufasa ist mit seinen Eltern auf der Suche nach dem Paradies Milele, wo es ihnen an nichts mangeln soll. Auf dem Weg geraten sie jedoch in eine schreckliche Flut und Mufasa wird von seinen Eltern getrennt. Er wird am Ufer einer Steppe angespült, wo ihn der kleine Löwe und Thronerbe Taka findet und mit zu seinem Rudel nimmt. Sein Vater hält nichts von Außenseitern, doch Taka hat sich schon immer einen Bruder gewünscht ‒ so darf Mufasa schließlich bleiben.

Anstatt bei den männlichen Löwen zu schlafen, soll er jedoch bei den Löwinnen um Takas Mutter Esche aufwachsen. Für Mufasa stellt sich dies als Segen heraus, denn von Esche lernt er seine Sinne zu nutzen und zu jagen, während Taka von seinem eingebildeten Vater vor allem lernt, sich feige zurückzuziehen und anderen die Arbeit zu überlassen.

Als das Rudel von einer Gruppe weißer Löwen angegriffen wird, werden Taka und Mufasa vom König fortgeschickt, damit Taka die royale Blutlinie gefahrlos erhalten kann. Auf der Flucht treffen sie auf die Löwin Sarabi sowie Sazu und Rafiki, mit denen sie fortan gemeinsam nach dem Paradies Milele suchen.

Schaut euch hier den Trailer zu Disneys Mufasa an:

Mufasa: Der König der Löwen - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Als die kleine Kiara von ihren Eltern Simba und Nala kurzzeitig zurückgelassen wird und mit Rafiki, Timon und Pumba während eines Sturms im Königsfelsen kauert, wird ihr das erste Mal die Geschichte ihres heldenhaften Großvaters Mufasa erzählt. Der Film lässt sich viel Zeit mit den bekannten Gesichtern aus Der König der Löwen, bevor er zur eigentlichen Geschichte des Animationsfilms kommt. Dabei entfaltet sich bereits eines der großen Probleme von Mufasa: Der König der Löwen, die sich vor allem im Aufbau der Story niederschlagen.

Während der Film im Gegensatz zu Der König der Löwen für sich stehen darf und keinen geliebten Zeichentrickklassiker im Rücken hat, muss diese neue Geschichte mit der des großartigen Originals mithalten. Um hier ein möglichst kleines Risiko einzugehen, werden immer wieder immense Brücken zu Teil 1 geschlagen, die in der etwas erzwungen wirkenden Rahmenhandlung um Kiara und Co. beginnen und sich weiter in Mufasas gesetzter Vorgeschichte entfalten.

Mufasas Vorgeschichte ist auch die Vorgeschichte seines Bruders, den wir zunächst als Taka kennenlernen. Später entpuppt er sich als jemand, den wir ebenfalls aus Der König der Löwen kennen: Scar, der Mufasa eines Tages in den Tod stürzen wird. Während die brüderliche Beziehung der beiden das klare Herzstück des Films ist und ein spannender und erweiternder Aspekt, wird leider der einfache Weg gewählt, indem sich die Geschichte mehr auf Mufasa als auf den deutlich interessanteren Taka/Scar fokussiert.

Vor allem, wenn Sarabi zur Geschichte stößt, wird Taka/Scar immer mehr aus dem Fokus verdrängt und seine immer niederträchtigeren Handlungen werden weniger verständlich. Während wir schon in Der König der Löwen in einem Nebensatz erfahren haben, dass die Liebe einst einen Keil zwischen die Brüder trieb, wird dieser Aspekt in Mufasa stark ausgeschlachtet, aber dann doch nicht mehrseitig genug ‒ und führt schließlich zu ihrem Untergang.

Die als Befreiungsschlag für Außenseiter angelegte Geschichte übergeht damit am Ende einen ihrer wohl tragischsten Vertreter. Beinahe schon passend, wenn man näher darüber nachdenkt.

Mufasa: Der König der Löwen ist ein Animations-Spektakel der Extraklasse

So sehr es immer wieder bei der Story hapert, so sehr wartet Mufasa jedoch mit beeindruckenden Schauwerten auf, die das Animations-Kino noch einmal auf eine völlig neue Stufe heben und Teil 1 ebenfalls weit hinter sich zurücklassen.

Zum Glück haben sich die Animator:innen die große Kritik an Der König der Löwen zu Herzen genommen und den Gesichtern der Tiere durch leicht veränderte Züge mehr Emotionalität gegeben. Die Mimik der Zeichentricktiere aus dem Disney-Klassiker darf hier natürlich dennoch nicht erwartet werden ‒ nur in wenigen Momenten wüsste man ohne den stimmlichen Zusatz, was hinter der Mähne wirklich vor sich geht. Die Änderung trägt hier trotzdem große Früchte.

Als die Suche nach Milele Mufasa, Taka, Rafiki und Sarabi in ein verschneites Gebirge führt, zeigt sich schließlich die wahre Kunst der Animation, die die Löwen in dieser unerwarteten Landschaft wunderschön kontrastiert und jede Schneeflocke in ihren Mähnen glitzern lässt. Wenn sich Mufasa im großen Finale im Wasser windet, kann man dann nicht anders, als mit offenem Mund dazusitzen.

Untermalt wird das Abenteuer von den Klängen von Hamilton-Star Lin-Manuel Miranda, der anstelle von Elton John Songs für Mufasa beisteuerte. Auch wenn hier kein sofortiger Klassiker wie Kann es wirklich Liebe sein? dabei ist, sind die Lieder doch eingängig und machen viel Spaß ‒ hier sind vor allem Ich wollte immer einen Bruder und Das bist doch du zu nennen. Nahezu realistisch aussehenden Löwen beim Singen zuzuschauen, wird sich trotzdem nie ganz natürlich anfühlen.

Am Ende ist Mufasa: Der König der Löwen ein Animations-Spektakel der Extraklasse, das im Kino trotz Story-Schwächen durchaus mitzureißen weiß. Ob das die Existenz dieses Sequel-Prequels rechtfertigt, sei dahingestellt. Die Kinokassen wird es zweifelsohne noch einmal gewaltig klingeln lassen.

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