Durchgeknalltes Fantasy-Universum bei Netflix: Dead Boy Detectives lohnt sich nicht nur für Sandman-Fans

26.04.2024 - 14:40 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Die neue Fantasy-Horror-Serie Dead Boy Detectives ist bei Netflix gestartet. Ob sich das Spin-off aus dem Sandman-Universum lohnt, erfahrt ihr im Seriencheck.

Serien-Universen könnten der nächste große Netflix-Trend sein. Während der Streamer fleißig an Ablegern zu Serien-Überfliegern wie Wednesday oder Stranger Things werkelt, wurden Spin-offs zu The Witcher, Haus des Geldes und Bridgerton längst an den Start gebracht. Jetzt wird auch der exzellente Fantasy-Horror Sandman zum Netflix-Universum.

Die düstere Jugendserie Dead Boy Detectives startet am 25. April 2024 und ist im gleichen Universum wie Netflix' Sandman-Serie verortet. Sie erforscht zwar ganz neue Genre-Ecken der von Neil Gaiman erdachten Comic-Welt, aber setzt ebenfalls auf schrägen und kreativen Ideenreichtum. Kann die Fantasy-Neuheit dabei überzeugen?

Fantasy-Krimi bei Netflix: Darum geht's in Dead Boy Detectives

Wie der Titel schon verrät, stehen im Zentrum der Netflix-Serie zwei tote Jugendliche: Edwin Payne (George Rexstrew) wurde 1916 auf einem Internat von Mitschülern ermordet und landete durch ein Missverständnis in der Hölle, aus der er erst Jahrzehnte später flüchten konnte. Der zweite Dead Boy ist Charles Rowland (Jayden Revri), der 1989 vorzeitig aus dem Leben schied.

Die Dead Boy Detectives sind später sogar als Quartett unterwegs

Da die Tode der beiden nie aufgeklärt werden konnten, wollen Edwin und Charles dieses Unrecht für andere Verstorbene verhindern. Und so kümmern sie sich mit ihrer Londoner Detektei um allerlei übernatürliche Fälle. Weil sie sich aber unerlaubt auf der Erde aufhalten, sind sie immer auf der Hut vor Bürokraten der Hölle und dem Tod (Kirby) persönlich.

Gleich im Auftakt der Netflix-Serie wird aus dem Duo jedoch ein Trio. Die Dead Boy Detectives helfen der Hellseherin Crystal Palace (Kassius Nelson), sich von einem dämonischen Ex zu befreien, der von ihr Besitz ergriffen und sie ihrer Erinnerungen beraubt hat. Für den ersten gemeinsamen Fall reist das Trio schließlich in die amerikanische Küstenstadt Port Townsend, wo sie im Verlauf der insgesamt acht Folgen mit allerlei übernatürlichen Rätseln und Gefahren konfrontiert werden.

Eine DC-Serie wird zur Netflix-Serie

Dead Boy Detectives blickt auf eine bewegte Produktionsgeschichte zurück. Zuerst als Spin-off der Superhelden-Serie Doom Patrol bei HBO Max angedacht, wurde die Adaption der gleichnamigen Comicreihe im Zuge der Umstrukturierung des DC-Universe während der Dreharbeiten an Netflix verkauft. Das stellt sich jetzt als Glücksfall heraus.

Durch die Übernahme von Netflix kehren die Dead Boy Detectives zu ihren Ursprüngen zurück. Die Charaktere traten nämlich erstmals in Neil Gaimans Graphic Novel-Klassiker Sandman in Erscheinung. Jetzt findet diese Verbindung (dank zwei überraschender Gastauftritte) auch in Serienform statt. Erwartet allerdings kein zweites Sandman.

Dead Boy Detectives ist nämlich eine übernatürliche und queere Fantasy-Horror-Serie für Teens, die mehr an einen Mix aus Supernatural und Chilling Adventures of Sabrina erinnert. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Miterdacht wurde die Serie von Supernatural-Showrunner Steve Yockey, während die Pilotfolge von "CAOS"-Regisseur Lee Toland Krieger inszeniert wurde.

Dead Boy Detectives ist ein abgedrehter Fantasy-Krimi für Horror-Fans

Wer die schrägen Horror-Ideen in Netflix' Sabrina-Serie oder auch die monströsen Abenteuer von Dean und Sam Winchester mochte, wird an Dead Boy Detectives besonders viel morbide Freude haben. Egal ob Flüche, Dämonen, Kinder klauende Hexen, Monster-Pilze, paranormale Parasiten, Höllenbürokratie oder ein sexy Katzenkönig: Den durchgeknallten Einfällen scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Der Cat King ist nur eines von vielen Highlights

Auch visuell trumpft die Netflix-Serie mit abgefahrenen Ideen und Spielereien auf. So präsentiert sich unter anderem ein Schwarz-Weiß-Flashback im 4:3-Format, während das Finale mit einer Zeichentrick-Sequenz überrascht.

Erzählt wird Dead Boy Detectives dabei nach dem Fall-der-Woche-Prinzip. Das heißt: Abseits der übergreifenden Handlung und Charakterentwicklung nehmen die jungen Detektive jede Folge einen neuen übernatürlichen Fall an. Dadurch begeistert die Serie mit erzählerischer Vielfalt und wird kaum langweilig.

Horror-Fans kommen dabei nicht zu kurz. Obwohl es sich um eine Teenie-Serie handelt, beschwört Dead Boy Detectives einige albtraumhafte Horror-Momente. Neben grotesk zerfledderten Leichen, krabbelnden Skeletten oder einer aus Puppenköpfen bestehende Spinnenkreatur gibt es auch einen Spukhausfall mit Amityville-Referenz zu bestaunen.

Dead Boy Detectives kann aber nicht nur gruselig, sondern auch oft unerwartet witzig sein, wenn zum Beispiel Crystal die Gedanken eines männlichen Teens zu lesen versucht und ihr Vorhaben mit den Worten "Oh, nur Pornos, alles nur Pornos!" prompt abbrechen muss.

Am Ende ist Dead Boy Detectives zwar weit davon entfernt, an die epische Fantasy-Saga rund um Dream und die Endlosen heranzukommen. Die acht abwechslungsreichen Episoden bieten dennoch einen unterhaltsamen wie kurzweiligen Binge voller sympathischer Figuren, schrägem Horror-Humor und einer ordentlichen Portion Herz.

Alle acht Folgen von Dead Boy Detectives stehen ab dem 25. April 2024 bei Netflix zum Abruf bereit. Grundlage für diesen Seriencheck ist die komplette erste Staffel.

Podcast: Die 15 besten Serienstarts im April bei Netflix und Co.

Diesen Monat startet nicht nur die neue Fantasy-Serie Dead Boy Detectives. Ihr braucht noch mehr frische Streaming-Tipps? Die spannendsten Serien im April, die es bei Netflix, Amazon, WOW und Co. zu sehen gibt, stellen wir euch in der Monats-Übersicht vor:

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Unter den 15 Streaming-Highlights der Serien findet ihr im April die großangelegte Sci-Fi-Videospiel-Verfilmung Fallout bei Amazon. Außerdem zeigt Netflix mit Ripley ein vielversprechendes Thriller-Remake mit Sherlock-Bösewicht und Robert Downey Jr. ist in The Sympathizer kaum wiederzuerkennen.

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