Mein Herz für Klassiker

Gregory Peck ist zum Geburtstag Ein Köder für die Bestie

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© Universal Pictures
Gregory Peck in Ein Köder für die Bestie
05.04.2016 - 08:50 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Heute wäre Oscarpreisträger Gregory Peck 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund haben wir uns den Klassiker Ein Köder für die Bestie noch einmal zu Gemüte geführt. Besonders Pecks Zusammenspiel mit Robert Mitchum bleibt dabei im Gedächtnis.

Heute wäre der 2003 verstorbene Schauspieler Gregory Peck 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund geht mein Herz für Klassiker heute an den Thriller Ein Köder für die Bestie, der vor 54 Jahren veröffentlicht wurde. Darin zeigen Peck und sein Kollege Robert Mitchum nicht nur ihre schauspielerische Brillanz, sondern auch dass sie ein hervorragendes Team vor der Kamera sind.

Der Angeklagte wird zum Henker

Acht Jahre saß der gefährliche Verbrecher Max Cady (Robert Mitchum) wegen Vergewaltigung im Gefängnis. Während seiner Tat wurde er von dem Anwalt Sam Bowden (Gregory Peck) gestoppt, später sagte dieser im Prozess gegen Cady aus. Doch der Gangster hat seine Zeit im Gefängnis nicht genutzt, um sich in Reue zu üben, sondern um seine grausame Rache zu planen. Denn in seinen Augen hat er nicht wirklich einen Fehler begangen und Bowden hat zu Unrecht dafür gesorgt, dass er im Kittchen landet.

Robert Mitchum in Ein Köder für die Bestie

Zunächst stirbt Bowdens Hund. Während sich der Anwalt sicher ist, dass dieser Tod auf Cadys Kappe geht, hat er dafür keinerlei Beweise, sodass selbst seinen Freunden bei der Polizei die Hände gebunden sind. Dass dies jedoch nur der erste Schritt von Cadys üblem Plan, Bowden das Leben zur Hölle zu machen ist, will außer ihm selbst keiner so wirklich glauben. Schritt für Schritt rückt Cady ihm und seiner Familie immer mehr auf die Pelle, sodass die Bedrohung in jedem Moment näher zu kommen scheint.

Guter Nervenkitzel überdauert alle Zeiten

Wenn jemand glaubt, dass Ein Köder für die Bestie einfach nur ein alter Film ist, hat er sich getäuscht. Der Thriller funktioniert heute so gut wie vor über 50 Jahren, denn Rache ist ein Thema, dass die Menschheit seit jeher (oder zumindest schon ziemlich lange) mitreißt. Das schwarzweiße Bild lässt den Klassiker nicht etwa veraltet erscheinen, sondern unterstreicht sogar noch die bedrohliche Stimmung, die Regisseur J. Lee Thompson (Die Kanonen von Navarone) hervorragend einzufangen weiß.

Gregory Peck (r.) im Remake Kap der Angst

Fast 30 Jahre nach Ein Köder für die Bestie zeigte uns Martin Scorseses Remake Kap der Angst einmal mehr, dass der Stoff des Thrillers so schnell nicht an Aktualität verliert. Sicherlich könnte ich jetzt darauf verweisen, dass Remakes an sich schon ein Beweis für gute Geschichten sein müssten, aber Scorsese ist noch einen Schritt weiter gegangen. Um die Stimmung des Originals nicht aus den Augen zu verlieren, nutzte er den originalen Ein Köder für die Bestie-Soundtrack von Bernard Herrmann (Der Teufel und Daniel Webster, Taxi Driver) nahezu deckungsgleich für seine Neuauflage. Kleine Veränderungen und Ergänzungen wurden von Elmer Bernstein (Modern Millie, Dem Himmel so fern) vollkommen im Sinne des Originals hinzugefügt. Auch Hauptdarsteller Peck und Mitchum bekamen in seinem Remake kleine Rollen. Interessanterweise ist Robert Mitchum hier der Polizist und Gregory Peck als Anwalt des Fieslings Cady zu sehen. Wer will darf hier ein weiteres Mal in der Filmgeschichte ein Verwischen der Grenzen zwischen Gut und Böse sehen. Muss man aber nicht.

Das Doppel macht das große Ganze

So sehr Nick Nolte und Robert De Niro in Kap der Angst überzeugen, gibt es zwischen den beiden doch ein großes Problem: Nolte steht voll und ganz im Schatten der Schauspielgröße De Niro. Ich halte Nolte keineswegs für einen schlechten Schauspieler, allerdings für jemanden der es nicht schafft, mit De Niro mitzuhalten (No offense!). Das sieht bei Peck und Mitchum im Original etwas anders aus. Über die Spielzeit von Ein Köder für die Bestie wird Mitchum immer mehr vom fiesen Knasti zur besagten Bestie. Das lässt Peck jedoch nicht in seiner Präsenz schrumpfen, ganz im Gegenteil: Der Anwalt Bowden wird vom selbstbewussten Familienvater zum ängstlich-verzweifelten Gewalttäter. Mit der Zeit weiß er sich immer weniger zu helfen, sodass in seinen Augen nur noch der Tod ein Ende der Cady'schen Tyrannei bringen kann.

Robert Mitchum und Gregory Peck in Ein Köder für die Bestie

Eigentlich ist es egal, welches Ende der Film nimmt. Sollte Cady Bowden und vielleicht sogar dessen Familie umbringen können, gewinnt das Böse. Wenn es Bowden schafft, Cady aus dem Weg zu räumen, bleibt am Ende die Erkenntnis, dass man sogar im Fall der gefährlichsten Bedrohung allein gelassen werden kann und letztlich vielleicht selbst zur Bestie wird. Ich werde das Finale nicht verraten, aber mal ganz ehrlich: Darauf kommt es wirklich nicht an.

Habt ihr Ein Köder für die Bestie schon gesehen?

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