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Noch mehr Spaß und Schlawinereien

Mr. Pink besucht die Comic Con - Teil 2

24.10.2016 - 12:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Bild zu Mr. Pink besucht die Comic Con - Teil 2
© Comic Con Europe GmbH
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Da mein erster Tag auf der Comic Con nur sehr kurz war und eigentlich nur dazu diente, mir einen kleinen Überblick zu verschaffen, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, am nächsten Tag noch einmal dort aufzukreuzen. Meine Erlebnisse habe ich hier niedergeschrieben, auch wenn es vermutlich noch immer niemanden interessiert.

Für ganz Mutige gibt es den ersten Teil meines Erfahrungsberichtes hier.

Der zweite Tag auf der Comic Con begann so wie der erste. Nach ganzen vier Stunden Schlaf und fast einer Stunde Bahnfahrt kam ich am Sonntagmorgen gut gelaunt am Messegelände an und war noch immer froh darüber, die Akkreditierung erhalten zu haben, und nicht ewig lange mit den ganzen Nerds zusammen anstehen zu müssen. Ich war aber tatsächlich ein wenig früher da, als am Vortag, sodass ich die Halle noch sehr leer erleben durfte. Ein schönes Gefühl, ein bisschen Platz zu haben. Ich fand es übrigens sehr gemütlich und ordentlich aufgebaut, meine conerfahrene Begleitung war nicht ganz so begeistert, fand es wie von der Großstadt aufs Dorf zu kommen, wo dann alles eine Nummer kleiner erscheint. Da dies wie gesagt meine erste Con war, habe ich natürlich keine Vergleichsmöglichkeiten, fühlte mich jedoch gut aufgehoben.

Meine erste Tat war dann, nach einer Umarmung mit dem Free-Hug-Mädchen, ein erneuter Versuch am Pizza.de-Glücksrad, wo ich heute alle drei Fragen, eine zu Iron Man, eine zu Spongebob und eine zu Star Trek, richtig beantworten konnte und damit von nun an eine fesche Powerbank mein Eigen nennen kann. Weiter ging es vorbei an der langen Tischreihe, wo die anwesenden Stargäste wie kleine Äffchen im Zoo begafft werden durften, Autogramme oder Fotos mit ihnen habe ich mir aber nicht gekauft, weil ich die Preise dafür nicht vertretbar finde und denke, dass man sein Geld doch sinnvoller zum Fenster rauswerfen kann. Heroin oder so. So ganz ohne kleinen Fanboyaugenblick wollte ich aber doch nicht verschwinden, weshalb ich kurz bei Greg Grunberg vorbeischaute, der voller Tatendrang an seinem Platz saß und wohl nur auf mich gewartet hatte. Er wünschte mir viel Spaß und ich ihm, bevor kurze Zeit später schon das erste Panel des Tages anstand.

Chad L. Coleman erzählte ein bisschen vom Schauspielerdasein und spoilerte dabei heftigst. Einfach Nein, der werte Herr! Da ich die langweilige Serie aber sowieso nicht gucke, war mir das eigentlich auch egal.

Als nächstes sprach Famke Janssen über ihre Arbeit, über X-Men, Sophie Turner mache einen großartigen Job, sagte sie, und darüber wie sie bei Nip/Tuck einen wichtigen, ihre Figur betreffenden Storytwist ungünstigerweise erst erfahren hat, nachdem sie die Rolle schon eine Zeit lang gespielt hatte. Eine sympathische Frau, auch wenn sie auf mich ein wenig reserviert wirkte.

Ganz anders James Marsters, der von Anfang an voll dabei war. Er erinnerte sich, wie er einst in Macbeth spielte, was beim Hollywood-Casting dann niemanden interessierte, und wie er dann vom Theater, was eher etwas für die Liebe zur Kunst ist, zu Film und Fernsehen wechseln wollte, um doch auch mal ein bisschen Geld zu verdienen. Die Chance auf eine Rolle in Buffy hielt er dann aber, obwohl er, verarmt wie er war, zu diesem Zeitpunkt alles angenommen hätte, für keine gute Idee, weil er den schrecklichen Film gesehen hatte. Das Beste, was die Serie gemacht hat, war, ihn so kaputtzumachen, dass er einen Psychiater aufsuchen musste, was ihn letztendlich aber zu einem entspannteren Menschen gemacht hat, und die Buffy-Vampire würden die True-Blood-Vampire mit eloquenten Dialogen in Grund und Boden reden.

"True Blood is a good show, but I got to work with Joss Whedon, so..."
James ist ein toller Geschichtenerzähler und die halbe Stunde verging viel zu schnell. Dennoch brauchte ich ein wenig Erholung von all dem Spaß, verließ die Panel-Area und traf mich wieder mit meiner Begleitung, die während ich mich von Spike unterhalten ließ anderweitig beschäftigt gewesen war. Wir schlenderten noch einmal durch die Comicabteilung, machten Halt am Stand von Deleted Scenes , witzigen Comics zum Thema Serien, und schnackten ein wenig über ebendieses Projekt und die Comic Con an sich, bevor Gratislollis mich an den nächsten Stand zogen, wo Kira Sagara 

(die ebensolche übrigens nicht mag, weil man dafür so lange braucht, was ich allerdings gut finde, weil man dann ja viel länger was davon hat als z.B. bei einem Bonbon) ihren ersten Comic vorstellte, welcher einen Drogentrip durch Berlin porträtiert und laut eigener Angabe nicht autobiographisch ist. Auch dieses Gespräch verlief sympathisch und nach einigem Geschnatter über Gott und die Welt war ich sogar überzeugt, eine Ausgabe ihres Produktes käuflich zu erwerben (womit ich schon der dritte an diesem Tag war) und zwecks Wertsteigerung gleich noch signieren zu lassen, bevor es wieder zurück in die andere Halle ging. Ich wünschte, ich hätte Kilometergeld bekommen.

Nun stand der Kostümwettbewerb an, oder wie die Jugend von heute anscheinend sagt, der Cosplay Contest. Platz Drei ging an irgendein Videospielviech, das ich nicht kenne, Platz Zwei an einen recht ansehnlichen Kylo Ren, und Platz Eins an irgendein Videospielviech, das ich nicht kenne. Generell fand ich es sehr nett, die ganzen kostümierten Menschen auf dieser Veranstaltung zu beobachten, weil es sehr schön ist, wenn man sich so sehr für etwas begeistern kann und vermutlich viel Zeit und Kraft in das Entwerfen, Basteln und Schneidern seiner Verkleidung investiert. Schade, dass viele das dann jedoch nur halbherzig angehen oder nicht vollständig durchdenken. So schön die Kostüme waren, so lausig war die Schminke anzusehen, die teilweise wirklich schlecht gemacht war und von Unfähigkeit zeugte. Ein bisschen mehr Einfallsreichtum hätte es auch sein dürfen, die gefühlt fünfhundert Doctor Whos und Harley Quinns sind schon irgendwann langweilig geworden. Und warum um alles in der Welt ist der eine Joker in einem Batman-Shirt durch die Gegend gelaufen? Deadpools sind mir übrigens, bedenkt man den Hype um den Film, ziemlich wenige begegnet, aber immerhin war einer dabei, der mir die zweite kostenlose Umarmung des Tages schenkte.

Das Panel mit Greg Grunberg war A-MA-ZING! Er war ganz sicher derjenige, nicht nur der Stargäste, sondern unter allen Anwesenden, der an diesem Wochenende am meisten Spaß hatte. Voller Begeisterung erzählt er von seiner Liebe zu Star Wars, dass er gerne mal bei Doctor Who und mehr Comedy spielen würde, und wie die Castingleute ihm nach seinem Heroes-Vorsprechen gesagt haben, dass er der schlechteste Peter Petrelli wäre, den sie je gesehen hätten. Zwischendurch ließ er das Publikum einen Geburtstagsgruß für seinen Sohn aufnehmen, verglich seine Rolle in dem Meisterwerk Big Ass Spider! mit Han Solo, und fühlte sich auf der Bühne so pudelwohl, dass er gleich da blieb, um das Gespräch mit Ray Park zu moderieren, der unter anderem von seinen Erlebnissen in Tinseltown berichtete und eine Anekdote davon dabei hatte, wie er einmal bei einem Dreh aus achtzig Fuß Höhe fallen musste und beinahe die Matte verfehlt hätte. Stuntmänner und -frauen, die unbesungenen Helden der Unterhaltungsindustrie.

"You know what they call a fart in England? A trump. But so do we..."

Beim nächsten Panel mit Christopher Lloyd war Greg leider nicht mehr verfügbar, was wirklich schade war, da die Moderatorin, die diesen Job für ihn übernahm echt langweilig war, so wie auch das Panel an sich nicht besonders spannend werden sollte, was allerdings nicht an Herrn Lloyd lag, sondern auch am Publikum, dem nicht viel bessere Fragen, als die nach einer Umarmung oder einem „Great Scott!“ einfielen. Na ja. Die Halle war wieder leer, mein Kopf auch. Meine Übermüdung machte sich inzwischen überdeutlich bemerkbar und ich mich auf den Heimweg. Verlassen habe ich meine erste Comic Con mit einem sehr positiven Gefühl. So viel Spaß wie Greg Grunberg hatte ich zwar nicht, aber ich habe mich auch prächtig amüsiert. Deswegen noch einmal herzlichsten Dank an Moviepilot für die Karten, im nächsten Jahr dürft ihr mich sehr gerne wieder für euch berichten lassen.


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