Ryan Reynolds ist der nervigste Star 2021 – und gleichzeitig der erfolgreichste

Ryan Reynolds in Free GuyParamount/The Walt Disney Company/20th Century Fox
26.12.2021 - 11:20 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Ryan Reynolds hatte ein unfassbar erfolgreiches Jahr. Die Filme des Marvel-Stars legten aber auch die Schwächen seines Stils offen. Es wird Zeit für eine Neuerfindung des Stars.

Das Jahr 2021 hat uns so druckvoll wie nie zuvor unter die Nase gerieben, dass Ryan Reynolds der definierende nordamerikanische Filmstar der Gegenwart ist. Nie war er gefragter und präsenter, selten erfolgreicher. Wir leben im Zeitalter der Ryanreydominance und es gibt keine Rettung. Der meta-ironische Stil des Darstellers und das Familien-Actionkino abseits von Marvel haben einen perfekt harmonierenden Erfolgspakt abgeschlossen, der in diesem Jahr alles überrollt hat.

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Von Free Guy zum Netflix-Blockbuster: Das unfassbar erfolgreiche Ryan Reynolds-Jahr

Reynolds ist der einzige männliche A-List-Star, der 2021, während einer Pandemie, drei große Filme veröffentlichen konnte:

Das ist eine einmalige Bilanz. Selbst der nimmermüde Dwayne Johnson schaffte nur zwei, Jungle Cruise und Red Notice. Genau wie Angelina Jolie mit Eternals und They Want Me Dead. Stars wie Vin Diesel, Scarlett Johansson, Chris Pratt und Will Smith brachten jeweils nur einen Film raus.

Seine Filme sind zudem erfolgreich:

Mithalten kann da nur Zendaya, die dieses Jahr mit Dune einen der besten Filme, mit Spider-Man: No Way Home einen der erfolgreichsten Blockbuster und mit Malcolm & Marie immerhin ein gelobtes Netflix-Original angesammelt hat. Der Unterschied zu R. Reynolds: Zendaya verwandelt sich in jedem ihrer Filme in eine andere Person.

Ryan Reynolds ist der aktuell erfolgreichste Filmstar, aber seine Figuren langweilen

Drei Ryan Reynolds-Filme, das bedeutet drei sich höchstens in der Länge der Bartstoppeln unterscheidende Variationen der Deadpool-Persona. Jede Rolle des Kanadiers ist mit einer undurchdringlichen Membran aus selbstgewissem Unernst umhüllt, von der alles abprallt, was irgendwie weh tun könnte, Zuschauenden oder Figur.

Free Guy, Killer's Bodyguard 2 und Red Notice sind unverkennbar Reynolds-Filme. Der Star hat sein Profil nicht nur auf die Figuren übertragen, die er spielt. Sondern auch auf die Filme, in denen sie existieren. Alle drei Geschichten verbindet der typisch schelmische Reynolds-Stil, dessen Penetranz umso deutlicher wird, wenn man in kurzer Zeit viele seiner Filme schaut. Was sich in diesem Jahr kaum verhindern ließ, siehe oben.

Der Trailer zu Red Notice

Red Notice - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Dann sind die Schwächen des Reynolds-Stils kaum noch zu übersehen. Ich schrieb das schon über Free Guy und es hat sich in Red Notice fortgesetzt: In dem Action-Blockbuster, Free Guy und Killers Bodyguard 2 ist alles ironisch verzerrt, nichts fühlt sich wirklich dringlich an, trotz teilweise ernster Themen und Situationen. Reynolds neutralisiert die Gefahr um seine Figuren herum und damit auch Spannung und Tiefe. Keiner seiner Filme bleibt lange in Erinnerung. Wie heißt Reynolds' Figur in Red Notice noch mal?

Netflix wurde nicht müde zu betonen, dass Red Notice der meistgestreamte Original-Film des Streamingdienstes ist. Wahrscheinlich, weil es ohne diesen Rekord (und einen peinlichen Memefizierungsversuch ) nicht viel über Red Notice zu erzählen geben würde.

Ryan Reynolds könnte im Jahr 2022 ja mal was ganz anderes probieren

Die Superkraft von Ryan Reynolds ist: Selbst wenn man ihm ins Gesicht sagen würde, dass er einfach tierisch nervt, würde er diese Wertung mit seinem Sarkasmus-Kraftfeld absorbieren, die negative Energie transformieren und in Form eines selbstironischen Witzes wieder ausstoßen. Der Gag wäre natürlich hervorragend.

Ich will dieses Muster nicht mehr sehen, ich kann das nicht mehr sehen. Es wird Zeit für eine Neuerfindung, die Neuentdeckung von Ryan Reynolds. Er kann ja erwiesenermaßen anders. Der gute Vorsatz von Ryan Reynolds für das Jahr 2022 sollte sein: Einen tristen Low-Budget-Film drehen, der keinen einzigen Witz enthält, vielleicht eine Produktion von A24 oder dem tristesten Regisseur der Gegenwart, Robert Eggers. Das wäre doch mal was.

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In der Top 21 des Jahres 2021 befinden sich dabei neue Serien wie WandaVision und Arcane sowie neue Staffeln von Ted Lasso und Cobra Kai. Von Animationserien über Dramas und Krimis bis zu Horror, Fantasy und Science-Fiction ist garantiert für alle etwas dabei.

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Wie habt ihr das Jahr von Ryan Reynolds erlebt?

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