Kinostart von Disconnect

Jason Bateman & die immergleiche Normalo-Rolle

Jason Bateman in Disconnect
© Weltkino Filmverleih
Jason Bateman in Disconnect

Was so ein Bart ausmachen kann: Nicht nur Martin Freeman ließ sich für die neue Sherlock-Staffel kurzfristig ein auffälliges Schnauzbärtchen aufkleben und Ben Affleck war als Vollbärtiger in Argo kaum wiederzuerkennen. Szenen-/Zeiten-/Imagewechsel mittels Bart zu vollziehen, bleibt zwar der männlichen Schauspielerschaft vorenthalten, wird dort aber sehr gern angewendet. Diese Woche startet der Thriller Disconnect mit Jason Bateman in der Hauptrolle in unseren Kinos. Disconnect von Henry Alex Rubin lief zwar schon 2012 bei diversen Festivals und letztes Jahr in ein paar wenigen US-Kinos, doch jetzt kommt der Internet-Krimi auf die deutschen Leinwände und Jason Batemans ansonsten so glatt rasiertes Gesicht ist auch hierzulande mit Behaarung zu bewundern.

Anstatt sich nach Disconnect jedoch auf spannendes, storylastiges und seriöses Kino zu konzentrieren, legte Jason Bateman die grauenhafte Komödie Voll abgezockt nach, welche bereits 2013 bei uns zu sehen war. Jason Bateman kann aber sehr viel mehr, als bloß den netten Normalo von nebenan in skurrilen Situationen zu spielen. Ein Blick zwischen die großen RomComs und lahmen Komödien des Jason Bateman offenbart spannende Seiten des Darstellers, denen eintönige Drehbücher von Umständlich verliebt bis Mr. Magoriums Wunderladen in keiner Weise gerecht werden. In Jason Bateman schlummern sehr viel mehr Qualitäten als seine Arrested Development -Paraderolle des Normalos unter Verrückten.

Batemans kleine Farm
Jason Bateman war ein Kinderstar, ein Teeniestar und in den 1990ern verschwand er gleichsam mit den obligatorischen Drogen- und Alkoholproblemen in der Versenkung der verlorenen Hoffnungen. Unsere kleine Farm machte das kindliche Sommersprossen-Gesicht in den 1970ern bekannt und Großfamilien-Serien wie Valerie etablierten Jason Bateman als Jugendlichen in der TV-Landschaft Amerikas. Es dauerte daraufhin jedoch über zehn Jahre, bis er mit der zynischen Hit-Sitcom Arrested Development mehr als bloß ein Comeback startete. Viel mehr hat er sich mit dieser Paraderolle des passiv-aggressiven Zynikers und doch einzig normalen Typen im Geschehen neu erfunden. Er hat sich eine Rolle geschaffen, in der er sich auch heute, zehn Jahre nach der dritten Staffel und nach Dutzenden Kinofilmen sichtlich wohl fühlt.

Fetischclub-Promoter & Man in Black
Woher meine Zuneigung für Jason Bateman kommt, ist einfach erklärt. Es ist sein herzzerreißender Auftritt in Juno als Musiker in den Dreißigern, der sich selbst das perfekte Leben vorlügt, bis er sich zu einer schwangeren Teenagerin hingezogen fühlt. Auch habe ich stets seine amüsanten Nebenrollen als durchgeknallter Moderater in Voll auf die Nüsse und als drogenverseuchter Rip, der in Smokin’ Aces Ben Affleck und seine Auftragskiller-Freunde anheuert, im Hinterkopf. Faust drauf.

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moviepilot Team
sciencefiction Andrea Wöger
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