The Mandalorian: In Folge 4 verwandelt sich ein AT-ST in ein trauriges Monster

Star Wars: The MandalorianAbspielen
© Disney
Star Wars: The Mandalorian
03.04.2020 - 19:40 UhrVor 8 Monaten aktualisiert
16
0
Die 4. Folge der 1. Staffel von The Mandalorian steht ganz im Zeichen des Akira Kurosawa Meisterwerks Die sieben Samurai. Es ist die bisher beste Folge der Star Wars-Serie.

Nachdem die ersten drei Folgen von The Mandalorian einen kleinen Story-Arc erzählten, steht das vierte Kapitel der Star Wars-Realserie ganz für sich. Nach der actionreichen Konfrontation mit dem Klienten und der Kopfgeldjäger-Gilde lernen wir in Die Zuflucht einen neuen Planeten kennen, während das sich das Kind aka Baby Yoda einmal mehr als putzigstes Geschöpf in der weit, weit entfernten Galaxis entpuppt.

  • Star Wars bei Disney+ : Über den Link könnt ihr ein Abo abschließen und damit Moviepilot unterstützen. Auf den Preis hat das keine Auswirkung. Zudem erhaltet ihr bei uns einen Überblick über das komplette Programm, ihr könnt nach allen Filmen bei Disney+ sowie allen Serien bei Disney+ filtern.

Sorgan ist der Name des neuen Planeten, der auf den ersten Blick wie ein friedliches Paradies wirkt. Grüne Wälder und ein strahlend blauer Himmel können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier großes Unrecht geschieht. Skrupellose Plünderer haben es auf eine Siedlung abgesehen und nehmen sich, was sie wollen. Es dauert nicht lange, bis Rauchschwaden ein Bild von Zerstörung schaffen.

Drei Beobachtungen zu Folge 4 von The Mandalorian

  • Das große Vorbild der 3. Folge der 1. Staffel von The Mandalorian ist fraglos Akira Kurosawas Meisterwerk Die sieben Samurai.
  • Die Verteidigung eines Dorfes wurde bereits im Zuge von Die glorreichen Sieben erfolgreich als Western neu aufgelegt.
  • Inszeniert wurde die Episode von Jurassic World-Star Bryce Dallas Howard. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Serienschöpfer Jon Favreau.
The Mandalorian

The Mandalorian baut diese Woche somit auf einem erprobten Fundament auf und wirkt dabei fast ein bisschen einfallslos. Ein Space-Western, der sich Die Sieben Samurai zum Vorbild nimmt, ist alles andere als originell. Dennoch begeistert die aufmerksame wie liebevolle Umsetzung der Episode, angefangen beim aufwühlenden Prolog, der uns ein Gefühl von der Welt verschafft, die es nachfolgend zu verteidigen gilt.

The Mandalorian auf den Spuren von Die Sieben Samurai

Durch Omera (Julia Jones) und ihre Tochter Winta (Isla Farris) gibt es von Anfang an einen menschlichen Bezugspunkt in der beschaulichen Siedlung, die von Klatooinianern überfallen wird. Wenn der Mandalorianer auf Sorgan landet, offenbart sich ihm eine Welt, die schon mit Leben gefüllt ist und nicht erst entsteht, sobald er seinen Fuß auf den Boden setzt und beginnt, das unbekannte Territorium zu entdecken.

Dieser Gedanken findet seinen Weg sogar direkt in die Handlung, wenn der sich auf der Flucht befindende Kopfgeldjäger mit Erschrecken feststellen muss, dass er nicht der erste Rüstungsträger auf dem Planeten ist. Mit Cara Dune (Gina Carano) befindet sich eine Söldnerin auf Sorgan, die einst als Shocktrooper für die Rebellen-Allianz kämpfte. Wittert der Mando zuerst die Gefahr, findet er in Cara schon bald eine Verbündete.

The Mandalorian

Gemeinsam verteidigen sie in der zweiten Hälfte der Episode die Heimat von Omera gegen die fiesen Klatooinianer, die im Wald einen AT-ST verstecken. Anfangs sind da nur unheilvolle Spuren zu entdecken, die von etwas Gewaltigem, Monströsem künden, das die Erde zum Beben bringt und hinter sich eine Schneise der Zerstörung hinterlässt. Dann lässt Bryce Dallas Howard den Kampfläufer in ehrfürchtigen Bildern erwachen.

Ein unheimlicher AT-ST stampft durchs Star Wars-Universum

Rot glühen die Augen des Ungeheuers, das sich schnaubend und ächzend durch die Nacht bewegt. Konnten die AT-STs im Finale von Die Rückkehr der Jedi-Ritter mit geschickten Manövern zu Fall gebracht werden, wirkt dieser metallene Koloss unaufhaltsam. Es fühlt sich fast so an, als würde das kriegerische Gefährt wie ein furchteinflößender T-Rex aus Jurassic Park den Figuren hinterherjagen.

Noch mehr beeindruckt dieser AT-ST aber als Geist der Vergangenheit, der sich aus den Trümmern eines alten Krieges erhebt und orientierungslos durch die Gegend stampft. Geschickt verwehrt uns Bryce Dallas Howard den Blick ins Innere der Maschine und schafft dadurch einen geradezu unheimlichen Wüterich, der mitunter auch etwas Trauriges und Einsames hat, so verloren, wie er die Welt um sich herum zerstört.

The Mandalorian

Eigentlich ist hier kein Platz für dieses (fremdgesteuerte) Überbleibsel vergangener Tage, das sich vor allem über seine todbringende Hülle definiert. Ein spannender Kontrast zum Mando, der selbst seinen Helm nicht in Gegenwart von anderen abnehmen will. Es gehört zu seiner Religion, genauso wie die Waffen. Im Gespräch mit Omera lässt er dennoch durchblicken, dass er als Fremder von dem einst so stolzen Volk aufgenommen wurde.

Der Mandalorianer zeigt sich von seiner verletzlichen Seite

Wo sich der Mandalorianer und Cara Dune als Krieger auf Augenhöhe begegnen, ist Omera die erste Figur in dieser Serie, die zum verschlossenen Kern des Protagonisten vordringt. Ein ruhiges Leben abgelegen vom restlichen Chaos der Galaxis: Wie der AT-ST, der nichts anderes als den Krieg kennt, stößt der Mando bei diesem Gedanken an seine Grenzen und ist schier überfordert von den Freiheiten, die sich dadurch auftun würden.

Für eine Sekunde können wir trotzdem den sehnsuchtsvollen Blick erahnen, der sich unter dem Helm des schweigsamen Kopfgeldjägers versteckt. Wer weiß, von welchen schmerzlichen Erfahrungen sein Gesicht erzählt. Dieser Blick auf die grüne Wiese, in der Baby Yoda mit den Kindern spielt, wird von einer gewissen Magie begleitet, die den Mando in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Erst ein Schuss unterbricht die Träumerei.

The Mandalorian

Die grausame Realität holt den Mando schneller wieder ein, als ihm lieb ist. Baby Yoda thront nach wie vor auf jeder Wanted-Liste in der Galaxis und wäre da nicht Cara Dune gewesen, wäre der Kleine jetzt vermutlich nicht mehr am Leben. Zum Glück bleibt uns ein solch düsterer Ausgang der Episode erspart. Stattdessen schenkt uns Bryce Dallas Howard noch einmal ein paar unverschämt niedliche Close-ups.

The Mandalorian-Podcast: Erster Eindruck der Star Wars-Serie

In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Podigee, der den Artikel ergänzt. Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Podigee Inhalte zulassenMehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

The Mandalorian fühlt sich an wie ein Weltraum-Western. Doch wann spielt die Handlung der Star Wars-Serie? Welche Figur ist bisher die coolste? Und was hat Werner Herzog damit zu tun? Im Mini-Podcast stellen Andrea und Matthias das langerwartete Disney+-Original vor.

Wie hat euch der Die sieben Samurai-Verschnitt in The Mandalorian gefallen?

Das könnte dich auch interessieren

Schaue jetzt

Kommentare

Aktuelle News