Lost bei Amazon Prime: Macher wollte Serie schon viel früher beenden

02.07.2020 - 14:00 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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© ABC
Lost
10 Jahre nach dem Ende von Lost hat Showrunner Damon Lindelof über die großen Probleme bei der Produktion gesprochen. Sein Plan war eigentlich ein Ende nach 3 Staffeln.

Lost ist ein moderner Serien-Klassiker, der in 6 Staffeln viele erzählerische Wagnisse eingegangen ist und heute wie damals kontrovers diskutiert wird - vor allem über das Ende lässt sich prächtig streiten. Der Schöpfer Damon Lindelof gab nun Collider  ein sehr spannendes Interview, in dem er den steinigen Weg bis dahin noch einmal nachzeichnet.

Ein zentraler Punkt dabei: Lindelof und sein Co-Showrunner Carlton Cuse wollten Lost ursprünglich schon nach 3 Staffeln beenden, doch der Sender ABC beharrte auf mehr und stellte die Autoren vor extreme Schwierigkeiten.

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Lost auf Amazon: So lief die Serie aus dem Ruder

Wie viele Staffeln Lost bekommen soll, war angeblich von Anfang an ein zentraler Diskussionspunkt. ABC brachte die zahlreichen Mysterien rund um die Insel zur Sprache und bezweifelte, dass die Fans die Serie auch weiterschauen werden, wenn all die Rätsel gelöst sind.

So entstand die Devise, für jede beantwortete Frage eine neue aufzuwerfen, um die Spannung aufrechtzuerhalten - dabei sollte das Wichtigste nach der Vorstellung Lindelofs eigentlich bereits nach Staffel 1 geklärt sein.

Mehr im Video: Lost-Star spricht über das Serien-Ende

Jimmy Kimmel Live - Josh Holloway über das Ende von Lost (English) HD
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Da Lost schnell durch die Decke ging, war eine vorzeitige Absetzung für den Sender kein Thema und es deutete sich an, dass der Schöpfer seine ursprüngliche Vision nicht umsetzen kann. Diese sah ein Ende der Geschichte mit Staffel 3 vor.

Ein kritischer Punkt wurde dann mit dem Abschluss der 2. Staffel erreicht, denn nun liefen die Verträge von Carlton und Lindelof aus. Im Rahmen der Verhandlungen ging es den beiden nicht etwa um Geld, sondern vor allem darum, die Show zu beenden. In der Annahme, nach Staffel 3 abzuspringen, unterzeichneten die Macher für ein zusätzliches Jahr.

Ein weiteres Treffen fand statt, als die 3. Season in den USA zur Hälfte ausgestrahlt war. Nun wollte ABC Lost plötzlich sogar über 10 Staffeln laufen lassen. Lindelof hatte mittlerweile ein grobes Konzept für die so genannten Oceanic 6 ausgearbeitet (also jene Überlebenden, die die Insel verlassen) und schlug als Kompromiss ein Ende nach Staffel 4 vor. Der Sender wiederum war jetzt bereit, auf 9 Staffeln runterzugehen und so einigte man sich letztlich auf die Zahl 6.

Lost: Damon Lindelof räumt eigene Fehler ein

Aus dem Gespräch geht hervor, dass ABC kaum Rücksicht auf die originären Pläne Lindelofs für Lost nahm, der Showrunner zeigt sich daneben aber auch durchaus selbstkritisch.

Die Herausforderung, die Serie durch immer neue Mysterien zu pushen, wurde seiner Meinung nach nicht durchweg gemeistert und die Flashbacks seien in der 3. Staffel nicht mehr gut gewesen. Darsteller wie Michael Emerson und Henry Ian Cusick hielten die Story zwar am Leben, viele anderes jedoch ließ zu wünschen übrig.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Drehbuch-Probleme im späteren Verlauf von Lost in einem anderen Licht - auch abseits des Autoren-Streiks, der sich massiv auf Staffel 4 auswirkte.

Die Serie hätte womöglich weit weniger Kritik auf sich gezogen, wäre sie nicht so in die Länge gezogen worden, denn viele Zuschauer störten sich gerade an den damit verbundenen erzählerischen Unebenheiten. Jetzt wissen wir: Auch die kreativen Macher wollten es gar nicht so weit kommen lassen. 3 Staffeln lang ging es für sie nur noch darum, das Beste aus einem Abenteuer heraus zu quetschen, das eigentlich schon am Ende war.

Podcast: Lost ist nach 10 Jahren immer noch einzigartig

In dieser Folge Streamgestöber blicken wir zum 10-jährigen Jubiläum des Lost-Finales auf die wegweisende Mysteryserie zurück, die in den 2000ern einen riesigen Sog entwickelte und bei Amazon Prime auch heute noch Rätselfans anspricht.

Esther, Andrea und Matthias diskutieren den Einfluss, denn Lost bis heute ausübt, blicken auf die besten Figuren und Momente zurück und sprechen natürlich auch über das kontroverse Ende, das seinerzeit die Zuschauer spaltete.

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Seid ihr auch der Meinung, Lost hätte nach 3 Staffeln enden sollen?

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