Molly's Game - Die wahren Vorbilder und Hintergründe des Films

Molly's Game
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"I am what I am and I do what I can."

Wenn ihr vorhabt Molly's Game zu sehen, in dem Jessica Chastain als Pokerprinzessin Molly Bloom in Hinterzimmern Pokerspiele mit mehreren Millionen Dollar Einsätzen für die Reichen, Schönen und Berühmten Amerikas organisiert, dann wisst ihr vielleicht, dass Aaron Sorkins Kriminaldrama auf wahren Begebenheiten basiert. Molly Bloom selbst veröffentlichte ihr autobiografisches Buch Molly's Game: From Hollywood's Elite to Wall Street's Billionaire Boys Club, My High-Stakes Adventure in the World of Underground Poker im Jahr 2014. Dennoch bleiben nach dem Film (und dem Buch) mehrere Fragen offen, da Molly Bloom manche Wahrheiten für sich behielt. Mittlerweile lassen sich viele wahre Hintergründe und Personen, deren Identität Bloom zunächst schützte, allerdings herleiten, was wir hier für euch aufgeschlüsselt haben. Achtung, es folgen Spoiler zum Film Mollys Game.

Wer ist Player X in Molly's Game?

Der in Molly's Game nur als Player X bezeichnete junge Hollywood-Schauspieler unterstützt Molly Bloom zunächst bei der Organisation ihrer Pokerturniere, wendet sich letztendlich mit seinem Einfluss jedoch gegen sie, als er zu glauben beginnt, dass sie durch ihre Trinkgelder zu viel Profit für sich selbst aus dem Spiel anderer herausschlägt. Im Film wird Player X, der als bekannter Star der Filmwelt viel auf sich hält, von Michael Cera verkörpert.

Da die echte Molly Bloom viele berühmte Darsteller (darunter Matt Damon und Macaulay Culkin) bei sich willkommen hieß, kann darüber spekuliert werden, dass es sich bei Player X um Ben Affleck oder Leonardo DiCaprio handeln könnte. Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass der dargestellte Star in Wahrheit Tobey Maguire war. In ihrem Buch erwähnt Molly Bloom den Spider-Man-Darsteller häufig in einem wenig schmeichelhaften Zusammenhang und Jessica Chastain bezeichnet Player X im Film nicht von ungefähr als "green-screen sh*t". Es passt, dass Toby Maguire bekanntermaßen ein begeisterter Pokerspieler war und viele bedeutende Neuzugänge an Mollys Tisch brachte. Außerdem bezichtigte Molly Bloom ihn schließlich in ihrem Buch namentlich, ihr Spiel durch das Abwerben wichtiger Spieler gestohlen zu haben, was genauso im Film gezeigt wird. Andere Berichte variieren diese Aussage in die Richtung, dass eine andere Person Mollys Hollywood-Poker-Karriere beendete und Maguire sie nur schadenfroh davon unterrichtete, dass sie ausgedient habe.

Aaron Sorkin äußerte sich zur konkreten Frage, wer Player X sei, etwas ausweichender, indem er erklärte, dass die Figur nicht eine einzige Person zum Vorbild habe, sondern eine Mischung verschiedener Celebrities sei.

Gab es reale Vorbilder für Mollys Boss Dean Keith und die Cobra Lounge?

Molly Bloom beginnt ihre Karriere im Film bei einem Immobilienmann, der den Namen Dean Keith trägt und von Jeremy Strong verkörpert wird. In ihrem Buch belegte die "Pokerprinzessin" ihn mit dem falschen Namen Reardon Green. Obwohl der Gesichtsvergleich von Vorlage und Filmfigur mal mehr und mal weniger frappierend ist, stand auch hinter diesem sehr unangenehmen Vorgesetzten ein Mann Pate, den es wirklich gab: Darin Feinstein. Er war der Miteigentümer des in Celebrity-Kreisen äußerst beliebten Nachtclubs namens The Viper Room. Dem Club wurde im Film in einem nur halbherzigen Verschleierungsversuch einfach ein anderer Schlangen-Name verpasst: In Molly's Game wird er The Cobra Lounge genannt.

Wie viel Wahrheit steckt in der Darstellung von Molly Blooms Lebensgeschichte?

Obwohl Aaron Sorkin sich Time zufolge in Molly's Game recht nah an die Buchvorlage von Molly Bloom hielt, wurden im Film ein paar Details ihres Lebenslaufs zu dramatischen Zwecken abgeändert. So war Molly Bloom beispielsweise tatsächlich eine Skiläuferin auf Olympia-Niveau, zog sich jedoch nicht, wie zu Beginn des Films gezeigt, eine schwere Rückenverletzung zu, die ihre Karriere beendete. In der Realität fand dieser Sturz nie statt. Zwar musste sie einige körperliche Hürden nehmen und hatte mit 12 Jahren eine Rücken-OP, nach der ihrer Ski-Karriere ein vorzeitiges Ende prophezeit wurde, doch ein Jahr später stand sie wieder auf den Brettern und wurde in ihrer College-Zeit sogar Drittbeste des Landes. Nach der Bronze-Medaille entschied sich Molly Bloom dennoch, ganz ohne Unfall, einen anderen Lebensweg einzuschlagen.

Wahr ist hingegen, dass ihr Vater (im Film gespielt von Kevin Costner) seine Kinder tatsächlich stets zum Äußerten drängte, was Molly Bloom jedoch nicht davon abhielt, liebevoll von ihm zu sprechen - auch wenn die Schlussszene des aufbauenden Gesprächs kurz vor dem Gerichtsurteil wahrscheinlich erfunden ist. Wahr ist in Molly's Game außerdem, dass sie zunächst als Kellnerin und Assistentin in Los Angeles arbeitete, bevor sie durch ihre Underground-Poker-Spiele zu Geld kam.

Weitere Details, die in Molly's Game der Wahrheit entsprechen, sind darüber hinaus, dass Molly Bloom an ihrem ersten Abend beim Poker 3000 Dollar Trinkgeld erhielt, dass sie zwischenzeitlich drogenabhängig wurde und dass sie sich strafbar machte, indem sie nicht länger nur Geschenke in Form von Geld und Chips, sondern einen Anteil des Poker-Pots nahm. Es stimmt darüber hinaus, dass Molly Bloom später in New York den "Personenschutz" einiger Gangster ablehnte und daraufhin Besuch von einem bewaffneten Kriminellen erhielt, der sie gegen die Wand schubste, ihr eine Pistole in ihren Mund steckte und anschließend Bargeld und Juwelen stahl. Wie in Molly's Game versteckte Bloom sich anschließend in ihrer Wohnung und stimmte schließlich einem neuerlichen Treffen zu, als die Gangster sie erneut kontaktieren. Bevor es dazu kommen konnte, verhaftete das FBI jedoch 125 Mafia-Mitglieder und die Bedrohte hörte nie wieder von den Schlägern.

Hatte Molly Bloom wirklich einen Anwalt wie Idris Elbas Figur?

In Molly's Game wird Molly Bloom von einem Anwalt verteidigt, der Charlie Jaffey heißt und von Idris Elba gespielt wird. Bei ihm handelt es sich, anders als bei vielen anderen Figuren des Films, um einen rein fiktiven Charakter, den Aaron Sorkin erschuf, um seinen eigenen Standpunkt zu Molly Blooms Geschichte zu verkörpern: Er ist jemand, der ihr am Anfang skeptisch gegenübersteht, sie dann aber zunehmend als heroische Figur ansieht. Mit Blooms wirklichem Anwalt, Jim Walden, hatte der Regisseur nie Kontakt, obwohl dieser tatsächlich im Prozess, wie im Film, 250.000 Dollar vorstreckte, die Molly Bloom selbst nicht besaß.

Die in Molly's Game vor Gericht gegen Molly Bloom verhängte Strafe von 200 Stunden sozialer Arbeit und 1000 Dollar entspricht ebenfalls den realen Gegebenheiten des Jahres 2014. Heute verhilft die reale Molly Bloom mit ihrem Kontakt-Netzwerk und mit Lehrstunden anderen Frauen zum Erfolg, indem sie sie eigenen Angaben zufolge aus ihren (Poker-)Fehlern lernen lässt.

Molly's Game läuft seit heute in den deutschen Kinos.

Seht ihr Molly's Game jetzt anders, da ihr die wahren Hintergründe besser kennt?

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