Jetzt bei Amazon Prime: Die wahren Men in Black sind ganz anders

Men in Black
© Sony
Men in Black

In Zeiten erfolgreicher, jährlicher Comciverfilmungen aus dem Hause Marvel und DC kann sich der Zuschauer kaum noch vorstellen, dass solche einmal als riskant und wenig erfolgsversprechend galten.

Vom Mega-Blockbuster des Jahres 1997, Men in Black, weiß dann auch kaum noch jemand, dass er eigentlich auf den gleichnamigen Comics des Autors Lowell Cunningham basiert, erschienen beim Verlag Malibu. Kein Wunder, diese unterscheiden sich auch fundamental von den mittlerweile vier Men in Black-Filmen, von denen Teil 2 und Teil 3 seit kurzem bei Amazon Prime streambar sind.

Die Men in Black-Comics von Lowell Cunningham

Zugegeben, die Grundprämisse ist die gleiche. Agent K und Agent J arbeiten unerkannt von der Menschheit bei der Geheimorganisation Men in Black, die sich mit Außerirdischen auf der Erde herumschlägt, und benutzten den Neuralisierer, um das Gedächtnis von Zeugen zu löschen. Abgesehen davon haben Vorlage und Verfilmung laut CBR jedoch kaum etwas gemeinsam.

Cunningham erschuf die Comics nach eigenen Angaben, als ihn ein Freund auf die Men in Black-Legenden hinwies, wonach Zeugen von Ufo-Landungen in ganz Amerika Bekanntschaft mit schwarzangezogenen Regierungsmitgliedern machen würden, die die Alien-Begegnungen vertuschen sollen und manchmal auch selbst Außerirdische sind.

Die Unterschiede zwischen Filmen und Comics

Cunningham brachte von 1990 bis 1991 für Malibu Comics insgesamt 6 Men in Black-Ausgaben heraus. Nachdem Marvel Malibu 1994 übernommen hatte, erschien das erste Men in Black-Comic unter neuem Label noch einmal in einem Nachdruck, sowie ein Prequel, eine Filmadaption und ein Sequel mit den Figuren aus dem Men in Black-Film. Das sind die größten Unterschiede zwischen Comics und Filmen:

  • Men in Black ist vor allem aufgrund der komödiantischen Dialoge zwischen den Hauptdarstellern Will Smith und Tommy Lee Jones sowie im neuen Film Tessa Thompson und Chris Hemsworth bekannt. Die Comics hingegen sind nicht leicht im Ton und grundironisch, sondern haben einen sehr düsteren und bedrückend-brutalen Stil. Eine Mischung aus Neo-Noir und Horror.
  • Die Men in Black-Organisation schlägt sich nicht nur mit Außerirdischen herum, sondern kämpft auch gegen Dämonen, Werwölfe, Mutanten, Zombies, Vogelmonster, legendäre Kreaturen und Vampire.
  • Während in den Filmen nur der Neuralisierer zum Einsatz kommt, scheuen sich die MiB-Agenten in den Comics nicht davor, brutal zu töten, um ihre Geheimnisse zu bewahren. Jedes Mittel ist ihnen recht. Mit dem Neuraliserer kann sie auch niemand aufhalten.
  • In den Filmen wollen die Men in Black primär den Frieden auf der Erde bewahren, in den Comics ist ihr Ziel, die Welt nach ihren Vorstellungen bezüglich des Paranormalen zu gestalten und zu manipulieren. Ein Agent namens Ecks, der sich dem wiedersetzt, wird von der Organisation verfolgt und getötet.
  • Kay ist in den Comics hart, mörderisch, gefühllos und machtbesessen. Er ist keine sympathische Figur, viel eher ein Bösewicht und nutzt die Macht, die ihm die MiB geben und von der er fasziniert ist, schamlos aus.
  • Jay wurde nicht etwa von Kay eingeladen, sich den MiB anzuschließen, sondern als ehemaliger DEA-Agent von diesen entführt und mehr oder weniger gezwungen und festgehalten. Auch die Hintergrundgeschichte aus dem 3. Film stammt nicht aus den Comics.
  • Zed (Rip Torn), der Chef der Organisation, ist in den Comics nie zu sehen und ist höchstwahrscheinlich ein Alien.

Das weitere Men in Black-Franchise

Es überrascht folglich nicht, dass sich Barry Sonnenfeld bei der Adaption der Comics eher für eine leichtere Science-Fiction-Komödie denn für eine düstere Inszenierung des Originals entschied. Der Erfolg des ersten Films gab ihm Recht. Wobei gesagt werden muss, dass die Geschichte der Schabe Edgar (Vincent D'Onofrio) noch am stärksten von der Comicvorlage inspiriert wurde.

Spätere Men in Black-Verfilmungen und auch das diesjährige Spin-off International kamen bei Kritikern und Fans jedoch weniger gut an. Wer weiß, vielleicht hätten etwas mehr der gewagten Zutaten aus den Comics dem Franchise zur Gesundung doch gut getan.

Nach dem Erfolg von Men in Black brachte Sony noch die beiden Fortsetzungen Men In Black 2 und Men in Black 3 in gleichem Stil und Ton heraus. Außerdem lief mit Men in Black: The Series eine animierte Serie, die auf dem ersten Film basierte.

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Kanntet ihr die Comicvorlage von Men in Black?

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Berichtet am liebsten über Gangsterstreifen und Werke, in denen sich Literatur und Filmkunst vereinen. Weiß, wo Leute hinkommen, die guten Scotch verschwenden.
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