The Hateful Eight - Der düsterste Film, den Tarantino je gemacht hat?

Wohl mit Oscar-reifer Leistung: Samuel L. Jackson
© Samuel L. Jackson in The Hateful Eight
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Bereits das Test-Screening von The Hateful Eight Ende September dieses Jahres entlockte den anwesenden Zuschauern beherzte Jubelschreie (wir berichteten). Seither steigen die Erwartungen an Quentin Tarantinos zweiten Western (erst nach dem dritten darf er sich Western-Regisseur nennen) quasi mit jeder Woche, jedem Trailer und jedem Featurette. Im geradezu feierlich anmutenden Rahmen einer offiziellen Vorführung der Endfassung im Village East Cinema in New York äußerten sich nun einige Schauspieler zum Dreh von The Hateful Eight. Kritiker ließen derweil das Embargo außer Acht und lieferten erste Eindrücke via Twitter.

Bilge Ebiri vom New York Magazine beschreibt The Hateful Eight als "düstersten Film, den Tarantino je gemacht hat". Jennifer Jason Leigh sei absolutes Dynamit im Film, hebt hingegen Mike Ryan von Uproxx hervor und David Ehrlich vom Rolling Stone bezeichnet Samuel L. Jackson gar als "nationales Heiligtum." The Hateful Eight, so Ehrlich, wirke so, "als habe Das Ding aus einer anderen Welt die Gestalt eines frühen John Ford-Films angenommen".

"[Der Film] ist düster, blutig und teuflisch witzig", schreibt Erik Davis von movies.com, "ihr dachtet, die Crazy 88 seien verrückt? Gegen diese acht können sie nichts ausrichten." Anne Thompson von Indiewire beschreibt The Hateful Eight als "Traum eines Cinephilen" und Jordan Hoffman von Mashable fasst den 70mm-Film folgendermaßen zusammen: "Agatha Christies Death Proof - Todsicher im Wilden Westen."

Mehr: Hateful Eight - So viel Aufwand bedeutet analoge Projektion

Kurt Russell, der im Film die Rolle des John “The Hangman” Ruth spielt, wurde im Vorfeld der Präsentation interviewt, bringt dabei einen klangvollen Namen ins Spiel und spricht aus, was viele sich erhoffen: “Es ist ein geradliniger Western, ein Sergio Leone-Western. Die Geschichte ist verschlungen und am Anfang kannst du dir nicht erklären, warum das alles so lange dauert." Über drei Stunden erstreckt sich The Hateful Eight. Sergio Leones Opus Magnum Spiel mir das Lied vom Tod und dessen Entdeckung der Langsamkeit dauert 162 Minuten. "Man sieht einige lange Einstellungen", fügte Russell dann auch an, der zugab, den Film bereits vier Mal gesehen zu haben. Der Spaß sei ihm daran aber längst nicht vergangen. Mit Tarantions Leone-Faible lässt sich auch die Verpflichtung von Ennio Morricone als Komponist für den Original-Soundtrack erklären. Für dessen Arbeit hat Russell vor allem ein Attribut übrig: "Fesselnd" sei die Musik des Altmeisters.

Die Hinweise auf einen weitläufigen Leone-Western nehmen wir mal so hin. Dabei deutet bei The Hateful Eight doch alles auf ein dynamischeres Kammerspiel hin. So schreibt es auch Paula Schwartz (nicht Schultz) von Showbiz 411, die bei der Aufführung in New York dabei gewesen ist und sich (erwartungsgemäß) an Reservoir Dogs erinnert fühlte. Auch in Tarantinos Durchbruch konzentriere sich die Handlung weitestgehend auf einen einzigen Ort und besteche durch eine intensive, raue Gewaltdarstellung.

In den USA werden über hundert Kinos den Film in einer analogen 70mm-Projektion zeigen. Der logistische Aufwand für die Kinos ist enorm. Anscheinend lohnt sich die Mühe aber, das tote Format wieder zum Leben zu erwecken. Kritiker zumindest lieben The Hateful Eight. Bei den National Board of Review-Awards wurden sowohl Tarantinos Drehbuch als auch Jennifer Jason Leighs Darstellung der Daisy Domergue mit Preisen bedacht.

Wünscht ihr euch in eurem Kino auch eine Vorführung von The Hateful Eight im 70mm-Format?

moviepilot Team
Surfer Rosa Hendrik Busch
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Hält sich jung mit Coming-of-Age-Filmen.
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